10. Oktober 2021 / 16:03 Uhr

Drei Platzverweise, ein Last-Minute-Tor: SG Michendorf im Viertelfinale

Drei Platzverweise, ein Last-Minute-Tor: SG Michendorf im Viertelfinale

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
SG Michendorf - VFL Nauen, Landesklasse West, Saison 21/22, 28.08.2021, Fussball, Michendorf, Foto: Benjamin Feller
Duelle zwischen Michendorf und Nauen waren zuletzt stets hart umkämpft © Benjamin Feller/Archivbild
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Kreispokal Havelland: Die SG Michendorf hat sich in einem umkämpften Spiel gegen den VfL Nauen durchgesetzt. Drei Spieler mussten frühzeitig den Platz verlassen. Ein Geniestreich sorgte für die späte Entscheidung.

VfL Nauen – SG Michendorf 1:2 (0:0). Tore: 0:1 Chris Siebert (52., Strafstoßtor), 1:1 Moritz Klimanski (54.), 1:2 Kevin Wüstenhagen (90.+1). Gelb-Rote Karten: Martin Berndt (51., Nauen), Rene Kalbitz (67., Nauen), Jannis Borchmeyer (80., Michendorf). Zuschauer: 157.

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Als die Nachspielzeit bereits angebrochen war und die Zuschauer auf dem Sportplatz an der Ludwig-Jahn-Straße in Nauen sich so langsam auf eine Verlängerung einstellten, hatte Michendorfs Kevin Wüstenhagen noch eine Idee. Nach schönem Zuspiel zog der Mittelfeldspieler direkt ab und setze den Ball genau in den Angel. "Ein wunderschöner Sonntagsschuss", wie SGM-Trainer Heino Schüler einen Tag nach dem 2:1 (0:0) im Kreispokal Havelland beim VfL Nauen resümierte, "und aus unserer Sicht der perfekte Schlusspunkt auf einen echten Pokalfight."

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90 Minuten lang hatten sich die beiden Landesklasse-Mannschaften keinen Meter Rasen geschenkt. Schon vor sechs Wochen, beim Michendorfer 1:0-Sieg in der Liga, begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Im Pokalduell sah Schüler eine ähnliche Partie. "Nauen stand etwas tiefer und hat viel mit langen Bällen gearbeitet. Wir hatten die etwas strukturiertere Spielanlage", so Schüler. Zur Halbzeit stand es dennoch 0:0.

"Leider hat meine Mannschaft die erste Halbzeit komplett verschlafen", sagte Nauens Trainer Lars Halt. In Halbzeit zwei ging es dafür auf beiden Seiten rund. Zunächst zog Michendorfs Jannis Borchmeyer gegen drei Spieler in den Nauener Strafraum und wurde von Martin Berndt zu Fall gebracht. Schiedsrichter Sven Lange blieb keine andere Wahl, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen und Berndt mit Gelb-Rot vom Platz zu stellen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Chris Siebert zur Michendorfer Führung.

Drei Platzverweise, aber "kein unfaires Spiel

Der VfL zeigte sich zunächst aber wenig geschockt und schaffte fast im Gegenzug den Ausgleich. Moritz Klimanski verwertete einen Abpraller zum 1:1. "Vielleicht haben wir uns noch zu sehr über das 1:0 gefreut und waren nicht ganz wach. Das 1:1 ging zu dem Zeitpunkt aber in Ordnung", so Schüler. Kurz darauf sah mit Rene Kalbitz bereits der zweite Nauener Spieler Gelb-Rot. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit musste mit Borchmeyer aber auch ein Michendorfer Spieler vom Platz.

Drei Platzverweise klingen nach wüstem Gekloppe, in Wirklichkeit war die Partie aber lediglich hart geführt. "Trotz der drei Platzverweise war das Spiel aus meiner Sicht keinesfalls unfair geführt. Der Schiedsrichter hatte seine Linie und in allen Situationen war es vertretbar, Gelb-Rot zu zeigen", so Schüler. Lange Zeit machte sein Team etwas zu wenig aus der numerischen Überlegenheit und Nauen hatte sogar noch einen Pfostentreffer. Letztlich reichte der Geniestreich von Wüstenhagen aber aus, um den Viertelfinaleinzug perfekt zu machen.