04. Juni 2020 / 20:03 Uhr

Kreisoberligen: Neun von zwölf Aufstiegsaspiranten planen für Landesklasse

Kreisoberligen: Neun von zwölf Aufstiegsaspiranten planen für Landesklasse

Johannes Weber/Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Gehen den Weg in die Landesklasse: Die Spieler des TSV 1860 Stralsund II.
Gehen den Weg in die Landesklasse: Die Spieler des TSV 1860 Stralsund II. © TSV 1860 Stralsund
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SV Murchin/Rubkow und die Vertreter aus Westmecklenburg verzichten auf den Sprung in die Landesklasse. Einheit Grevesmühlen marschiert durch.

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„Aufstieg!“ titelten mehrere Kreisoberligisten nach Bekanntgabe der Saisonwertung durch den Landesfußballverband MV (LFV MV) Ende Mai auf ihren Social-Media-Kanälen. Mindestens neun Klubs werden zur neuen Spielzeit die Kreisebene verlassen und in den Landesklassen antreten. Drei von den zwölf aufstiegsberechtigten Teams verzichten auf den Sprung nach oben: SV Murchin/Rubkow (Vorpommern-Greifswald) und SG Aufbau Boizenburg II und SG Marnitz/Suckow (beide Westmecklenburg). Neu beziehungsweise zurück im Landesfußball sind die Reserve-Teams des FSV Kühlungsborn, TSV 1860 Stralsund, SG Empor Richtenberg und 1. FC Neubrandenburg sowie der ersten Herrenmannschaften des SV Jördenstorf, SV Blau-Weiß Jarmen, von Einheit Grevesmühlen, des Neumühler SV und SV Sturmvogel Völschow.

Kreis Westmecklenburg: Absagen an den Aufstieg

Während sich die vielen Neulinge auf den Sprung in die Landesebene freuen, ist noch unklar, ob es überhaupt einen Landesklasse-Aufsteiger aus dem Kreis Westmecklenburg geben wird. Abteilungsleiter Jens Anderson von der SG Aufbau Boizenburg sagt: „Unsere zweite Mannschaft wird nicht aufsteigen, das hat der Verein zusammen mit dem Team entschieden. Die Kreisoberliga ist eine gute Liga für unsere Truppe."

Mit zwölf Siegen aus 16 Partien sind die Boizenburger Staffelsieger in der Kreisoberliga Westmecklenburg geworden. „Es ist schwer, alles im Verein auf einem hohen Level zu halten, da muss man immer abwägen. Wir sind froh, von den Bambinis bis zu den Männern alle Mannschaften besetzt zu haben", erklärt Anderson.

Das sind die Fußballtabellen in MV nach Quotientenregelung auf Kreisebene (Berechnung im Sportbuzzer: Anzahl der Punkte, geteilt durch Anzahl der Spiele, multipliziert mit 100):

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Kreisoberliga Mecklenburgische Seenplatte Staffel I ©

Mit der zweitplatzierten SG Marnitz/Suckow will auch der erste Verfolger der Aufbau-Reserve sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen. „Als Kreismeister hatten wir bereits im Vorjahr verzichtet. Von der Kadergröße und vom Altersdurchschnitt der Spieler würden wir die Landesklasse nur schwer stemmen können", begründet Klubchef Dirk Füssel. Auch der Tabellendritte FC Aufbau Sternberg erteilt dem Sprung in die Landesklasse als möglicher Nachrücker eine Absage. „Wir sind erst vergangenes Jahr in die Kreisoberliga abgestiegen. Wir haben viele junge Leute im Team, die wir nicht verheizen wollen", äußert sich Sternbergs Vereinsvorsitzender Matthias Müller.

Kreis Warnow: SV Jördenstorf hat lange auf das Ziel hingearbeitet

Ganz anders ist da der Tenor beim SV Jördenstorf. „Seit Jahren war der Aufstieg in die Landesebene unser Ziel", betont Jördenstorfs Vereinspräsident Gerold Pehl. Er hätte trotz des Staffelsieges in der Kreisoberliga Warnow II den großen Erfolg gerne auf sportlichem Wege eingefahren. Einen Anteil an der positiven Entwicklung beim SVJ hat auch Hansa-Legende Gerd Kische. „Er war in der Saison 2018/19 ein halbes Jahr Trainer bei uns und hat dem Verein sehr geholfen", so Pehl.

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Bemerkenswert ist auch der Durchmarsch von Einheit Grevesmühlen: Drei Jahre im Wettkampfbetrieb, drei Aufstiege – die Entwicklung bei den Einheit-Kickern ist rasant. Der Tabellenführer der Kreisoberliga Schwerin-Nordwestmecklenburg wird künftig erstmals auf Landesebene spielen. Vor Kurzen hatte Präsident Ali Cengiz noch gesagt, in „etwa drei Jahren“ auf Landesebene spielen zu wollen. Der Traum wurde deutlich schneller wahr. Auch der zweitplatzierte Neumühler SV will nach einem Jahr im Kreis wieder raus in höhere Gefilde. „Das war das klare Ziel vor der Saison“, bestätigt Vorstandsmitglied Thomas Jonuscheit.

Kreis Vorpommern-Greifswald: Murchin/Rubkow mit Nein zum Aufstieg

Im Nordosten feiert TSV 1860 Stralsund trotz verpassten Staffelsieges einen doppelten Aufstieg. Die Reserve springt als Kreisoberliga-Zweiter hinter Rivale Empor Richtenberg II zurück in die Landesklasse. Und auch die dritte Männermannschaft steigt von der Kreisliga in die Kreisoberliga auf.

Im Osten tritt der SV Blau-Weiß Jarmen den Gang nach oben allein ein. Murchin/Rubkow verzichtet als Staffelsieger auf den Aufstieg. „Wir haben ein paar junge Spieler. Für ihre Entwicklung ist ein weiteres Jahr Kreisoberliga besser“, meint Präsident Dirk Reishaus. Eine Debakel-Saison in der Landesklasse wie vor vier Jahren (5 Punkte/22:75 Tore) wollen die Rand-Anklamer verhindern. Der SV Ducherow, der als Dritter nachrücken könnte, hat einem Aufstieg ebenso eine klare Absage erteilt.