30. Mai 2020 / 21:29 Uhr

Kommentar zur Krise des FC Schalke 04: Die Hinrunde wird S04 retten, aber Wagner wohl nicht

Kommentar zur Krise des FC Schalke 04: Die Hinrunde wird S04 retten, aber Wagner wohl nicht

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
David Wagner erlebt mit Schalke 04 gerade eine beispiellose Krise. SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic bezweifelt, dass der Trainer der Zukunft David Wagner heißt.
David Wagner erlebt mit Schalke 04 gerade eine beispiellose Krise. SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic bezweifelt, dass der Trainer der Zukunft David Wagner heißt. © imago images/Pool
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Der FC Schalke 04 ist aktuell ein Schatten seiner selbst: Keine Torchancen, kaum Ballbesitz, keine Spielidee. Die Gelsenkirchener können froh sein, eine passable Hinrunde gespielt zu haben, ansonsten wären sie jetzt Abstiegskandidat Nummer eins. Ob Schalkes Trainer der Zukunft David Wagner heißen wird, darf bezweifelt werden, meint SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic.

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Wissen Sie, welche Mannschaft aktuell die erfolgloseste der Rückrunde ist? Wenn Sie auf den Tabellenletzten SC Paderborn tippen, liegen Sie falsch - es ist der FC Schalke 04. Nur sieben Punkte aus zwölf Spielen, dazu eine Serie von elf sieglosen Partien in Folge. So schlecht war S04 zuletzt in der Saison 1996/97. Nur die 30 in der Hinrunde gesammelten Punkte verhindern aktuell, dass Schalke langsam aber sicher Richtung Abstieg taumelt.

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Die jüngsten Leistungen der Königsblauen wie jetzt beim 0:1 im Heimspiel gegen Werder Bremen (Tabellen-Vorletzter) sind ein Offenbarungseid und nach der starken Hinserie kaum zu erklären. Weniger als 30 Prozent Ballbesitz, Angsthasen-Fußball in der Defensive, kein Zug zum Tor in der Offensive. Schalke-Trainer David Wagner hat dem Team mit seiner destruktiven Defensiv-Taktik in den letzten beiden Spielen den letzten Funken der Malocher-Mentalität, für den der Klub seit jeher steht, genommen.

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David Wagner strahlt bei Schalke 04 keine Souveränität mehr aus

Kein Elan, kein Vertrauen, keine Stabilität: Das gilt sowohl für die Spieler auf dem Platz als auch für den Trainer. Der zu Saisonbeginn als Hoffnungsträger verpflichtete Wagner strahlt keine Souveränität mehr aus. Vier Torwart-Wechsel in einer Saison sind schlichtweg zu viel. Die Änderungen im Tor und an der Taktik wirken ein wie Hilferuf. Wo ist bloß die Form der Hinrunde geblieben? Wo ist die Konstanz?

Die unter der Woche von Wagner genannte Begründung, dass das Team zu einer anderen Spielweise „nicht in der Lage“ sei, sollte vor allem die (noch) geduldigen Schalke-Bosse zudem hellhörig werden lassen. Denn genau das ist eigentlich Wagners Job: Die Mannschaft so zu formen, dass sie fähig ist in jedem System, unter dem sich Wagner Erfolg verspricht, zu spielen. Nicht die Spieler sollten die Taktik bestimmen, sondern der Coach.

Fest steht: Mit zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz fünf Spieltage vor Schluss dürfte Schalke Ende Juni mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Ob der Trainer für die Schalker Zukunft aber David Wagner heißt, darf angesichts der aktuellen Leistungen bezweifelt werden.