01. Oktober 2020 / 23:04 Uhr

Irrer Pokalfight zwischen dem TSV Bargteheide und SSV Pölitz wird in der Verlängerung entschieden

Irrer Pokalfight zwischen dem TSV Bargteheide und SSV Pölitz wird in der Verlängerung entschieden

Paul Schubert
Lübecker Nachrichten
Der SSV Pölitz gibt trotz Überzahl ab der 1. Minute den Sieg aus der Hand und verliert in der Verlängerung.
Der SSV Pölitz gibt trotz Überzahl ab der 1. Minute den Sieg aus der Hand und verliert in der Verlängerung. © Agentur 54°
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In der zweiten Achtelfinal-Partie des Abends im Stormarner Kreispokal setzte sich die SG Elmenhorst/Tremsbüttel erwartungsgemäß gegen den Bargfelder SV durch

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TSV Bargteheide - SSV Pölitz 4:2 n.V.

Die Fußball-Floskel "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!" traf wahrscheinlich selten so gut zu wie auf die Achtelfinal-Begegnung zwischen den beiden Verbandsligisten TSV Bargteheide und dem SSV Pölitz. Eine glatt Rote Karte, drei Gelb-Rote Karten, sieben Gelbe Kartons, Verlängerung, Spiel gedreht. Diese Partie hatte alles zu bieten. Spektakulär ging es direkt in der ersten Minute los, als Bargteheides Julius Schmalfeldt (1.) nach zwölf Sekunden einen Torschuss mit den Händen blockte. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Bennet Kallenbach (2.) eiskalt unten rechts zum 1:0.

Mit zehn gegen zehn in die Verlängerung

Doch Bargteheide zeigte sich von dem frühen Rückstand und der Unterzahl nicht geschockt und konnte in Person von Jannis Rieger (17.) in der 17. Minute zum 1:1 nach einer Flanke ausgleichen. Allerdings machte sich der Gastgeber in der 30. Minute das Leben selbst schwer, als Jonas Klaus (30.) nach einem schwerwiegenden Fehlpass in der Defensive das 2:1 für Pölitz erzielen konnte. Bis zehn Minuten vor Schluss sah es so aus, als könnte Pölitz die knappe Führung über die Zeit bringen. Doch Lenn Postel (80.) ließ die Hoffnungen der Bargteheider auf den Viertelfinal-Einzug mit einem Kopfballtor nach einer Flanke wieder aufkeimen. Nur eine Minute später sah der eingewechselte Pölitzer Till Knifka (81.) die Gelb-Rote Karte. Mit zehn gegen zehn ging es in die Verlängerung.

Postel dreht mit Doppelpack das Spiel

Dort war es erneut Postel (96.) der nach einem Solo über die rechte Seite ins lange Eck vollenden konnte und zum Matchwinner avancierte. Nach einer weiteren Gelb-Roten für Masood Hamdart (113.) spielte Bargteheide die letzten sieben Minuten in Überzahl und konnte diese mit einem Kontertreffer von Jan Schulz (118.) zum 4:2 Endstand nutzen. Louis Hinze vom TSV (120.) sorgte mit einem Handspiel in der letzte Minute und der daraus resultierenden roten Karten nach Doppel-Gelb dafür, dass am Ende nur noch 18 statt 22 Akteure auf dem Platz standen. Dieses Pokalspiel dürfte allen Zuschauern und Spielern noch lange im Gedächtnis bleiben.

Prempeh spricht von unnötigem Ausgleichstreffer

Marvin Prempeh, Trainer des SSV Pölitz, resümiert: "Wir haben es verpasst in Überzahl das 3:1 zu machen, damit wäre das Spiel gelaufen gewesen. Stattdessen haben wir ein unnötigen Ausgleichstreffer kassiert und zum Schluss hin auch noch die zwei Roten Karten. Der Pokal hat halt seine eigene Gesetze. Das hat dieses Spiel mal wieder bewiesen."

Die Aufstellungen:

Bargteheide: Amenda - Jüttner (46. Seifert), Schmalfeldt, Schermer, Naward, Lemanski (105. Thane), Rieger (90.+3 Schulz), Postel, Henk, Chismatullin (78. Timmermann), Hinze

Pölitz: Healey - Peemöller, Bello, Klaus (48. Saul), Kallenbach (56. Knifka), Kouzian, Peters, Hamdart, Ückert, Kähler, Lessau

Bargfelder SV - SG Elmenhorst/Tremsbüttel 0:2

Im zweiten Duell des Abends ging es weniger hektisch und spektakulär zu als bei Bargteheide und Pölitz. Die neu gegründete Spielgemeinschaft Elmenhorst/Tremsbüttel setzte sich souverän mit 2:0 gegen den Kreisligisten Bargfelder SV durch. Wie dem SSV Pölitz gelang auch der SG ein Blitzstart nachdem Sebastian Haupt bereits in Minute 1. die 1:0 Führung erzielte. Der nächste Treffer ließ gerade einmal 10. Minuten auf sich warten, als Frederik Kühn in der 11. Minute zum 2:0 netzte. Zu einem Debakel für Bargfelde kam es allerdings nicht. Denn Elmenhorst/Tremsbüttel verwertete hochkarätige Chancen zum 3:0 nicht und verwaltete das Spiel in Hälfte zwei nur noch. Eine Handvoll Konterchancen auf Seiten der Bargfelder führten nicht zum 1:2 Anschlusstreffer.

"Der Ligabetrieb ist für uns wichtiger"

Marc Mandel, Coach der SG, zeigt sich nach der Pokal-Partie zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Wir haben vor dem Spiel auf sieben Positionen getauscht. Wir wussten nicht, ob wir gut in die Partie kommen. Im Großen und Ganzen haben wir dann verdient gewonnen. Der Sieg war nie wirklich gefährdet. Mich hat es gefreut, dass einige Spieler gezeigt haben, dass sie auch im Ligabetrieb in die Startelf wollen. Der Fokus liegt ab morgen auf dem Punktespiel am Sonntag. Der Ligabetrieb ist für uns wichtiger."

Die Aufstellungen:

Bargfelde: Ernst - Piworus, Grinzinger, Finn Tägert, Luca Tägert, Henk (70. Sparr), Meydaner (46. Kuhlmeier), Scheel, Rüder, Jahn, Becker (70. Roehrs)

Elmenhorst/Tremsbüttel: Kapffer - Dietl (77. Hajdini), Gaycken, Kryniecki, Kühn, Haupt, Timm (62. Kinnigkeit), Splieth (62. Adam), Jan-Ole Hansen, Habeck, Mathis Hansen