09. Februar 2022 / 12:25 Uhr

Kruse über seinen Wolfsburg-Wechsel: Sie haben mich mit Nutella gecatcht ...

Kruse über seinen Wolfsburg-Wechsel: Sie haben mich mit Nutella gecatcht ...

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Spricht im Stream über seinen Wolfsburg-Wechsel: Max Kruse.
Spricht im Stream über seinen Wolfsburg-Wechsel: Max Kruse. © dpa / twitch.tv/maxkrusegaming
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Erstmals nach seinem Wechsel von Union Berlin zum VfL Wolfsburg sprach Max Kruse über seine Beweggründe. Und der Stürmer betonte, dass das Geld nicht der einzige Faktor war.

Kurz vor Transferschluss war Max Kruse von Union Berlin zum VfL Wolfsburg gewechselt - und hatte mit diesem Schritt für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt sprach der deutsche Ex-Nationalspieler auf seinem Account beim Live-Streaming-Videoportal Twitch erstmals über sein "offenes Kapitel" beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, sein Image und darüber, dass Geld nicht der einzige Beweggrund für den Transfer gewesen sei.

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Zurück nach Wolfsburg - dafür gab es laut seiner Aussage "drei ausschlaggebende Punkte". Einer, aber eben auch nur einer davon, sei der finanzielle Aspekt gewesen, in Wolfsburg soll der Angreifer mit einem Jahresgehalt von rund 3,5 Millionen Euro zu den besser verdienenden Profis gehören. "Ich habe es nicht nur wegen des Geldes gemacht", betont Kruse, der bei der Verkündung des Transfers in einer Pressemitteilung des VfL von einem "hoch dotierten Angebot" gesprochen hatte. "Ich bin keine 20 mehr, wo ich nur auf die fußballerische Perspektive achte. Ich spiele Fußball bis 35, normale Arbeitgeber arbeiten bis 65. Natürlich komme ich mit meinem Geld aus, aber ich habe nur noch zwei, drei Jahre. Da versucht man, das Beste für sich rauszuholen." Und es sei ihm "Latte, wenn man mich Söldner oder Geldgeier nennt".

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Gleichwohl könne Kruse "die Kritik der Union-Fans verstehen". Allerdings hätte er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei den Eisernen ohnehin nicht verlängert - der zweite Beweggrund für den Wechsel zum VfL: Kruse habe Union-Geschäftsführer Oliver Ruhnert "schon Anfang Januar in Kenntnis gesetzt, dass eventuell noch etwas kommen könnte". Dass es dann alles so schnell ging, "hätte ich auch nicht gedacht", sagt der Stürmer. "Das tut mir leid, aber ich kann's nicht ändern."

Den ersten Kontakt zu den VfL-Verantwortlichen Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer habe es "vier, fünf Tage" vor Abschluss des Deals gegeben. "Dann musste alles ziemlich schnell gehen", betont Kruse. Und das ging es dann auch, beide Seiten einigten sich auf einen Vertrag bis 2023. Und für Kruse gab es dabei ein besonderes Goodie: Nutella. In seiner ersten Zeit in Wolfsburg hatte es etwas Ärger gegeben, weil Kruse den Brotaufstrich gern verzehrt, dies beim VfL aber nicht durfte. "Sie wissen, wie sie mich catchen können", sagte der Torjäger schmunzelnd. "Das sind die Kleinigkeiten, wo man merkt, man ist erwünscht. Das hat mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert."

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Jetzt könne Kruse sein "offenes Kapitel" in Wolfsburg weiterschreiben. Und er erklärte im Stream, was genau er damit meinte. Es sei so gewesen, "dass ich damals auf und neben dem Platz nicht meine beste Zeit in Wolfsburg hatte. Das war zum Teil meine Schuld und zum Teil die der damaligen Befehlshaber in Wolfsburg." Bei seinen anderen Vereinen Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach und Co. habe Kruse seinen "Stempel hinterlassen", das will er jetzt beim VfL nachholen. Auch Trainer Florian Kohfeldt habe "seinen Teil dazu beigetragen. Wir kamen schon zu Werder-Zeiten super gut aus."

Kruse sprach auch über Corona. In Berlin sei quasi "alles offen", sagte er, "dann kommst Du nach Wolfsburg, die meisten Cafés und Restaurants sind geschlossen. Also komplett andere Welt wieder. Ich bin politisch komplett neben der Spur, habe keine Ahnung von Politik. Aber ich verstehe nicht, wie so etwas in Deutschland möglich ist." Er selbst sei geimpft, und "ein Impf-Skeptiker bin ich auf jeden Fall nicht. Ich finde, Impfen ist gut.“

Zum Einstand gab's für Kruse und Co. nach elf Pflichtspielen ohne Sieg mal wieder einen Dreier, der VfL gewann mit 4:1 gegen Greuther Fürth. Daran will Kruse in den nächsten Spielen anknüpfen und schon am liebsten am Samstag (15.30 Uhr) bei Eintracht Frankfurt den nächsten Erfolg folgen lassen. "Ich hoffe, dass wir mit Wolfsburg die Kurve kriegen. Am Sonntag war es ein Anfang, aber wir sollten nicht denken, dass wir alles hinter uns haben. Wir haben erst 24 Punkte", betont der erfahrene Stürmer, der nach der Partie in Hessen am späten Abend im ZDF-Sportstudio in Mainz zu Gast ist.

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