11. Juni 2019 / 18:22 Uhr

Kritik am Brandenburger Spielplan: Warum endet die Saison so spät?

Kritik am Brandenburger Spielplan: Warum endet die Saison so spät?

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Der MSV Neuruppin (blaue Trikots) und der Oranienburger FC spielen beide in der Brandenburgliga.
Der MSV Neuruppin (blaue Trikots) und der Oranienburger FC spielen beide in der Brandenburgliga. © Marius Böttcher
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Brandenburger Fußball: Vereine kritisieren die lange Saison bis Ende Juni, wodurch die Sommerpause nur kurz ist. Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) begründet dies mit den spielfreien Feiertagen und den nicht kalkulierbaren Wetterbedingungen.

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Der RSV Eintracht versuchte, sich einfach selbst zu helfen. Das Punktspiel gegen Stahl Brandenburg verlegte der Landesliga-Nord-Meister vom letzten Spieltag am 22. Juni auf Ende Mai vor. Am liebsten hätte der Tabellenführer auch das vorletzte Spiel gegen den SV Zehdenick vorverlegt, um die Sommerpause für seine Kicker noch etwas zu verlängern. „Die Saison zieht sich ungemein“, kritisiert RSV-Trainer Patrick Hinze den Rahmenterminplan des Fußball-Landesverbands Brandenburg (FLB).

Tag des Landespokals wieder Spieltag

Die Gründe dafür sieht Hinze in den vielen spielfreien Wochenenden. „Wenn man jedes Ferienwochenende freilässt, braucht man sich nicht zu wundern, dass sich die Saison so in die Länge zieht“, sagt er. Außerdem hätten am Wochenende des Landespokalfinales alle Teams spielfrei gehabt, „obwohl man davon ausgehen kann, dass 95 Prozent der Teams nicht im Finale stehen werden. Den Tag kann man auch als Spieltag verwenden.“ So wird es in der Saison 2019/20 auch wieder sein.

An diesen Daten enden die Saisons in allen 21 Fußball-Landesverbänden

Fußball-Landesverband Baden: Erst- und Zweitligisten müssen jeweils 15 Schiedsrichter stellen, Dritt- und Regionalligisten 10. Ober- und Verbandsligisten müssen jeweils 7 Unparteiische melden, Landesliga bis Kreisliga je 5. In den Kreisklassen müssen pro Mannschaft 2 Schiris gestellt werden. Für jede weitere in Konkurrenz spielende Mannschaft ist ein weiterer SR zu stellen. Dies gilt auch für Frauenmannschaften. Zur Galerie
Fußball-Landesverband Baden: Erst- und Zweitligisten müssen jeweils 15 Schiedsrichter stellen, Dritt- und Regionalligisten 10. Ober- und Verbandsligisten müssen jeweils 7 Unparteiische melden, Landesliga bis Kreisliga je 5. In den Kreisklassen müssen pro Mannschaft 2 Schiris gestellt werden. Für jede weitere in Konkurrenz spielende Mannschaft ist ein weiterer SR zu stellen. Dies gilt auch für Frauenmannschaften. © Imago
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Hinzes Vorschlag: „An Himmelfahrt hätte man beispielsweise auch Donnerstag und Sonntag spielen können, dann wäre die Saison zwei Wochen früher durch. Und wenn jemand mit der Familie wegfahren will, dann ist das das Problem jedes einzelnen, dann takte ich mir das mit ein. Außerdem hat man an Pfingsten und Himmelfahrt den Vorteil, dass mehr Zuschauer kommen als sonst“, zählt Hinze die Vorteile auf.

Ostern und Pfingsten immer spielfrei

Beim FLB sieht man das dagegen etwas anders. „Unsere Prämisse ist es immer, dass wir an Ostern und Pfingsten keine offiziellen Spieltage ansetzen“, sagt Martin Hagemeister, beim Verband unter anderem für den Spielbetrieb der Herren zuständig. Außerdem sei es der Wunsch vieler Vereine, lieber im Sommer zu spielen, sagt Hagemeister. In diesem Jahr lag Pfingsten zudem ungünstig für die Terminplaner, „wir wollten nicht die beiden letzten Spieltage zerreißen“ – also nach Pfingsten nur noch einen statt zwei Spieltage zu haben.

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Schon Ende Mai hatte Enis Djerlek, Trainer des Oranienburger FC, den Spielplan kritisiert. „Wir haben 21 Landesverbände in Deutschland und unser Landesverband ist derjenige, der mit dem letzten Spieltag am 22. Juni am spätesten aufhört. Das ist unfassbar und nicht nachzuvollziehen. Die Pause ist demnach extrem kurz und ich weiß nicht warum. Man hätte schon längst die Saison durchspielen können“, sagte der Trainer des Brandenburgligisten dem SPORTBUZZER. Tatsächlich ist Brandenburg – zusammen mit Sachsen – am spätestens dran. In Hamburg endete die Saison beispielsweise fünf Wochen früher – und das bei 18 Teams in der höchsten Liga des Verbandes. „Grundsätzlich kann man Hamburg nicht mit uns vergleichen, sie haben viel kürzere Fahrtwege“, sagt Hagemeister.

Außerdem sei die Witterung ein wichtiger Grund, warum gerade die Rückrunde erst gegen Ende Februar wieder beginnt. „Wir hätten auch eher anfangen können. Wären dann Spiele ausgefallen, hätte man im ungünstigsten Fall sogar die Saison verlängern müssen“, erklärt Hagemeister. Ähnlich argumentiert Henry Bloch. „Wir konnten dieses Jahr gut im Februar spielen, das vergisst man dann immer, wenn man sagt, man hätte die Saison früher beenden können. Wenn man strikter plant und im Februar wegen des Wetters Spiele ausfallen, dann würden wieder alle sagen, warum plant man so früh“, sagt der Trainer des MSV Neuruppin. Allerdings entkräftet Bloch das Argument der Feiertage nicht. „Natürlich ist es schön, wenn man an Feiertagen Zeit für die Familie hat. Aber alle in meiner Familie wissen, dass ich mit dem Fußball verheiratet bin. Wenn Termine sind, dann bin ich beim Spiel“, sagt Bloch.

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Für Martin Hagemeister kommt die Diskussion dagegen etwas spät auf. „Die Rahmenterminpläne wurden im Januar 2018, also vor eineinhalb Jahren, bei der Staffeltagung den Vereinen vorgestellt“, sagt der 33-Jährige. Da hätte die Möglichkeit bestanden, Einwände vorzubringen, für Vorschläge sei er offen. Er sagt aber auch: „Man kann es eh nicht allen Recht machen.“

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