11. Juni 2021 / 12:00 Uhr

Kreispokal in Nordsachsen: Bad Dübens Fußballer rüsten sich für Ernstfall in Torgau

Kreispokal in Nordsachsen: Bad Dübens Fußballer rüsten sich für Ernstfall in Torgau

Leon Heyde
Leipziger Volkszeitung
Die Kicker aus Bad Düben wollen die nächste Hürde auf dem Weg ins Finale nehmen.
Die Kicker aus Bad Düben wollen die nächste Hürde auf dem Weg ins Finale nehmen. © Alexander Prautzsch
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Im Kreispokal-Viertelfinale am Samstag treffen die Kurstädter auswärts auf die Hartenfels-Reserve – einen schwer einzuschätzenden Gegner.

Bad Düben. Nach der Entscheidung des Nordsächsischen Fußballverbandes, die noch ausstehenden Runden des Kreispokals bis Ende Juni auszuspielen, herrscht beim FV Bad Düben gespannte Vorfreude. Am Sonnabend trifft der Kreisoberligist im Viertelfinale auf die zweite Mannschaft des SC Hartenfels Torgau. Das Team aus der 1. Kreisliga könnte sich als Wundertüte herausstellen.

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„Risiko für Verletzungen minimieren“

„Auch wenn die Rahmenbedingungen kompliziert sind, ist die Lust groß, endlich wieder richtigen Fußball zu spielen“, erzählt Patrick Klatte, Spieler und Vorstandsmitglied der Bad Dübener. Seit einer Woche wird wieder trainiert. Nach dieser langen Zeit wird die schönste Nebensache auch schon mal zur Hauptsache, für die sich die Hobbykicker ohne weiteres ein Stäbchen in die Nase schieben lassen. Viel Zeit für Romantik bleibt dem Nordsachsenligisten dennoch nicht.

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In weniger als zwei Wochen muss die Form wieder stimmen. Die meisten werden wohl hoffen, keine Ehrenrunde in der Verlängerung drehen zu müssen. „Es geht jetzt nicht darum, an technischen oder taktischen Dingen zu feilen, sondern vor allem unsere Spritzigkeit wieder zu steigern “, erzählt Klatte. „Wir müssen ein Fitnesslevel erreichen, mit dem wir das Risiko für Verletzungen minimieren und notfalls auch 120 Minuten gehen können.“

„Die Zweite ist für uns natürlich eher eine Wundertüte“

Der Wille scheint schon mal zu stimmen. Dienstags und donnerstags pflügen bis zu 16 Kicker den Trainingsplatz um. Auch das macht Corona. Früher galt: je größer die Anzahl der zu laufenden Runden um den Platz, desto missmutiger die Trainingsbeteiligung. Gemeinsames Konditionstraining hatte aber bekanntlich lange Inflation. Damit diejenigen, die im zurückliegenden Lockdown vorsichtshalber auch die Laufstrecke mieden, wieder problemlos einen Fuß vor den anderen setzen können, hat der FV extra einen neuen Fitnesstrainer engagiert. Alexander Becker, Sport- und Fitnesskaufmann aus dem Heide Spa Bad Düben, soll die nötigen Körner aus den müden Beinen herauskitzeln. „Wir haben ihm ganz klar gesagt: Du musst uns fit bekommen. Sollte es nicht klappen, haben wir schon unseren Schuldigen“, erzählt Klatte lachend. „Vermutlich werden die Spiele hinten raus entschieden. Wenn du in der zweiten Halbzeit einbrichst, bekommst du schnell mal vier, fünf Buden.“ Mithelfen bei der Pokalmission soll auch Johan Michalczyk. Der Winterneuzugang spielte zuletzt für die A-Jugend des FC Eilenburg in der Landesliga und könnte ähnlich wie einige bisher vereinslose Spieler, die aktuell noch auf ihre Spielberechtigung warten, in den Kader rücken. Kurzfristig organisierte der FV Bad Düben am vergangenen Wochenende noch ein Testspiel gegen die SpG Laußig/Eilenburg.

Da klappte die Angelegenheit auf dem grünes Rasen schon wieder ziemlich prima, Endstand 12:0. In jeder Halbzeit trafen die Kurstädter sechsmal in den gegnerischen Kasten. Klatte: „Es war gut, dass wir zumindest einmal auf Großfeld testen konnten. Das ist einfach vom Raumgefühl etwas ganz anderes als ein Abschlussspiel beim Training auf Kleinfeld.“

Wie Pokalkontrahent Hartenfels Torgau im Viertelfinale auflaufen wird, ist für die Schwarz-Weißen unterdessen schwer vorauszusagen. „Gegen Torgaus Erste haben wir noch gekickt, bevor sie in die Landesklasse aufgestiegen sind. Da wusste man immer, dass etwas Solides dahintersteht“, erinnert sich Klatte. „Die Zweite ist für uns natürlich eher eine Wundertüte. Es ist nicht vorherzusagen, wer bei ihnen vielleicht dazugekommen ist.“ Zumindest die Ausgangssituation spricht für Bad Düben. Gegen den Kreisligisten geht der eine Liga höher spielende FV als Favorit in ein lange für unmöglich gehaltenes Pokalmatch. Patrick Klatte weiß dennoch um die Ungewissheit nach langer Auszeit: „Natürlich würden wir ein Pokalfinale gern mitnehmen, aber jetzt schauen wir erstmal kurzfristig auf das Viertelfinale.“