22. November 2021 / 15:12 Uhr

Vogel der Dreh- und Angelpunkt: Dedensen lässt in Weetzen nichts anbrennen

Vogel der Dreh- und Angelpunkt: Dedensen lässt in Weetzen nichts anbrennen

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Frust beim SV Weetzen: Die Gäste aus Dedensen feiern ihren vierten Treffer.
Frust beim SV Weetzen: Die Gäste aus Dedensen feiern ihren vierten Treffer. © deisterpics/Stefan Zwing
Anzeige

Das ist dann "eher eine einseitige Angelegenheit" gewesen, wie auch Weetzens Trainer Kai-Henrik Kühl zugeben musste. Seine Mannschaft zog in der 3. Runde des Kreispokals gegen den SV Dedensen mit 0:5 den Kürzeren. Dreh- und Angelpunkt beim Sieger war Markus Vogel.

Wer hätte das gedacht: Die zuletzt von Erfolg zu Erfolg eilende Mannschaft des SV Weetzen ist in der 3. Runde sang- und klanglos aus dem Kreispokal ausgeschieden. Der Spitzenreiter der Kreisliga 4 hat sich daheim dem SV Dedensen mit 0:5 (0:3) geschlagen geben müssen. „Leider ist es nicht das erhoffte spannende und offene Spiel geworden, sondern eher eine einseitige Angelegenheit“, sagte Weetzens Trainer Kai-Henrik Kühl. Derweil gab es für die Gäste nach zwei derben Punktspielpleiten endlich mal wieder einen Grund zum Jubeln, da kam der Pokal offenbar genau zur richtigen Zeit.

Anzeige

„So ganz sind die beiden Niederlagen immer noch nicht verdaut“, sagte Sascha Pohle. Obschon das Desaster schon eine Weile zurückliegt, denn an den vergangenen beiden Wochenenden waren die Dedenser in der Kreisliga 3 spielfrei. Erst das 0:5 beim Zweiten TSV Kirchdorf, dann das 0:6 im Auswärtsduell mit Primus TSV Goltern, daran hat der SVD-Coach mächtig zu knabbern.

Bilder vom Spiel der 3. Runde des Kreispokals zwischen dem SV Weetzen und SV Dedensen

Weetzens Michael Kacper Helka wird vom Dedenser Henning Bär abgegrätscht. Zur Galerie
Weetzens Michael Kacper Helka wird vom Dedenser Henning Bär abgegrätscht. ©

Und nun dieser Sahneaufritt seiner Elf. „Trotz der Klatschen und angeknackst wie wir waren haben wir ein astreines Pokalspiel abgeliefert“, freute sich Pohle. Insbesondere ein Mann, der nicht gerade eine überragende Hinrunde gespielt hat, überzeugte in Weetzen auf ganzer Linie: Markus Vogel - er war der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des Seelzer Klubs.

Einen Doppelpass mit Christian Kolter schloss Vogel zur 1:0-Führung für die Gäste ab (28. Minute). Am zweiten Treffer war der Dedenser Goalgetter maßgeblich beteiligt, seine scharfe Hereingabe landete auf dem Kopf von Mannschaftskollege Henning Bär, der den Ball quasi ohne eigenes Zutun ins Netz beförderte (31.). Nach einem klasse Solo bediente Vogel den mitgelaufenen Timo Frercks (35.). Mit diesem 0:3 zur Pause war die Sache gelaufen, zumal von den Platzherren nicht viel kam.

Weetzener gehen auf dem Zahnfleisch

„Die letzten Wochen waren sehr anstrengend, die Mannschaft geht auf dem Zahnfleisch. Aber wir haben auch nicht die richtige Einstellung zu diesem Pokalspiel gefunden. Von Beginn an fehlte die Körperspannung, wir hatten in den Zweikämpfen das Nachsehen, und unser Passspiel war nicht gut. Das ist schade, ich hatte mir mehr ausgerechnet“, sagte Kühl, der in Hälfte zwei kein echtes Aufbäumen seiner Elf zu sehen bekam, vielmehr legten Vogel und Co. nach.

Das 0:4 besorgte Vogel wieder selbst, mit einer gekonnten Körpertäuschung am Sechzehner ließ er den Gegnerspieler ins Leere laufen und versenkte das Leder gezielt in den Maschen (55.). Christian Kolter setzte den Schlusspunkt unter den großartigen Auftritt der Gäste (62.).


Mehr Berichte aus der Region

„Das war gut. Und das tat gut, gerade auch fürs Gemüt. Wir waren über 90 Minuten das bessere Team“, sagte Pohle, der Vogel ob seiner zwei Tore und zwei Torvorlagen ein Extralob aussprach. Der Dedenser Coach nahm eine wichtige Erkenntnis mit: „Abwarten liegt uns nicht. Wir haben heute früh attackiert und Weetzen von Anfang an unter Druck gesetzt, das ist unser Spiel. Unsere Stärke ist die Offensive.“

Während für den SVD am Sonntag noch ein Nachholspiel beim TuS Garbsen II auf dem Plan steht, verabschiedet sich der SV Weetzen in die wohlverdiente Winterpause. „Ein starker Gegner, Müdigkeit in den Knochen und die fehlenden Einstellung zum Spiel, diese drei Dinge haben heute zusammengespielt“, fasste Kühl die Gründe für die deutliche Niederlage zusammen.

Auch wenn die Weetzener gern weiter auf beiden Hochzeiten getanzt hätten, lässt sich das Pokal-Aus mit dem Blick auf die Tabelle doch irgendwie verschmerzen. Der Spitzenreiter kann fortan mit voller Kraft Kurs auf die Bezirksliga nehmen.