30. Januar 2020 / 20:00 Uhr

Polnischer Pistolero: Das ist der neue Starstürmer Krzysztof Piatek von Hertha BSC

Polnischer Pistolero: Das ist der neue Starstürmer Krzysztof Piatek von Hertha BSC

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Krzysztof Piatek wechselt zu Hertha BSC. Der Pole ist der neue Rekordtransfer der Berliner.
Krzysztof Piatek wechselt zu Hertha BSC. Der Pole ist der neue Rekordtransfer der Berliner. © imago images/Sportimage
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Vergleiche mit Bayerns Superstar Robert Lewandowski und Lobeshymnen von AC-Mailand-Legende Andrij Schewtschenko: Krzysztof Piatek kommt mit vielen Vorschusslorbeeren zu Hertha BSC, auch wenn ihm im vergangenen halben Jahr nur vier Tore gelangen.

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Das Markenzeichen von Krzysztof Piatek ist sein Torjubel. Mit beiden Händen formt er dabei zwei Pistolen, wenn er mal wieder einen Treffer erzielt hat. Diesen Pitolero-Jubel hoffen die Verantwortlichen von Hertha BSC künftig häufig zu sehen. Am Donnerstag verpflichteten die Berliner den polnischen Star-Stürmer vom AC Mailand. Bis zu 27 Millionen Euro soll der 24-Jährige kosten berichtete „Sky“. Damit hätten die Berliner nur zwei Tage nach der Verpflichtung von Lucas Tousart erneut ihren eigenen Rekordtransfer gebrochen.

Für 38 Millionen Euro zum AC Mailand

Während Tousart noch nicht den ganz großen Glanz verspricht, hat Piatek (wird „Piontek“ ausgesprochen) in Europa bereits einen Namen. Für satte 38 Millionen Euro wechselte der Pole vor einem Jahr vom FC Genua zum italienischen Traditionsclub AC Mailand. Zuvor hatte er in seinem ersten halben Jahr beim Seria-A-Konkurrenten Genua getroffen wie am Fließband, 19 Tore in 21 Spielen lautete seine Bilanz. Anschließend soller auch auf der Wunschliste von Borussia Dortmund und Bayern München gestanden haben, doch Mailand bekam den Zuschlag.

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Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Hertha BSC. ©

Bei Milan, dem darbenden Schwergewicht des italienischen Fußballs, versprach man sich nach seiner Verpflichtung wieder bessere Zeiten. „Er ist mein Erbe“, sagte Vereinsikone Andrij Schewtschenko nach der Ankunft Piateks dem TV-Sender „Sport Mediaset“. „Er hat einen unglaublichen Instinkt vor dem Tor und schießt Tore wie ein großer Stürmer. Er schließt mit beiden Füßen gleich gut ab und ist auch gut per Kopf“, sagte Schewtschenko.

Und der Start verlief vielversprechend, fünf Tore gelangen dem Stoßstürmer in den ersten fünf Spielen für Milan, insgesamt neun in der Rückrunde. In der aktuellen Spielzeit hatten Piateks Pistolen allerdings das ein oder andere Mal Ladehemmung, vier Tore gelangen ihm bislang in der Serie A. Und nach der Winterverpflichtung von Altstar Zlatan Ibrahimovic hat Piatek auch noch seinen Stammplatz im Milan-Angriff verloren.

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Ohne diese Umstände hätte Hertha wohl kaum eine Chance gehabt, Piatek, dessen Idol Bayern-Stürmer Robert Lewandowski ist, aus Mailand loszueisen. „Wir haben viele ähnliche Eigenschaften“, sagte Piatek einmal selbst, „ich habe versucht, mir sein Verhalten auf dem Platz abzuschauen. Während des Spiels versuche ich, mich auf ähnliche Weise zu bewegen.“ Seine körperlich robuste Spielweise und sein Torinstinkt erinnern tatsächlich an den Bayern-Superstar, als „neuer Lewandowski“ wird er bereits gehandelt. Der ehemalige deutsche U-Nationalspieler Koray Günter, der mit Piatek das halbe Jahr in Genau das Zimmer teilte, sagt: „Er hat sehr ähnliche Qualitäten. Krzysztof ist im Strafraum unheimlich stark und kommt immer schnell zum Abschluss. Solche Stürmertypen gibt es nicht mehr oft.“

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Und womöglich wäre Piatek sogar bei Herthas nächstem Gegner FC Schalke 04 gelandet. So verriet der Pole Tomasz Hajto einmal, dass er seinen Landsmann 2017 seinem ehemaligen Verein empfohlen hatte. „Später habe ich erfahren, dass Schalke Piatek nicht ein einziges Mal beobachten ließ“, sagte Hajto dem „Reviersport“ – womöglich bereut man das auf Schalke schon am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN), wenn die Königsblauen im Olympiastadion gegen die Hertha antreten, oder am Dienstag bei Herthas Pokal-Gastspiel in Gelsenkirchen.