06. November 2021 / 14:15 Uhr

Die erste Krise? Unruhe bei RB Leipzig vor dem Bundesliga-Duell mit Borussia Dortmund

Die erste Krise? Unruhe bei RB Leipzig vor dem Bundesliga-Duell mit Borussia Dortmund

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei RB Leipzig bahnt sich die erste richtige Krise vor dem Duell mit Borussia Dortmund an. 
Bei RB Leipzig bahnt sich die erste richtige Krise vor dem Duell mit Borussia Dortmund an.  © IMAGO/Matthias Koch/Christian Schroedter (Montage)
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Unter der Woche wurde das Champions-League-Aus von RB Leipzig besiegelt. Auch in der Liga laufen die "Bullen" ihren Ansprüchen weiterhin hinterher. Ein Sieg am Samstag gegen Borussia Dortmund ist schon fast Pflicht, um die erste handfeste Krise der Vereinsgeschichte abzuwenden. 

Am Mittwoch war vorzeitig Schluss. Mit einem achtbaren 2:2 gegen das Starensemble von Paris Saint-Germain verabschiedete sich RB Leipzig nach dem vierten Spieltag aus der Champions League. In den verbleibenden zwei Partien geht es nun darum, zumindest Platz drei und das europäische Überwintern zu sichern.

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Auch in der Bundesliga läuft es nicht so richtig rund. Mit dem neuen Trainer Jesse Marsch liegen die "Bullen" auf Rang acht nach zehn Spieltagen bereits zehn Zähler hinter Tabellenführer Bayern München und neun hinter dem heutigen Gegner Borussia Dortmund (18.30 Uhr, Sky). "Es ist Zeit, gegen eine Spitzenmannschaft den maximalen Erfolg einzufahren", fordert der US-Coach. Zwar steht der Nachfolger von Julian Nagelsmann (noch) keineswegs zur Debatte, dennoch ist es unruhig im verwöhnten RB-Umfeld, in dem man solche Phasen nicht gewohnt ist. Denn seit der Gründung 2009 ging es eigentlich fast durchgehend nur nach oben.

Und wo es unruhig ist, da ist meist auch Kritik zu hören – und die geht nicht nur in Richtung des Bundesliga-Novizen auf der Trainerbank, ganz im Gegenteil. Schließlich hat Marsch die undankbare Aufgabe, die hohen Klubansprüche trotz der Abgänge dreier Leistungsträger wie Dayot Upamecano, Kapitän Marcel Sabitzer und Ibrahima Konaté erfüllen zu müssen.

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Fehlendes Zeichen der Stärke im Sommer

Außerdem gibt es nicht wenige Stimmen, die sich auch in der Personalie Nagelsmann einen größeren Kampfgeist der Leipziger Bosse gewünscht hätten. Immerhin besaß dieser noch einen Vertrag bis 2023, ohne Ausstiegsklausel. Trotzdem ließ man eine der wichtigsten Figuren im sportlichen RB-Konstrukt ausgerechnet (wenn auch gegen eine stattliche Ablöse von rund 20 Millionen Euro) nach München ziehen, seine geschätzten Assistenten Xaver Zembrod sowie Dino Toppmöller und Abwehrboss Upamecano gleich mit.

Dass die Verantwortlichen es später dann auch noch zuließen, dass Sabitzer zum Rekordmeister abwanderte, sorgt bis heute für Kopfschütteln in der Mannschaft. Ein Zeichen der Stärke an die Konkurrenz zu senden sieht anders aus, finden viele.

Das Duell gegen den BVB ist seit dem Leipziger Bundesliga-Aufstieg aus verschiedenen Gründen höchst brisant. Die so unterschiedlichen Klubs kämpfen um die Position hinter dem enteilten Abomeister. In den vergangenen vier Jahren wurden beide zweimal Zweiter, Dortmund gewann zweimal den Pokal (2017, 2021), RB schaffte es 2020 bis ins Halbfinale der Königsklasse. Gegen RB ist der BVB seit sieben Spielen ungeschlagen, gewann die letzten drei. Sollte der vierte Streich folgen, droht Leipzig und Marsch ein ungemütlicher Winter.