09. Oktober 2020 / 11:22 Uhr

Kreuzbandriss: Wolfsburg-Nationalspielerin Bremer vor dem Saison-Aus!

Kreuzbandriss: Wolfsburg-Nationalspielerin Bremer vor dem Saison-Aus!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Pauline Bremer wird dem VfL mehrere Monate lang fehlen
Pauline Bremer wird dem VfL mehrere Monate lang fehlen © Roland Hermstein
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Schock für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg: Die Verletzung, die sich Pauline Bremer beim 4:0-Sieg gegen Sand zuzog, entpuppte sich als Kreuzbandriss. Für die Nationalspielerin ist die Saison damit wahrscheinlich beendet.

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Die schlimmsten Befürchtungen haben sich leider bestätigt. Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss voraussichtlich bis Saisonende auf Pauline Bremer verzichten. Die Nationalspielerin war beim 4:0-Sieg gegen den SC Sand im Rasen hängengeblieben, musste ausgewechselt werden. Jetzt brachte eine MRT-Untersuchung Gewissheit über die Verletzung: Die 24-Jährige hat sich das vordere Kreuzband sowie das Innenband im rechten Knie gerissen - eine der schwersten Knieverletzungen überhaupt. In der Regel wird bei dieser Art der Bänderverletzung von rund sechs Monaten Ausfallzeit ausgegangen, Bremer könnte damit erst in der Schlussphase der Saison im April/Mai wieder auf dem Platz stehen - wenn überhaupt.

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Nach Ewa Pajor (Knie-OP) und Fridolina Rolfö (Gehirnerschütterung) ist Bremer bereits die dritte wichtige Offensivkraft, die in dieser Saison ausfällt. Während Pajor wohl erst nach der Winterpause wieder dabei sein kann, wird zumindest bei Rolfö früher mit einem Comeback gerechnet. Kleiner Trost für Trainer Stephan Lerch: Mit Svenja Huth, Zsanett Jakabfi oder auch Alexandra Popp hat er weitere Spielerinnen im Kader, die in der Spitze agieren können. Und: Der VfL ist in dieser Saison weniger denn je von einzelnen Torschützinnen abhängig, die 17 Liga-Tore verteilen sich auf zehn Spielerinnen – und Popp zeigte bei ihren fünf Saisontreffern, dass sie nicht unbedingt ganz vorn spielen muss (was sie immer noch liebend gern tut), um treffsicherste Wolfsburgerin zu sein.

Der Ausfall von Bremer (kam vor der Saison von Manchester City) ist dennoch ein Schock und "ein schwerer Schlag für Pauline und für uns alle“, so Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen. Pauline hat sich nach ihrem Wechsel schnell im Team integriert und auch sportlich Fuß gefasst. Umso bitterer, dass wir nun sehr lange auf sie verzichten müssen. Wir werden Pauline in dieser schweren Zeit bestmöglich unterstützen und ihr für den Genesungsprozess die Zeit geben, die sie braucht.“

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Bremer war beim VfL gerade in Tritt gekommen, hatte gegen Sand ihren zweiten Saisontreffer erzielt. Und Tore sind wichtig – denn schon vor dem sechsten Saisonspiel (VfL am Sonntag um 14 Uhr beim SC Freiburg) ahnt Lerch: „Auch das Torverhältnis kann am Ende entscheidend sein – in der vergangenen Saison gingen beide Spiele gegen die Bayern unentschieden aus.“ Was er meint: Sollten sich der VfL und Rivale Bayern keine Blöße gegen die anderen Klubs geben und im direkten Duell erneut keinen Sieger ermitteln, ist jedes Tor wertvoll.

Aktuell sind der VfL (17:1 Tore) und der FC Bayern (16:0 Tore) verlustpunktfrei gleichauf, dahinter kristallisieren sich Turbine Potsdam und Eintracht Frankfurt als Verfolger-Duo heraus. Vor dem direkten Duell am neunten Spieltag (15. November) müssen beide Top-Teams noch gegen Potsdam ran, der VfL direkt in der Woche vor dem Spitzenspiel gegen die Bayern, die Münchnerinnen schon am 18. Oktober.