12. Januar 2022 / 15:25 Uhr

KSB-Chef Thomas Krieglstein: "Die neuen Wettkämpfe sind eine Chance"

KSB-Chef Thomas Krieglstein: "Die neuen Wettkämpfe sind eine Chance"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
KSB-Geschäftsführer Thomas Krieglstein verrät, warum es den Neuruppiner Triathlon nicht mehr geben wird.
KSB-Geschäftsführer Thomas Krieglstein verrät, warum es den Neuruppiner Triathlon nicht mehr geben wird. © Marius Böttcher
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Der 62-jährige Geschäftsführer der Dachorganisation des Ruppiner Sports spricht zum Jahresauftakt über das alte und neue Sportjahr und die Zukunft der Wettkampfserie „Grand mit Vieren“, in der zwei Traditionsevents zwei neuen Wettbewerben weichen müssen.

Neues Jahr, neue Herausforderungen – so lautet der Tenor auch beim Kreissportbund Ostprignitz-Ruppin. Einiges bleibt in 2022 gleich, doch auch Neuerungen halten die Mitarbeiter der Geschäftsstelle – Bernd Gummelt als Jugendsportkoordinator, Christiane Richter (Koordination Sport- und Rehabilitationskurse), Hannes Holtmann (Koordination Integration und Sport- und Spieleinsätze) sowie Azudentin Milena Petrich – auf Trab. Stillstand ist beim KSB Fehlanzeige, betont Thomas Krieglstein, der seit 2014 Geschäftsführer der Dachorganisation des Ruppiner Sports ist. Der SPORTBUZZER sprach zu Jahresbeginn mit dem 62-jährigen Wittstocker über...

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... das Sportjahr 2021 in Ostprignitz-Ruppin: „Es war ein schwieriges Jahr, sogar noch schwieriger als 2020. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie machten die Arbeiten für uns sehr schwer. Ich bin gespannt, was bei der Mitgliedererhebung rauskommt, erst ab dem 15. Januar werden die Zahlen vorliegen, erst dann können wir dazu Stellung beziehen. Aber grundsätzlich haben wir es direkt bei den Vereinen erlebt und gesehen, dass der See still ruht. Alles ist sehr schleppend, viele sind in Lethargie verfallen – besonders schlimm war, dass den Kindern und Jugendlichen der Zugang zum Sport erschwert wurde. Da helfen auch gut gemeinte Programme nicht viel, im Schulsport fiel auch jede Menge aus. Gerade für uns im ländlichen Raum, wo das Thema Hauptamtlichkeit in der Sportbranche kaum eine Rolle spielt, sondern fast alles über das Ehrenamt läuft, stellt die Pandemie eine Riesenherausforderung dar. Wie wenig 2021 los war, erkennen wir gegenwärtig auch bei der Suche nach den Sportlern des Jahres – wenn das Sportangebot klein ist, kann auch da nicht viel kommen.“

In Bildern: 142 Sportler starten beim 45. Hubertuslauf in Neuruppin.

Auf die Plätze, fertig, los - und die Masken ab! Die 45. Auflage des Traditionsevents wird in den Köpfen der Sportler bleiben. In der Corona-Pandemie hielt man die strikten Regeln gut ein und trug so zu einer tollen Veranstaltung des Kreissportbundes bei. Zur Galerie
Auf die Plätze, fertig, los - und die Masken ab! Die 45. Auflage des Traditionsevents wird in den Köpfen der Sportler bleiben. In der Corona-Pandemie hielt man die strikten Regeln gut ein und trug so zu einer tollen Veranstaltung des Kreissportbundes bei. © Marius Böttcher

... die Hoffnung auf ein normales Jahr 2022: „Ganz ehrlich, die ist nicht groß. Wir haben auch Ende 2020 gehofft, dass 2021 besser wird und sind davon ausgegangen, dass wir im Frühjahr wieder durchstarten können. Deshalb bin ich eher pessimistisch als verhalten optimistisch. Die Situation wird nicht einfacher, trotzdem planen wir natürlich all unsere Veranstaltungen. Ob diese dann aber in der Form, wie wir uns das vorstellen, stattfinden können, bleibt abzuwarten. Wir befinden uns im Blindflug. Was uns beispielsweise am Herzen liegt, ist der Rehasport. Diesen können wir anbieten, dieser ist auch vor Ort möglich. Aber viele Leute kommen nicht, die Angst ist zu groß.“


... eigene Vorsätze im neue Jahr: „Den Laden am Laufen halten, hat oberste Priorität. Wir gehen von der vernünftigen Planung auch nicht ab, wie sehr flexibel der Kreissportbund Ostprignitz-Ruppin ist, haben wir in den letzten Jahren gezeigt. Wir können auch spontan reagieren, oft liegt das aber leider nicht in unserer Hand. Eines kann ich den Leuten aber versprechen: Unsere ganze Kraft, die wir haben, stecken wir in unsere Arbeit.“

