11. Oktober 2020 / 07:11 Uhr

Kritik am Spielaufbau des DFB-Teams – Schweinsteiger bemängelt: "Das Spiel lahmt"

Kritik am Spielaufbau des DFB-Teams – Schweinsteiger bemängelt: "Das Spiel lahmt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Joshua Kimmich musste sich die Bälle immer wieder aus der Abwehr holen. Aus Sicht von Bastian Schweinsteiger (r.) fehlt dem Spiel des DFB ein klarer Plan im Aufbau.
Joshua Kimmich musste sich die Bälle immer wieder aus der Abwehr holen. Aus Sicht von Bastian Schweinsteiger (r.) fehlt dem Spiel des DFB ein klarer Plan im Aufbau. © Getty
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Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger kritisierte nach dem 2:1-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft in der Ukraine den schleppenden Spielaufbau der Elf von Joachim Löw. Auch der Bundestrainer fordert mehr Engagement von seinen Verteidigern.

Endlich hat es für die deutsche Nationalmannschaft mit dem ersten Sieg im Jahr 2020 geklappt – doch wirklich souverän war es am Ende nicht. Zwar gewann die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw mit 2:1 in Kiew gegen die Ukraine, doch offenbarte sie größere Mängel im Aufbauspiel. Dieses wurde nach der Partie von Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger kritisiert und auch Löw gestand Fehler ein.

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"Das ist ein Thema bei uns. Wenn wir hinten mit drei Spielern spielen, müssen wir aktiv sein, Gegner binden und die Pässe nach vorn spielen. Wir haben manchmal zu viele Bälle weit nach vorn gespielt. Wir hätten mehr kurze Pässe spielen müssen. Die Bälle waren lang unterwegs", kritisierte Löw seine Dreierkette um den Torschützen Matthias Ginter, den Vorbereiter Antonio Rüdiger und Bayern-Star Niklas Süle. Sie alle offenbarten Schwächen im Aufbau. Anders als zu Zeiten von Mats Hummels oder Jerome Boateng fehlten nämlich wieder einmal die spieleröffnenden Pässe.

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Genau das hatte Trainer-Legende Arsene Wenger bereits im Vorfeld der Partie in der ARD-Sendung Sportschau Thema bemängelt. "Deutschland hat keine großen Spieler im Aufbau und auch keinen Mittelstürmer mehr von internationaler Klasse", sagte der Franzose, der die Probleme aufzeigt: "Historisch hatte der DFB immer gute Spieler im Aufbau. Das ist heute nicht mehr der Fall." Das war auch am Samstag in Kiew gut zu sehen. Immer wieder mussten die Mittelfeldspieler Joshua Kimmich und Toni Kroos die Bälle weit in der eigenen Hälfte abholen und nach vorn tragen.

Aufbauspiel des DFB-Teams zu statisch

Ein Unding für Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, der inzwischen für die ARD als Experte fungiert. "Das Spiel mit Ball lahmt so. Kroos und Kimmich haben sich zu tief fallen lassen und mussten das Aufbauspiel übernehmen", so der langjährige DFB-Kapitän. "Diese Spieler fehlen dann im nächsten Drittel und im gegnerischen Sechzehner." Erst in der zweiten Halbzeit machte die DFB-Elf das besser, als sich Ginter immer häufiger ins Aufbauspiel einbrachte, indem er weiter auf die Außenposition rückte.

Es fiel zudem auf, dass durch die Dreierkette eine Anspielstation im vorderen Drittel fehlte. Lange Zeit hing Serge Gnarby, der von Löw als einzige Spitze aufgeboten wurde, etwas in der Luft. Anspielstationen gab es wenig, im Mittelfeld fand kaum Bewegung statt. Auch das löste sich erst auf, nachdem sich Ginter häufiger nach vorn einschaltete. Deshalb sagte Gnabry nach dem Spiel in der ARD: "Wenn wir noch einen vorn drin haben, fällt es uns leichter, vorn zu kombinieren." Das befand auch Schweinsteiger. "Wir hätten nicht immer drei Innenverteidiger gebracht. Da hat man noch Spielraum, um sich das Leben einfach zu machen", sagte er.