11. Oktober 2021 / 18:39 Uhr

Lok Seddin in Ziesar chancenlos - Spuckattacke bei Borussia-Sieg

Lok Seddin in Ziesar chancenlos - Spuckattacke bei Borussia-Sieg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Nur in einigen Zweikämpfen ein Duell auf Augenhöhe: Die Kreispokal-Partie zwischen Seddin und Ziesar. © Verein
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Kreispokal Havelland: Eintracht Falkensee verliert gegen Borussia Brandenburg erst die Nerven und dann auch noch das Spiel. Lok Seddin verliert überraschend deutlich in Ziesar. Und Stahl II zerlegt Lok Potsdam.

Borussia Brandenburg – Eintracht Falkensee 2:1 (1:1). Tore: 0:1 Jeschke (15.), 1:1 Signowski (42.), 2:1 Otto (61.). Rot: Nkemakolam (63./Eintracht Falkensee). Zuschauer: 121.

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In vergangenen Duellen auf Kreisebene hatten die Borussen von Trainer Felix Klepzig des Öfteren mit den Falkenseern zu tun. "Nach ihrem Aufstieg in die Landesklasse hatten wir sie jetzt aber eine Weile nicht mehr bespielt und wussten nicht so richtig, was uns erwartet.“ Am Ende hätten die Gäste durchaus zurückhaltend agiert und auf schnelles Umschaltspiel über die Außenpositionen gesetzt.

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So sei auch die Führung nach einer Viertelstunde gefallen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Tabellendritte der Kreisoberligatabelle, der auf seinen beruflich verhinderten Torjäger Julian Schwandt verzichten musste, selbst schon Möglichkeiten liegen lassen. Den 1:1-Ausgleich kurz vor der Pause besorgte Tom Signowski mit einem flach von der Strafraumkante in die Torwartecke verwandelten Freistoß.

Falkensees Emmanuel Munachiso Nkemakolam sieht Rot

Nach dem Seitenwechsel sei die Partie vor 121 Zuschauern an der Massowburg immer mehr zu Gunsten der Brandenburger gekippt, für die Florian Otto frei vor Eintracht-Keeper Kevin Konrad die Nerven behielt und überlegt einschob (61.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später schwächten sich die Gäste selbst, als Emmanuel Munachiso Nkemakolam seinen Gegenspieler anspuckte und mit der Roten Karte des Feldes verwiesen wurde. "Am Ende war das aus meiner Sicht auf jeden Fall kein unverdienter Sieg für unsere Mannschaft“, so Klepzig, der mit seinem Team im Viertelfinale auf ein Heimspiel hofft.

Zunächst liegt der Fokus aber erst einmal auf dem anstehenden Kreisoberligaspitzenspiel beim Tabellenführer SV Ziesar am Sonntag (14 Uhr). "Auf diese Partie freuen wir uns und wollen dort natürlich auch gewinnen. Wir wissen aber, dass das für unsere junge Mannschaft gegen eine eingeschworene und erfahrene Truppe eine ganz schwere Aufgabe wird. Nachdem wir uns in einem richtig rassigen Pokalspiel gegen einen höherklassigen Gegner vor einer guten Kulisse bewiesen haben, wird das der nächste Schritt in unserer Entwicklung, den wir gehen wollen“, blickt der 30 Jahre alte Borussen-Trainer voraus.

SV Ziesar – ESV Lok Seddin 3:1 (2:0). Tore: 1:0 Bathge (23.), 2:0 Janka (41., Foulstrafstoß), 3:0 König (66.), 3:1 Klostermann (88.). Zuschauer: 55.


Dass der Trainer nicht zufrieden ist, wenn das eigene Team gegen eine unterklassige Mannschaft aus dem Pokal ausscheidet, liegt in der Natur der Sache. Seddins Coach Ralf Gutschmidt aber war nach der klaren Niederlage beim SV Ziesar geradezu konsterniert. "Ehrlich gesagt, war ich heute schon ein bisschen bedient. Die Auswärtsspiele meiner Mannschaft sind für mich unerklärbar. Da zeigen wir ein ganz anderes Gesicht als Zuhause“, so Gutschmidt, dessen Mannschaft in dieser Saison auch in der Liga noch kein Auswärtsspiel gewinnen konnte.

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Ex-Ziesar-Coach Ralf Gutschmidt (l., hier mit seinem Co-Trainer Daniel Schrumpf) steht in der zweiten Saison bei Landesklasse-Vertreter ESV Lok Seddin in der Verantwortung und musste mit seinem Team am Sonntag bei seinem ehemaligen Verein im Kreispokal-Achtelfinale die Segel streichen. © Verein

"Auf die leichte Schulter“ habe man den Kreisoberligisten auf jeden Fall nicht genommen, so Gutschmidt, der auch aus eigener Erfahrung um die Stärken des SV weiß. Immerhin war er hier bis 2020 vier Jahre Trainer. "Sie haben sich punktuell gut verstärkt und heute ganz sicher nicht unverdient gewonnen. Wir haben es ihnen aber auch einfach gemacht“, so der 62-Jährige.

Gutschmidt: "Muss darüber nachdenken und Gespräche führen"

Sein Gegenüber, Ziesar-Trainer Michel Pauluth, sah die Hauptgründe für den Sieg bei der eigenen Truppe: "Das war eine überragende Leistung meines Teams. Wir hatten das Spiel komplett im Griff und haben im Verbund kompakt verteidigt. Ich bin sehr zufrieden.“ Das war Gutschmidt überhaupt nicht. Eine Erklärung für das Auftreten seiner Jungs habe er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. "Ich muss mir darüber erst noch Gedanken machen und Gespräche mit den Spielern führen.“

Stahl Brandenburg II – ESV Lok Potsdam 7:1 (3:0). Tore: 1:0, 2:0 Baumann (11., 19.), 3:0 Amsatu (21.), 3:1 Kahl (47.), 4:1 Joubraeal (61.), 5:1 Baumann (77.), 6:1, 7:1 Günther (81., 82.). Zuschauer: 66.

Siegloser Tabellendrittletzter der Kreisoberliga empfängt den Spitzenreiter der Landesklasse West: Gerade weil die Vorzeichen vor der Begegnung so deutlich waren, überrascht das Ergebnis sehr. Dabei sah Stahl-Trainer Marco Leffs einen Gast aus der Landeshauptstadt, der „einen guten Ball spielte und sich von hinten heraus immer wieder flach nach vorne kombiniert“.

"Mit unserem vierten Tor war die Sache aber eigentlich entschieden"

Im Gegensatz zu den Gastgebern ließ die Lok-Elf dabei aber die letzte Konsequenz vermissen oder spielte den letzten Pass zu ungenau. „Wir machen auf der anderen Seite in der ersten Halbzeit aus vier Chancen drei Tore“, berichtete Leffs, der sich vor allem auf seine Offensivreihe Niko Baumann, Henri Gomez Amsatu und Jonas Günther aus dem Landesliga-Kader des Vereins verlassen konnte. Nach dem Seitenwechsel und dem 1:3 der Potsdamer hätten diese eine Drangphase von 15 Minuten gehabt.

"Mit unserem vierten Tor war die Sache aber eigentlich entschieden und am Ende lief bei uns einfach alles“, sagte Leffs, der mit seinem Team aus dem klaren Erfolg gegen die höherklassigen Eisenbahner Motivation für die Liga ziehen will. "Darauf liegt ganz klar unser Fokus. Wir wollen die Klasse halten und dafür am kommenden Wochenende gegen Brück auf jeden Fall punkten.“