22. Februar 2021 / 17:15 Uhr

Kreissportbund im Leipziger Land arbeitet mit Hochdruck an der Zeit nach der Pandemie

Kreissportbund im Leipziger Land arbeitet mit Hochdruck an der Zeit nach der Pandemie

Marc Bohländer
Leipziger Volkszeitung
Der Coronavirus beschert den Hobbysportlern aus der Region weiter eine schwere Zeit.
Der Coronavirus beschert den Hobbysportlern aus der Region weiter eine schwere Zeit. © imago images/Noah Wedel
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Geschäftsführer René Schober hofft auf „Rückhol-Effekte“ und auf wieder steigende Mitgliederzahlen, sobald die Pandemie eingedämmt ist.

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Naunhof. Wie alle anderen Lebensbereiche leidet auch der Breitensport unvermindert an den Folgen der Corona-Pandemie. Zuletzt gab es schaurige Zahlen aus dem benachbarten Nordsachsen zu registrieren: Der dortige Kreissportbund vermeldete für das Jahr 2020 satte 1200 Austritte. In ganz Mitteldeutschland beliefen sich die Austritte laut Zahlen des Mitteldeutschen Rundfunks auf 46.500 – eine stattliche Zahl.

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„Hatten durchgängig steigende Mitgliederzahlen“

Leider tanzt auch der heimische Kreissportbund Leipziger Land mit rund 1120 Austritten nicht wirklich aus der Reihe. Rund 2,5 Prozent weniger Mitglieder wurden bei der aktuell durchgeführten Bestandsmeldung von den Sportvereinen gemeldet. Geschäftsführer René Schober erklärt: „Darunter fallen 60 Prozent Kinder. Wir hoffen auf Rückhol-Effekte und dass Eltern ihre Kinder wieder zum Jugendsport schicken, sobald dies möglich ist.“

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Schober zufolge sind diese Zahlen ein klarer Einbruch: „In den letzten sechs, sieben Jahren hatten wir durchgängig steigende Mitgliederzahlen – das hatte vor allem auch mit dem generell steigenden Gesundheitsbewusstsein in der Gesellschaft und den tollen Sportangeboten unserer Vereine zu tun.“

„E-Sports enger einbinden“

Auch wenn die negativen Zahlen für 2020 auf den ersten Blick frappierend sind, bleibt Schober optimistisch und relativiert: „Wir glauben daran, dass die Tendenz sich wieder umkehren kann. Gerade für Kinder ist der Sport in den Verein als sozialer Entwicklungsraum immens wichtig. Außerdem gibt es durchaus auch Vereine, die im vergangenen Jahr einen Mitgliederzuwachs verzeichnet haben.“

Auch die Konkurrenz in Form von Spielkonsole, TV und Computer sei nicht wirklich eine: „Wir hoffen, dass die Vereine die Situation als Chance verstehen und zum Beispiel E-Sports enger einbinden.“ Ein erfolgreiches Beispiel sei der AS Saxonia in Naunhof, wo sich virtueller und „echter“ Sport in Kombination abwechseln.

Manche haben die Segel bereits gestrichen

Wie es generell mit dem Breiten- und Amateursport im Kreis weitergeht, steht allerdings weiter in den Sternen. „Es bleibt alles verzwickt“, so Schober, „aber wir arbeiten mit Hochdruck an der Zeit nach der Pandemie und werden vorbereitet sein. Wir haben Hoffnung, dass alle wieder zum Sport finden.“ Das wäre auch bitter nötig, denn laut dem Geschäftsführer drohen sonst Strukturen wegzubrechen – falls es diese nicht schon sind. Schober macht klar: „Die Forderungen nach Öffnungen im Sport sind verständlich. Wenn über die nächsten Lockerungen gesprochen wird, muss die Öffnung des Breitensports ein fester und erster Bestandteil der Lösung sein. Aber wir tragen natürlich alle Schutzmaßnahmen mit – sonst stehen wir im Sommer mit einer dritten Welle da. Was wir brauchen, ist auf jeden Fall eine Perspektive.“

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Outdoor-Training in der Natur und auf den Sportplätzen wieder zu gestatten, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Schober. Aber auch in den Sporthallen sei genug Platz, um unter Beachtung der Hygieneregeln zu trainieren. Die Vereine hatten bereits im ersten Lockdown wirksame Hygienekonzepte entwickelt und könnten diese gut umsetzen.

Ausgeschlossen scheint es indes bereits, dass die heimischen Ligen zu Ende gespielt werden können. Handball, Tischtennis und Volleyball hatten bereits kürzlich die Segel gestrichen. Falls der Fußball nach Ostern wieder rollen sollte, könnte immerhin die Hinrunde plus Pokal noch ausgespielt werden – und somit die Saison halbwegs gerettet werden.