13. Mai 2020 / 15:32 Uhr

Keine Kündigung? Eurosport, DAZN und die DFL: So ist der Stand beim TV-Vertrag

Keine Kündigung? Eurosport, DAZN und die DFL: So ist der Stand beim TV-Vertrag

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Situation um den TV-Vertrag von Eurosport, DFL und DAZN ist vertrackt.
Die Situation um den TV-Vertrag von Eurosport, DFL und DAZN ist vertrackt. © Stuart Franklin/Getty Images
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DFL-Boss Christian Seifert stellte DAZN in der vergangenen Woche die Übertragung des Montagsspiels zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen in Aussicht. Nach SPORTBUZZER-Informationen ist dies immer noch nicht bestätigt. Eurosport widerspricht Kündigung.

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Es war eine Äußerung von Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit der SportBild, die aufhorchen ließ. "Ich bedaure das Verhalten von Eurosport sehr. Ich finde es unanständig, dass man in einer Krise einen Vertrag aufkündigt. Und ich denke, dass das für Eurosport einen großen Imageschaden bedeutet. Wer geht denn mit einem solchen Sender in der Zukunft noch eine Partnerschaft ein?", sagte der Boss des FC Bayern.

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Der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters verkündete also, dass Eurosport, respektive Discovery, zu deren Unternehmensgruppe der Sender gehört, den TV-Vertrag mit der DFL bereits aufgekündigt hätte. Auf SPORTBUZZER-Anfrage wollte Discovery dies aber nicht bestätigen: "Es gibt momentan Gespräche zwischen den Beteiligten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns hierzu jedoch nicht weiter äußern." Auch die DFL wollte auf SPORTBUZZER-Nachfrage die Kündigung des TV-Vertrags nicht bestätigen.

Eurosport will wohl TV-Vertrag aufkündigen

Schon in der vergangenen Woche hieß es, dass Eurosport nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seinen TV-Vertrag mit der Deutschen Fußball Liga kündigen wolle! Betroffen davon wären die derzeit wegen der Corona-Krise noch unterbrochene sowie die kommende Saison. Damit könne sich ein Millionen-Rechtsstreit anbahnen und den Vereinen in der für viele aktuell schwierigen Finanzsituation ein größerer finanzieller Verlust drohen.

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Dies würde auch zu Problemen für den Streaming-Anbieter DAZN führen. Eurosport hatte 2017 einen Teil der TV-Rechte an der Bundesliga für angeblich etwa 80 Millionen Euro pro Saison erworben. Im vergangenen Sommer stieg Eurosport aus der Live-Berichterstattung aus und vergab eine Sublizenz an DAZN für laut Medienberichten etwa 40 Millionen Euro.

Gespräche zwischen DAZN und Eurosport

Durch die mögliche Aufkündigung des Vertrags von Eurosport mit der DFL könnte DAZN also die TV-Rechte an den Bundesliga-Spielen verlieren. Nach SPORTBUZZER-Informationen laufen deshalb im Hintergrund bereits Gespräche zwischen DFL und dem Streaming-Anbieter, wie für den Rest der Saison weiterverfahren wird. Denn durch den Bundesliga-Neustart ab diesem Wochenende finden zusätzliche Wochenspieltage statt, die bisher nicht Bestandteil eines TV-Vertrags waren.

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So fällt zum Beispiel auch das Freitagsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und dem SC Paderborn weg. "Wir werden weiterhin Freitagsspiele anbieten. Das sind wir auch den Fans und unserem Partner DAZN schuldig“, hatte der 51-jährige Seifert der Bild in der vergangenen Woche gesagt. Stattdessen stellte der DFL-Boss DAZN die Übertragung des Montagsspiels zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen in Aussicht, was nach Informationen der Bild nun fix sein soll. Allerdings gibt es nach SPORTBUZZER-Informationen bis heute keine Details zu diesem Plan. DAZN stehen in dieser Bundesliga-Saison vertraglich noch zehn Spiele zu, dazu vier Relegationsspiele zur Bundesliga und zur 2. Bundesliga.