08. November 2019 / 18:00 Uhr

Krüger: „Ganz anderes Standing in der Mannschaft“

Krüger: „Ganz anderes Standing in der Mannschaft“

Filip Donth
Göttinger Tageblatt
Ein jubelnder Julian Krüger: Der junge Keeper des TV Jahn Duderstadt hütet in der zweiten Saison das Tor der Eichsfelder
Ein jubelnder Julian Krüger: Der junge Keeper des TV Jahn Duderstadt hütet in der zweiten Saison das Tor der Eichsfelder © Helge Schneemann
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Der TV Jahn Duderstadt ist nach einem Jahr Abstinenz zurück in der Handball-Oberliga. Die junge Mannschaft um Trainer Christian Caillat hat sich große Ziele gesteckt. Langfristig peilen die Duderstädter den Aufstieg an, so ist das erklärte Ziel.

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Der TV Jahn Duderstadt ist nach einem Jahr Abstinenz zurück in der Handball-Oberliga. Die junge Mannschaft um Trainer Christian Caillat hat sich große Ziele gesteckt. Langfristig peilen die Duderstädter den Aufstieg an, so ist das erklärte Ziel. Eine Tageblatt-Serie stellt die Spieler der Saison 2019/20 vor. Heute: Julian Krüger.

Der 28-Jährige hütet in der zweiten Saison das Tor der Eichsfelder. Doch seine Verbindung zum TV Jahn reicht noch weiter zurück: Bereits von 2010 bis 2012 trug Krüger das Duderstädter Trikot, ehe er zur HG Rosdorf-Grone wechselte. Dort spielte er sechs Jahre lang – bis zu seiner Rückkehr ins Eichsfeld. Das Handballspielen lernte Krüger ab der E-Jugend beim MTV Grone. Zudem spielte er in der Jugend für Rosdorf und Eisenach, wo er ab der B-Jugend das Sportinternat besuchte.

Krüger arbeitet als Lehrer an der Weender Hainbundschule, verbringt neben Beruf und Handball viel Zeit mit seiner anderthalb Jahre alten Tochter, liest und spielt bei Gelegenheit gerne Darts.

Julian, dein Vater Edgar „Eddy“ Krüger stand während seiner aktiven Zeit ebenfalls im Tor – unter anderem beim 1. SC Göttingen 05 und auch beim TV Jahn Duderstadt. Weshalb hast Du dich für den Job zwischen den Pfosten entschieden, war das familiär vorbestimmt?

Vorbestimmt war es nicht, es gab auch Zeiten, da habe ich im Feld gespielt. Tatsächlich war jedoch bei meinem allerersten Handballspiel der Torwart nicht da und dann habe ich gesagt, dass ich das mache kann, da mein Papa das auch macht (lacht). Die Bedeutung, was der Torwart für eine Rolle spielt, habe ich erst in der B-Jugend verstanden.

Welche Rolle spielt denn der Torhüter?

Ohne Torhüter gewinnst du kein Handballspiel. Die Abwehr kann zwar viel helfen, aber ein Torhüter muss schon immer rund 30 Prozent der Bälle halten, um ein Spiel zu gewinnen.

Lastet dadurch ein größerer Druck auf den Schultern?

Ja, definitiv, vor allem, wenn es in die entscheidende Phase geht und das Spiel knapp ist. Dann will man keinen Fehler machen und spürt den Druck. Eigentlich ist es aber auch geil, der entscheidende Mann zu sein, wenn man den Ball hält oder den Pass zum Tempogegenstoß spielt.

Warum bist Du nach sechs Jahren in Rosdorf nach Duderstadt zurückgekehrt?

Ekki (Ekkehard Loest, Vorsitzender des TV Jahn, Anm. d. Red.), hatte mich schon relativ früh im Laufe der Saison angesprochen, wo noch gar nicht feststand, in welcher Liga beide Mannschaften spielen werden. Er hat mir jedenfalls ein Konzept vorgelegt, das mich überzeugt hat, zumal ich das Umfeld auch schon kannte und keine schlechten Erfahrungen gemacht hatte.

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Wie erinnerst Du dich an deine erste Phase in Duderstadt – was ist heute anders?

Es war damals dritte Liga und ich war ganz klar zweiter Torwart hinter Christian Wedemeyer. Ich war froh über jede Minute, die ich gespielt habe. Das waren ganz andere Voraussetzungen. Jetzt bin ich als gestandener Oberliga-Spieler zurückgekommen, habe ein ganz anderes Standing in der Mannschaft, was man sich als junger Mann erst mal erarbeiten musste. Ansonsten ist aus der Mannschaft von damals niemand mehr da, außer Matze Heim als Co-Trainer.

Wie geht man als Torhüter damit um, nur die Nummer Zwei zu sein?

Ich bin der Meinung, es darf auf jeden Fall kein Neid aufkommen. Das Team und der Erfolg müssen im Vordergrund stehen. Wenn das gegeben ist und der Trainer entscheidet, dass der andere Torwart spielt, dann muss man das akzeptieren und dennoch das Team und den anderen Torwart unterstützen. Manchmal muss man sich hinten anstellen.

Derzeit teilst Du dir Position vor allem mit Alexander Klocke.

Ich hatte das Glück, dass ich in Rosdorf immer die klare Nummer Eins war. Das ist jetzt anders. Ich würde behaupten, Klocke und ich sind zwei gleichstarke Torhüter, da kommt es viel auf Tagesform an. Eigentlich war es immer so, dass wir beide unsere Spielanteile hatten. Ich kann mich also nicht beschweren. Wir verstehen uns auch im Training und in der Kabine gut, das erleichtert Vieles.

Mit 28 Jahren gehörst Du zu den älteren Spielern der Mannschaft. Dein Standing im Team hast Du selbst angesprochen. Erklärst Du den Jüngeren, wie der Hase läuft?

Ich sage schon eher mal meine Meinung, das muss nicht mal handballerisch sein, sondern auch wenn es um Dinge wie die Mannschaftskasse oder Organisatorisches geht. Handballerisch haben wir, denke ich, viele Spieler, die schon Erfahrung gesammelt haben. Die brauchen meinen Rat nicht zwangsläufig. Der Trainer spricht viel mit den jüngeren Spielern und hat seinen Plan im Kopf.

Der Verein hat das Ziel ausgegeben, die kommenden Jahre um den Aufstieg mitspielen zu wollen. Ist es ein persönliches Ziel von Dir, noch mal Drittliga-Luft zu schnuppern?

Natürlich wäre es schon etwas Besonderes, neben Northeim einen zweiten Verein in der dritten Liga zu etablieren und daran mitzuwirken. Ich glaube, es ist auch etwas anderes den Aufstieg selbst mit der Mannschaft zu schaffen. Sollte es soweit kommen, wären in Duderstadt jedenfalls alle aus dem Häuschen.

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