27. März 2022 / 14:59 Uhr

Nächster Mühlenbeck-Coup im Elfmeter-Krimi vor fast 400 Zuschauern (mit Galerie)

Nächster Mühlenbeck-Coup im Elfmeter-Krimi vor fast 400 Zuschauern (mit Galerie)

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Mühlenbeck-Schlussmann Oskar Wolff avancierte zum Matchwinner. Im Elfmeterschießen parierte er den entscheidenden Versuch.
Mühlenbeck-Schlussmann Oskar Wolff avancierte zum Matchwinner. Im Elfmeterschießen parierte er den entscheidenden Versuch. © Robert Roeske
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Kreispokal Oberhavel/Barnim: Der Kreisligist schmeißt die klassenhöheren Bergfelder aus dem Pokal und steht im Halbfinale – Favoritensiege für Zepernick und Schönow.

Die Pokalparty in Mühlenbeck war lang. „Ich bin um drei Uhr gegangen“, gestand Dennis Reicke. Der Trainer der SVM-Fußballer stand am Sonntagvormittag aber schon wieder pflichtbewusst am Sportplatz, um die Kabinen aufzuräumen. „Es sieht immer noch schlimm aus“, sagte er lachend. Scheinbar war die Nacht für seine Spieler nach dem sensationellen 7:6-Triumph nach Elfmeterschießen im Viertelfinale des Fußball-Kreispokals gegen den Kreisoberligisten Grün-Weiß Bergfelde noch etwas kürzer.

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Verdient aber waren die Feierlichkeiten allemal, schließlich ist der SV Mühlenbeck als Kreisligist die Überraschung dieser Pokal-Saison – und noch dazu ein Favoritenschreck. „Wir haben uns vorher schon eine Chance ausgerechnet“, sagte Reicke. Zum Ortsnachbarn pflege man an sich ein gutes Verhältnis, im Winter nutzten die Bergfelder häufig den Mühlenbecker Kunstrasenplatz fürs Training. „Aber im Internet haben sie ja schon die ganze Woche ein bisschen gestänkert, darum waren wir schon sehr motiviert“, so der SVM-Coach. Fast 400 Zuschauer – auch viele Fans der Gäste – sorgten am Sonnabendnachmittag für Volksfeststimmung an der Mühlenbecker Schule.

In Bildern: SV Mühlenbeck besiegt Grün-Weiß Bergfelde nach Elfmeterschießen.

<b>SV Mühlenbeck – Grün-Weiß Bergfelde 7:6 (2:2, 3:3) nach Elfmeterschießen.</b> Tore: 0:1 Rene Retkowski (20.), 0:2 Andre Neue (33.), 1:2, 2:2 Bastian Kulk (64., 71.), 3:2 Paul Michael Franzen (99.), 3:3 Tom Thiele (116.). Tore im Elfmeterschießen: Sergej Krasnikov, Oemer Burak Koc, Kulk, Aurel Hameister - Sebastian Buchholz, Neue, Thiele. Zuschauer: 350. Zur Galerie
SV Mühlenbeck – Grün-Weiß Bergfelde 7:6 (2:2, 3:3) nach Elfmeterschießen. Tore: 0:1 Rene Retkowski (20.), 0:2 Andre Neue (33.), 1:2, 2:2 Bastian Kulk (64., 71.), 3:2 Paul Michael Franzen (99.), 3:3 Tom Thiele (116.). Tore im Elfmeterschießen: Sergej Krasnikov, Oemer Burak Koc, Kulk, Aurel Hameister - Sebastian Buchholz, Neue, Thiele. Zuschauer: 350. © Robert Roeske

Zumindest beim heimischen Anhang war die gute Stimmung dann aber erstmal dahin: Rene Retkowski (20. Minute) und Andre Neue (33.) schossen Bergfelde mit 2:0 in Front. „Es war eine Achterbahnfahrt“, fasste Gästetrainer Burak Benli zusammen. „Wir hatten alles im Griff. Der Knackpunkt war vielleicht, dass wir nicht das 3:0 machen“, so der Bergfelder. Bei einem weiteren Treffer entschied der Schiedsrichter auf Abseits. Benli meldet Zweifel an. Auch eine Handsituation im Mühlenbecker Strafraum habe es gegeben. Ein schlechter Verlierer will der Grün-Weiß-Coach aber nicht sein. „Mühlenbeck hat es sich am Ende einfach auch verdient.“ Die Platzherren hätten sich gut reingekämpft, zwei „wunderschöne Tore“ erzielt. Bastian Kulk egalisierte mit einem Doppelschlag den Spielstand (64./71.). „20 Minuten haben wir die Kontrolle verloren, das hat gereicht“, ärgerte sich Benli.

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So ging es in die Verlängerung. Da legte Paul Michael Franzen für den SVM vor (99.). „Meine Mannschaft hat viel Moral gezeigt“, so der Bergfelder Trainer. Der Lohn: das 3:3 durch Tom Thiele vier Minuten vor dem Ende der Overtime.

Ein Viertelfinale ist noch offen

Also musste die Entscheidung in diesem Pokal-Viertelfinale vom Elfmeterpunkt fallen. „Ich war sogar ein bisschen erstaunt, dass meine Spieler so sicher verwandelt haben, weil wir das nicht mal geübt haben“, freute sich Dennis Reicke. Bei den Gästen aus Bergfelde hingegen stand in der Woche zuvor Strafstoßschießen auf dem Trainingsplan. „Die, die verschossen haben, sind sonst ganz sichere Schützen“, wunderte sich Benli. Für Mühlenbeck vergab ausgerechnet Hannes Stier. „Der war vorher unser bester Mann und hat uns erst so weit gebracht“, so Reicke. Beim entscheidenden Versuch war SVM-Torwart Oskar Wolff zur Stelle – und der Jubel kannte keine Grenzen mehr.

„Es war eine Riesenparty auf dem Platz“, so der Mühlenbecker Trainer. Auch Burak Benli lobt: „Es war eine super Stimmung, jederzeit fair, das hat allen Spaß gemacht.“ Für Mühlenbeck geht das Pokal-Abenteuer weiter. Mögliche Gegner sind Landesklasse-Topteam Einheit Zepernick (2:0 gegen Blau-Weiß Leegebruch) oder Kreisoberligist Rot-Weiß Schönow (2:0 gegen Oberkrämer II), die ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. Der vierte Halbfinalist wird zwischen den Reserven des TuS Sachsenhausen und des FC 98 Hennigsdorf am 6. April ermittelt. Die Partie fiel coronabedingt aus. Egal, wie der Gegner heißt: „Wir geben wieder alles“, versprach Dennis Reicke.

Frauen-Finale mit Füchsen und SVF

Das Duell für das Fußball-Kreispokal-Finale der Frauen ist perfekt: Es kommt zur Neuauflage des Endspiels von 2021 zwischen den Falkenthaler Füchsen und dem SV Friedrichsthal. Die Füchse-Frauen setzten sich am Freitag 4:1 (3:0) gegen Grün-Weiss Ahrensfelde durch. Titelverteidiger SV Friedrichsthal, der das Finale der Vorsaison 4:2 gewann, zog Sonntag mit 2:0 gegen Eintracht Bötzow nach.