04. März 2021 / 20:38 Uhr

Kroos spricht mit Bundespräsident Steinmeier über die EM: "Fange jedes Turnier an, um es zu gewinnen"

Kroos spricht mit Bundespräsident Steinmeier über die EM: "Fange jedes Turnier an, um es zu gewinnen"

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich mit Toni Kroos unterhalten.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich mit Toni Kroos unterhalten. © dpa/Getty Images (Montage)
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Nationalspieler Toni Kroos trafen sich am Donnerstag zu einem virtuellen Talk auf Instagram. Steinmeier wollte von dem DFB-Star wissen, wie die Chancen auf einen EM-Titel aussehen und sprach mit Kroos über das wichtige Thema Cybermobbing. 

Der Bundespräsident talkt mit einem Weltmeister - passiert am Donnerstagnachmittag auf Instagram. Frank-Walter Steinmeier und Toni Kroos hatten sich zu einem Live-Gespräch verabredet. Das Thema: Cybermobbing. Aber der Bundespräsident wollte von Kroos auch wissen, wie die Chancen der Nationalmannschaft bei der EM im Sommer aussehen. Kroos sei ja schließlich noch nie Europameister geworden. "Die Chance ist da, dass es nicht einfach wird, muss man nicht groß betonen. Und dass wir auch schon mal mit mehr Vorschusslorbeeren in ein Turnier gegangen sind, auch nicht", sagte der Weltmeister von 2014. "Ich hoffe, dass wir die Zeit bis dahin noch gut nutzen. Wir haben ja im März noch drei Länderspiele und hoffen, dann unseren Namen als Turniermannschaft bestätigen zu können. Grundsätzlich fange ich jedes Turnier an, um es zu gewinnen. Ob das klappt? Wir werden alles tun."

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Abseits vom Sport war das Thema Cybermobbing bei dem Plausch ein ganz wichtiges. In der vergangenen Woche waren mehrere Fußballprofis in einem eindringlichen Video zu sehen, in dem sie anonyme, an sie gerichtete Hassbotschaften aus sozialen Netzwerken vorgelesen haben. "Ich hoffe, du stirbst in der Hölle" an Kroos war dabei noch eine der harmloseren. Andere Spieler wurden aufgefordert, sich vor den Zug zu werfen.

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Die Radikalität der Nachrichten – nicht nur an Prominente – nimmt immer mehr zu. Das beschäftigt auch Frank-Walter Steinmeier (65). "Die Verrohung hat einen Grad erreicht, der nur noch zu Kopfschütteln führt. Und Kopfschütteln reicht nicht mal mehr", sagte Steinmeier. Der Bundespräsident tauschte sich mit Kroos über gegenseitige Erfahrungen aus. Der Fußballprofi verriet, dass er viele Nachrichten erhalte, das Thema aber nicht so an sich heranlasse – und wollte von Steinmeier wissen, "was die Politik dagegen tun kann.“ Steinmeier, der sich persönlich nur "schwer mit Hasskommentaren abfinden kann“ will Cybermobbing auf "drei Ebenen" begegnen.

Zuerst müsse die Politik durch Gesetzgebung dagegen steuern. "Das schreitet jetzt endlich voran“, so der Bundespräsident. Dann müssten die Plattformen selbst mehr in die Verantwortung genommen werden. "Was strafbaren Charakter hat, muss gelöscht werden", so Steinmeier. Als dritten Faktor nannte er, dass die, die "vernünftige“ Kommunikation betreiben, zeigen, dass sie in der Mehrheit sind. Was dem Bundespräsidenten aber die meisten Sorgen bereitet: Immer mehr Menschen geben die Anonymität auf und haben auch keine Hemmungen mehr, unter ihrem richtigen Namen Hass zu säen.

Und dass es für Taten, wie das Attentat auf Walter Lübcke oder den Anschlag auf die Synagoge in Halle „jeweils eine Begleitung und Vorbereitung solcher Taten in den sozialen Netzwerken stattgefunden hat. Sie führen nicht unmittelbar zur Tat selbst, aber es scheint so zu sein, dass Täter sich legitimiert fühlen durch eine Sprache, die sich in sozialen Netzwerken breit macht.“ Zudem sprach Steinmeier noch die Gruppe von Kindern und jungen Erwachsenen an, bei denen "17 Prozent der acht bis 21-jährigen Opfer von Hassmails sind und mehr als die Erwachsenen darunter leiden.“ Nationalspieler Kroos hat als Teil des Videos auf das Thema aufmerksam gemacht – das kann allerdings nur der Anfang sein.