01. Mai 2022 / 10:06 Uhr

Kronshagen bleibt sieglos und stellt neuen Trainer vor

Kronshagen bleibt sieglos und stellt neuen Trainer vor

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Kronshagens Julian Huchzermeier (Mitte) bekommt den Ball nicht an PSV-Keeper Nico Heuer (re.) vorbei. Links: Benedict Klimmek.
Kronshagens Julian Huchzermeier (Mitte) bekommt den Ball nicht an PSV-Keeper Nico Heuer (re.) vorbei. Links: Benedict Klimmek. © Jan-Phillip Wottge
Anzeige

Der TSV Kronshagen bleibt in der Fußball-Oberliga weiterhin sieglos. Gegen den Abstiegsrundenprimus PSV Neumünster unterlag die Imeri-Elf letztlich unglücklich, weil sie zeitweilig Chancenwucher betrieb, mit 0:2. Abseits des Platzes konnte das Oberliga-Schlusslicht indes Positives zu vermelden: Peter Speth wird zur kommenden Saison neuer Chefcoach und löst Liridon Imeri ab, der bei Inter Türkspor Kiel anheuert.

„Einen muss ich mindestens machen“, sagte Julian Huchzermeier nach dem Schlusspfiff. Binnen drei Minuten vergab Kronshagens zentraler Mittelfeldspieler zwei Hochkaräter (58./62.), als er jeweils freistehend an PSV-Keeper Nico Heuer scheiterte. Doch nicht nur Huchzermeier fehlte gegen die Neumünsteraner das Abschlussglück. Abschlussglück, oder war es vielmehr das Unvermögen eines Abstiegskandidaten? Sechs Großchancen ließen die Gastgeber ungenutzt. Teils sorglos, teils technisch schwach, teils dem schlechten Rasen in Kronshagen geschuldet.

Anzeige

Imeri: „Wir sind in diesen Situationen nicht abgezockt“

TSVK-Coach Liridon Imeri resümierte: „Wir werden nicht mehr abgeschlachtet. Aber aus den Möglichkeiten, die sich uns bieten, muss man einfach mehr machen. Wir sind in diesen Situationen nicht abgezockt.“ Diese Cleverness legten die Gäste an den Tag. Auf dem Kronshagener Rasen, der eher einer frisch gemähten Schlaglochpiste glich, neutralisierten sich beide Teams in der Anfangsphase. Fehlpass hier, Stockfehler da. Der erste präzise vorgetragene Angriff brachte Gefahr. Nach Huchzermeier-Solo kam Thorge Jeß zum Kopfball (26.), der jedoch abgeblockt wurde.

Die Führung: Neumünsters Mika Jöhnck (re.) hebt den Ball artistisch über Kronshagens Torwart Jonas Beckmann (li.).
Die Führung: Neumünsters Mika Jöhnck (re.) hebt den Ball artistisch über Kronshagens Torwart Jonas Beckmann (li.). © Jan-Phillip Wottge

Es war das Signal für die Gäste, dass man bei den sieglosen Kronshagenern nicht im Vorbeigehen die drei Punkte mitnimmt. Nach Steckpass durchs Zentrum überlupfte Neumünsters Mika Jöhnck den zu zögerlichen TSVK-Keeper Jonas Beckmann zum 1:0 (27.). Das Glück blieb dem PSV hold: Schiedsrichter Eike-Robert Kawen ahndete das Foulspiel im Strafraum von Benedict Klimmek an Florian Krege (35.) nicht. „Das passt zu unserer Situation, dass du dann keinen Elfmeter gepfiffen bekommst“, konstatierte Imeri.

Kronshagen haderte, doch der PSV verpasste es, noch vor der Halbzeit für die Vorentscheidung zu sorgen: Timo Barendt (39.), Klimmek (42.) und Marc Barck (43.) konnten den Ball nicht im TSV-Kasten unterbringen. Auch kurz nach der Pause traf Nils Drauschke nach Barck-Flanke nur die Latte (52.). Fortan stockte es im Offensivspiel der Polizisten. Jetzt war der Rückwärtsgang gefragt. Im Minutentakt kreuzte der TSVK in der PSV-Box auf. Huchzermeier luchste Klimmek den Ball, scheiterte jedoch an PSV-Torwart Heuer (58.), der fischte auch einen fiesen Aufsetzer von Krege (60.) aus der Gefahrenzone.

Anzeige

Die Gäste bettelten um den Ausgleich: Heuer rettete gegen Huchzermeier (62.), parierte auch den Nachschuss von Jesper Zanoth (62.). Jeß (66.) und Sebastian Wirth (69.) verfehlten das PSV-Tor nur um Millimeter. Neumünster wankte, fiel aber nicht, sondern setzte den entscheidenden Konter: Tim Möller zog auf und davon, legte quer auf Barendt – 2:0 (86.). Vorbei! „Wir wollten nicht die erste Mannschaft sein, die gegen Kronshagen verliert. Am Ende zählt nur der Sieg, aber wir haben heute vieles nicht richtig gemacht“, wollte PSV-Coach Sven Boy nichts beschönigen.

Peter Speth wird neuer Trainer des TSV Kronshagen

Kronshagener Zukunft (von li.): Co-Trainer Dimitrijus Guscinas, Ligaobmann Jens Köhler, Chefcoach Peter Speth, Co-Trainer Florian Gütschow.
Kronshagener Zukunft (von li.): Co-Trainer Dimitrijus Guscinas, Ligaobmann Jens Köhler, Chefcoach Peter Speth, Co-Trainer Florian Gütschow. © Jan-Phillip Wottge

Derweil stellte der TSV Kronshagen mit Peter Speth den neuen Trainer für die kommende Saison vor. Der 51-Jährige trainiert zurzeit noch die Kronshagener U19 und wird künftig von den ehemaligen Holstein-Profis Dimitrijus Guscinas (Co-Trainer), Michael Frech (Torwarttrainer) sowie dem aktuellen Co-Trainer Florian Gütschow assistiert. „Wir wollen wieder mehr Kontinuität auf dem Trainerstuhl“, sagte Ligaobmann Jens Köhler zur Speth-Verpflichtung.

Anzeige: Erlebe die gesamte Bundesliga mit WOW und DAZN zum Vorteilspreis