03. Dezember 2021 / 23:23 Uhr

Kruse findet's "Weltklasse": Die Union-Stimmen zum Heimsieg gegen RB

Kruse findet's "Weltklasse": Die Union-Stimmen zum Heimsieg gegen RB

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Max Kruse (Union Berlin): Wir haben hochverdient gewonnen. Das war ein starkes Spiel von der ersten bis zur 90. Minute. Wir hätten höher gewinnen können. Wir haben Leipzig gut bespielt und viele Tormöglichkeiten rausholt. Das zeugt davon, wie gut wir gespielt haben. Uns war klar, dass Leipzig hoch presst und wir den einen oder anderen längeren Ball spielen müssen. Wir sind immer über den zweiten Ball gefährlich geworden. Der Plan ist voll aufgegangen.
Offensive Power: Max Kruse (r.) und Sheraldo Becker trugen wesentlich zum Union-Sieg bei. © Getty Images
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Beim 2:1-Heimsieg des Berliner Fußball-Bundesligisten über RB Leipzig muss sich Union nur die mangelnde Chancenverwertung vorwerfen lassen. Entsprechend zufrieden sind die Hausherren und können auch den Patzer von Torwart Luthe beim 1:1 locker verschmerzen. Trainer Urs Fischer sieht einen "mutigen Auftritt".

Am Ende durfte Timo Baumgartl den Gönner spielen. "Ich glaube, Andi hat uns so viele Punkte schon gerettet, ich glaube, das passt alles", sagte der 2:1-Siegtorschütze von Union Berlin über den Torwartfehler von Andreas Luthe beim zwischenzeitlichen Leipziger Ausgleich (13. Minute). "Der Ausgleich ist natürlich bitter, aber solche Sachen passieren. Das gehört einfach zum Fußball dazu."

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Es sei am Ende schwierig mit dem Schnee gewesen, meinte Luthe, der allerdings zu einem Zeitpunkt gepatzt hatte, als noch kein Schnee durchs Stadion wirbelte. Am Ende war ihm das egal, "du kannst das Spiel auch höher gewinnen, musst es vielleicht auch", sagte Luthe. Das fanden hernach alle Berliner, auch Urs Fischer: "Negativ ist ein bisschen, dass wir dieses Spiel nicht früher entschieden haben", sagte der Union-Trainer, die klaren Möglichkeiten seien da gewesen. Ansonsten sah Fischer einen "mutigen Auftritt" seiner Mannschaft, "den Plan, den wir gehabt haben, haben wir wirklich toll umgesetzt. Wir haben viel Leidenschaft gezeigt, die Mentalität war da."

Luthe: "Wir machen keine Unterschiede, wer der Gegner ist"

Über Unions Erfolgsrezept verriet Luthe: "Wir machen keine Unterschiede, wer der Gegner ist. Wir versuchen immer so zu spielen wie wir spielen wollen. Und das ist nach einem klarer Plan. Ich denke, das sieht man jetzt seit drei Jahren, wie Union Berlin spielt." Einen Kritikpunkt hatte Luthe dennoch: "Wenn man etwas kritisieren kann, dann ist es die Chancenverwertung."


Zufrieden war nach 90 umkämpften Minuten auch Max Kruse. "Uns interessiert im Moment nur, dass wir drei Punkte geholt haben, weil wir spielerisch die letzten zwei Spiele nicht ganz so performt haben", sagte der Kreativspieler der Berliner. "Ich glaube, zu Hause gegen Leipzig - gegen so eine spielstarke Mannschaft - so zu performen, zeigt eigentlich unsere Qualitäten."

Dass der Spielmacher dieses Mal mit Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker zwei offensiv ausgerichtete Partner hatte, kam Kruse durchaus gelegen. "Wir wussten, dass wir das eine oder andere Mal mehr mit längeren Bällen heute agieren müssen. Von daher wollten wir zwei stabile und schnelle Spieler in der Spitze haben, die den Ball auch festmachen - und mich dahinter, um den letzten Pass zu spielen." Das war teilweise in der ersten Halbzeit gut zu beobachten, als Kruse sowohl Becker als auch Awoniyi mit teils feinen Pässen bediente. "Ich hätte selber auch einen machen müssen", erklärte Kruse mit Blick auf seine Großchance in der zwölften Minute. Dass Union gegen Leipzig zu so vielen Chancen kam, sei "Weltklasse" gewesen, fand Kruse dennoch.

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"Wir spielen immer mit Herz, mit einem klaren Plan", erklärte Baumgartl das Berliner Erfolgsrezept, "wir wussten wie Leipzig spielt und haben sehr, sehr gute Konter gespielt." Das Spiel hätte seine Elf früher entscheiden müssen, meinte der Innenverteidiger, der lobend erwähnte, wie gut die Berliner mit der Dreifachbelastung klarkommen. Bereits am kommenden Donnerstag, 9. Dezember, geht's für die Berliner europäisch weiter: dann im entscheidenden Conference-League-Heimspiel gegen Slavia Prag.