14. November 2020 / 16:55 Uhr

Kritisches Fazit von Sarstedt-Trainer Marc Vucinovic: "Stehen zu Recht da, wo wir stehen“

Kritisches Fazit von Sarstedt-Trainer Marc Vucinovic: "Stehen zu Recht da, wo wir stehen“

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Sarstedter um Akin Fabian Kilicaslan (links) müssen sich noch strecken.
Die Sarstedter um Akin Fabian Kilicaslan (links) müssen sich noch strecken. © Debbie Jayne Kinsey
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Der Aufsteiger 1. FC Sarstedt steht laut Spielertrainer Marc Vucinovic zu Recht unten in der Tabelle der Landesliga Süd. Seine Mannschaft habe im Vergleich zur Vorsaison zu viel vermissen lassen. An einen möglichen Abstieg glaubt Vucinovic aber dennoch nicht.

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Für die Kicker des 1. FC Sarstedt haben die ersten acht Spiele in der Südstaffel der Landesliga einige Erfahrungen mit sich gebracht, die zuvor als nicht existent betrachtet werden durften. Das Team von Marc Vucinovic war in der Bezirksliga ungeschlagen geblieben und konnte von 16 Begegnungen 15 für sich entscheiden. Sie waren vergangene Saison defensiv kaum zu knacken und in der Offensive glänzend effizient – im neuen sportlichen Umfeld ließ das Team genau das vermissen.

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Das hatte Folgen: In den ersten sieben Partien kassierten die Sarstedter sechs Niederlagen, fuhren dazu noch ein Remis ein. Erst beim 3:0 im letzten Duell vor der Corona-Unterbrechung gegen die SpVgg Bad Pyrmont bejubelte die Elf den ersten Dreier. „Aktuell stehen wir zu Recht da, wo wir stehen“, analysiert der Coach. Allerdings klingt das jetzt schlimmer, als er es gemeint hat. „Wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten, wären auch vier, fünf Punkte mehr drin gewesen.“

Sarstedts Spielertrainer Marc Vucinovic an der Seitenlinie
Sarstedts Spielertrainer Marc Vucinovic an der Seitenlinie © Dennis Michelmann

"Zu viele individuelle Fehler"

Für den etwas stockenden Saisonstart gibt es Gründe. „Erst einmal hatten wir ein paar nicht unwesentliche Verletzte, dazu gibt es drei Spieler, die berufsbedingt nicht regelmäßig trainieren können“, sagt Vucinovic. „In der Bezirksliga hätte es wahrscheinlich trotzdem gereicht, um zu gewinnen.“ Die Kontrahenten in der Landesliga seien zum großen Teil taktisch sehr gut, „eine Klasse tiefer galt das vielleicht für zwei, drei Teams – da basierte vieles auf Zufall“, so der Coach. Mit dem Kader, den er zur Verfügung hat, könne man aber definitiv das Ziel Klassenerhalt erreichen, trotz der Ausfälle.

Aber natürlich liegt es nicht ausschließlich an Personalproblemen. „Wir haben uns zu viele individuelle Fehler geleistet und auch zu oft Gegentore nach Standards gefangen“, kritisiert der Trainer. Es habe defensiv wie offensiv an der nötigen Vororientierung gefehlt. „Da müssen die Jungs einfach schneller im Kopf sein“, sagt der Ex-Profi.

Youngster Grete macht rasante Entwicklung

Erfreulich sei die rasante Entwicklung von Eigengewächs Justin Grete. „Er hat einen Riesensprung gemacht. Und wenn man bedenkt, dass er keine großartige Ausbildung genossen hat und eigentlich noch bei den A-Junioren spielen könnte, ist das echt unglaublich“, sagt Vucinovic. Der junge Innenverteidiger sei für sein Alter schon sehr weit, verfüge über ein gutes Zweikampfverhalten und eine überragende Mentalität. „Und er ist inzwischen auch weniger aufgeregt und am Ball viel ruhiger geworden.“

So unschön der Lockdown sei, so gelegen komme die verfrühte Zwangswinterpause, gibt der Coach zu: „Wir haben sechs, sieben Verletzte – die haben jetzt die Zeit, sich auszukurieren und fit zu werden.“ Personell wird es mit einer Ausnahme keine Veränderungen geben: „Frederic Bokelmann wird uns leider verlassen, weil er einen guten Job in Hamburg gefunden hat. Das ist für uns sportlich bitter, freut uns aber für ihn.“ Grundsätzlich sei nicht vorgesehen, für Ersatz zu sorgen oder anderweitig auf dem Transfermarkt tätig zu werden. „Aber wenn wir etwas hören, was interessant und realisierbar ist, würden wir uns damit natürlich beschäftigen.“

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Er vertraue da ganz auf Manager Matteo Menchise und Vereinschef Viktor Rosenfeld. „Die beiden investieren viel Herzblut, um uns gute Strukturen zu bieten, haben dabei aber nicht nur die erste Herrenmannschaft, sondern immer das große Ganze im Blick“, sagt der Übungsleiter. Auch wenn es Reibungspunkte gebe, sei es stets ein sehr angenehmes Arbeiten. Das gelte auch für das Zusammenspiel mit Co-Trainer Eugen Klein. „Eugen und ich ergänzen uns gut. Er hat oft einen deutlich anderen Blick, sorgt für neue Impulse, und unsere Gespräche über taktische Inhalte, Aufstellung und Trainingsgestaltung sind konstruktiv und zielführend“, sagt Vucinovic. „Ich bin echt froh, ihn an meiner Seite zu haben.“