... den KSB-Kalender 2022: „Der ist wie üblich voll mit Terminen. Die Mitgliederversammlung ist im März geplant, kann notfalls auch wieder als Online-Veranstaltung durchgeführt werden. Auch die Ausbildungen zum Übungsleiter werden wir machen, da ist von jeglichen Seiten erneut Flexibilität gefragt. Als einer der wenigen Kreissportbunde in Brandenburg haben wir unsere Bildungsmaßnahmen im vergangenen Jahr komplett durchgezogen. Die Kita-Olympiade hat eine enorme Bedeutung, 2021 haben wir direkt vor Ort viele Kinderherzen erreicht, weil wir in die Einrichtung gegangen sind. Diesmal wollen wir im Mai wieder die Vorrunden und letztlich das große Finale in Neuruppin haben und ich hoffe inständig, dass die Olympiade stattfindet.“

... die Zukunft der KSB-Wettkampfserie „Grand mit Vieren“: „Es wird nach wie vor vier Veranstaltungen geben – die Traditionen des Neuruppiner Stadtparklaufs am 2. April und des Hubertuslaufs am 23. Oktober werden weitergeführt. Was den Ruppiner Duathlon und den Neuruppiner Triathlon angeht, müssen wir jedoch Modifizierungen vornehmen. Das hat weniger mit Corona zu tun, eher mit behördlichen Auflagen, die finanziell einfach nicht zu stemmen sind. Alleine die Geschwindigkeitsbegrenzungen kosten für ein paar Stunden mehrere hundert Euro. Aber ich male nicht schwarz – die zwei neuen Wettkämpfe sind eine Chance.“

Mehr Sport aus Brandenburg

... das Aus vom Ruppiner Duathlon und dem Neuruppiner Triathlon: „Ich sehe das mit einem lachenenden und einem weinenden Auge. Wie gesagt, es ist eher eine große Chance, mehr Sportler aus der Region für unsere Wettkämpfe zu begeistern. Beim Triathlon startete meist nur ein kleiner Teil aus dem hiesigen Umland, künftig sind die Events auch für Leute, die aus dem Breitensport kommen.“

... die Idee hinter den neu geschaffenen Sportveranstaltungen: „Es gibt den Aquathlon, der sich aus Laufen, Schwimmen und Laufen zusammensetzt und bei dem wir noch überlegen, zwei verschiedene Distanzen anzubieten. Dadurch sprechen wir sicher auch Leute aus der Laufbewegung, von denen es viele gibt, an. Und zum anderen gehört der Cross-Duathlon künftig zum Grand mit Vieren. Für diesen nutzen wir keine öffentlichen Straßen, mit dem Rad geht es stattdessen durch den Wald, wir haben uns rund um den Kagarsee bereits eine gute Strecke rausgesucht. Bevor die Anmeldung eröffnet wird, werden wir die Strecke noch einmal mit der Kamera abfahren und den Interessierten in der Ausschreibung das Video präsentieren. So ist der Plan.“

... Mitgliederzahlen: „Dazu kann ich wirklich noch keine Auskunft geben, das ist Kaffeesatzleserei. Ich weiß aber teilweise von Vereinen, dass diese im letzten Jahr sogar Mitglieder zugewonnen haben. Deshalb haben wir mit der Sparkasse die gemeinsame Idee entwickelt, die Vereine, die einen Nettozuwachs haben, mit einem X-Beitrag zu belohnen. Geld ist natürlich nicht alles, möglicherweise aber ein Motivator. Das ist auch eine Botschaft, weiter Akquise zu betreiben.“

... Schlüsse aus der Corona-Pandemie: „Es ist schwierig, etwas Positives daraus zu ziehen, bemerkenswert ist aber, dass viele Mitglieder in der Regel ihrem Verein die Treue halten. Man merkt hier im ländlichen Raum, dass es den Sportlerinnen und Sportlern um die Gemeinschaft geht, der Verein wird nicht als Dienstleister wahrgenommen, das Ehrenamt eher gewürdigt. Ich hoffe, dass das so bleibt und auch die Kinder und Jugendlichen dabei bleiben. Toll ist zudem, dass die Förderprogramme, die wir zusammen mit dem Landkreis und der Sparkasse aufgelegt haben, auch im letzten Jahr den Vereinen voll umfänglich zu Gute gekommen sind. Dafür im Namen unserer Vereine einen herzlichen Dank. “

... Sorgen: „Wir können nur so weiter machen wie bisher, wollen flexibel und innovativ bleiben. Die Sorge, dass ein großer Schaden entsteht, ist aber natürlich da. Deshalb ist unser Tatendrang eindeutig vorhanden, wir wollen helfen, Mitglieder zu gewinnen, Förderprogramme laufen lassen, Übungsleiter ausbilden, Baumaßnahmen durchbringen und den Kinder- und Jugendsport am Leben erhalten.“