27. Juni 2021 / 14:11 Uhr

Krönt sich der 1. FC Phönix Lübeck zum Landespokalsieger?

Krönt sich der 1. FC Phönix Lübeck zum Landespokalsieger?

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Haris Hyseni (l.) ist der Phönix Lübeck-Spieler, den es für Weiche Flensburg zu stoppen gilt.
Haris Hyseni (l.) ist der Phönix Lübeck-Spieler, den es für Weiche Flensburg zu stoppen gilt. © Agentur 54°
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Für den Regionalligisten aus Lübeck geht es im SHFV-Pokalfinale um einen der begehrten Plätze im DFB-Pokal.

Im Landespokal-Finale treffen die Regionalligisten 1. FC Phönix Lübeck und SC Weiche Flensburg 08 aufeinander. Gesucht wird der Nachfolger vom vorjährigen Cupsieger SV Todesfelde, der im Endspiel den VfB Lübeck 3:2 besiegte. Der Anpfiff erfolgt am Sonntag um 16 Uhr im ausverkauften Uwe-Seeler-Fußballpark in Malente.

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Phönix Lübeck gegen FC Bayern München oder Borussia Dortmund?

Der Phönixer Sportchef Frank Salomon spricht von einem besonderen Spiel, das zur Entwicklung des Klubs passen würde. Innerhalb von wenigen Jahren stieg der Traditionsklub wie Phönix aus der Asche von der Siebt- in die Viertklassigkeit auf. Nun sind die Adler nur noch einen Schritt vom DFB-Pokal entfernt. Dort winken lukrative Lose wie Bayern München oder Borussia Dortmund. Die Auslosung erfolgt am 4. Juli. Das Finale sei historisch, betont Salomon. „Wir sehen große Chancen, in den DFB-Pokal einzuziehen. Jetzt wollen wir uns auch in die erste Runde qualifizieren“, sagt er und glaubt, dass der Traum vom „großen Los“ beide Mannschaften anstacheln wird.

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Phönix Gegner Weiche Flensburg Dauergast im Landespokal-Finale

Während die Phönixer zuletzt 1976 im Endspiel standen, haben die Flensburger das Endspiel zum insgesamt sechsten Mal und zum dritten Mal in den letzten vier Jahren erreicht. „Weiche ist die kompakteste Mannschaft im Wettbewerb, auf die wir im Finale hätten treffen können“, sagt Kapitän Nico Fischer. Der 32-jährige Abwehrchef ist der einzige Feldspieler aus dem aktuellen Lübecker Team, der schon einmal in einem Finale des SHFV-Landespokals stand. Mit dem SV Eichede traf er am 25. Mai 2017 auf Holstein Kiel. Trotz einer 2:4-Pleite durften die Stormarner in der ersten Runde im DFB-Pokal antreten (0:4 gegen den 1. FC Kaiserslautern), weil die Kieler als Zweitliga-Aufsteiger automatisch qualifiziert waren.

Corona-Pause als Faktor im SHFV-Pokal-Endspiel?

Von der Papierform scheint der zweifache Titelträger aus Flensburg (1957, 2018) leicht favorisiert zu sein. In der letzten Regionalliga-Saison siegten die Blau-Weiß-Roten dank eines späten Kopfballtreffers von Kapitän Torge Paetow (81.). „In diesem Spiel haben wir gesehen, dass, wenn wir unsere Stärken abrufen, wir auch gegen Weiche eine Chance haben“, sagt Salomon und glaubt, dass die Tagesform entscheiden wird. Das Erreichen des Endspiels sei nicht zuletzt eine Entschädigung für die lange fußballfreie Zeit nach der Coronapause. „Man darf nicht vergessen, dass uns das Endspiel zum Beispiel nicht durch Losentscheid geschenkt wurde, sondern dass wir es sportlich erreicht haben.“

Wird Haris Hyseni zum X-Faktor?

Flensburgs Trainer Thomas Seeliger warnt derweil vor Phönix-Torjäger Haris Hyseni, der seine Mannschaft mit sechs Toren in drei Pokalspielen fast im Alleingang ins Cupfinale geballert hat. „Er ist gefährlich“, sagt der Ex-Bundesliga-Profi und weiß vor allem um die Kopfballstärke des 28-jährigen, robusten Angreifers. Seeliger erwartet ein Spiel auf Augenhöhe. „Das 1:0 in der Regionalliga war mehr als hart erkämpft“, erinnert er sich. „Phönix hat eine kompakte Mannschaft, die Qualität hat. Wir wissen, dass es ein schweres Stück Arbeit werden wird, um den Pokal zu gewinnen. Es werden Nuancen entscheiden.“

Phönix-Neuzugang Graudenz zurück an alter Wirkungsstätte

Nach dem 2:1-Krimi im Halbfinale bei Cupverteidiger Todesfelde klagten einige Spieler über einige Blessuren, Wehwehchen. „Im Training ging es darum, die Jungs wieder körperlich und geistig frisch zu machen. Wir sind positiv gestimmt“, erklärt Seeliger. Für den Lübecker Neuzugang Fabian Graudenz ist es ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Der 29-jährige Ex-Cottbuser spielte von Januar 2018 bis Juli 2020 beim SC Weiche (21 Spiele, vier Tore). Beim 2:1 im Halbfinale beim TSB Flensburg feierte der Mittelfeldspieler sein Pflichtspieldebüt. Sein ehemaliger Mitspieler Dominic Hartmann rechnet mit einem hochmotivierten Gegner, „der nochmal alles raushauen wird. Und auf Haris müssen wir aufpassen. Wenn wir ihn in den Griff bekommen, haben wir gute Chancen“, glaubt der frühere VfBer.


SHFV-Pressesprecher Karsten Tolle über die Rahmenbedingungen

Beide Mannschaften werden von jeweils 100 Fans unterstützt. Die Karten waren sehr schnell vergriffen. Die begrenzte Anzahl an Zuschauern am Finaltag der Herren liegt bei circa 450 Besuchern (einschließlich Ehrengäste, Medienvertreter etc.). „Was der Tatsache geschuldet ist, dass die örtlichen Gegebenheiten in Malente eingeschränkt sind“, erklärt SHFV-Pressesprecher Karsten Tolle. „Wir mussten uns relativ früh entscheiden, wo das Finale stattfindet, um Planungssicherheit zu haben. Gemäß Hygienekonzept dürfen sich nicht mehr Leute dort aufhalten, um auch die nötigen Abstände sicherzustellen.“

Schiedsrichterin Susann Kunkel nimmt ihren Hut - Pokalfinale sogar im Livestream übertragen

Die Partie wird geleitet von Schiedsrichterin Susann Kunkel (SV Eichede). Für die LN-Sportlerin des Jahres 2018 ist es der letzte aktive Auftritt. Assistenten sind Jannik Schneider (VfB Laboe), der schon das Semifinale der Phönixer in Flensburg leitete, und Lars Jansen (TSV Altenholz). Vierte Offizielle ist Mirka Derlin (TSV Dahme). Fans, die nicht vor Ort sein können, können das Finale beim Portal sporttotal.tv via Livestream (Kommentator ist Sven Lesser) verfolgen.