11. Dezember 2019 / 15:33 Uhr

Kündigung von CFC-Spieler Daniel Frahn unwirksam

Kündigung von CFC-Spieler Daniel Frahn unwirksam

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Daniel Frahn.
Daniel Frahn. © Picture Point
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Der Spieler des Chemnitzer FC hat den Prozess gewonnen. Wie das Arbeitsgericht Chemnitz am Mittwoch bekannt gab, wurde die fristlose Kündigung für unwirksam erklärt.

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Chemnitz. Das Arbeitsgericht Chemnitz hat die vom Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC ausgesprochene fristlose Kündigung gegen den ehemaligen Kapitän Daniel Frahn für unwirksam erklärt. Die Gründe für eine außerordentliche Kündigung würden nicht ausreichen, sagte Burkhard Houbertz, Direktor des Arbeitsgerichtes Chemnitz nach dem Urteil des Vorsitzenden Richters Dirk Weber. Frahn hatte gegen die Aufhebung seines bis Juni 2021 befristeten Vertrages geklagt.

Der 32 Jahre alte Profi war am 5. August wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene entlassen worden. Als Begründung führte der Drittligist an, dass sich der damals verletzte Frahn am 3. August als Zuschauer während des Auswärtsspiels in Halle durch „offenkundig zur Schau gestellte Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung ,Kaotic Chemnitz‘ und der aufgelösten Gruppe ,NS-Boys‘ massiv vereinsschädigend“ verhalten habe.

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Nachdem ein Gütetermin zwischem dem ehemaligen Leipziger RB-Stürmer und dem Drittligisten im September nach nur 20 Minuten gescheitert war, kam es an diesem Mittwoch zur Verhandlung. Bei dem Gütetermin hatten Frahns Anwälte eine Vergleichszahlung von mindestens 250000 Euro von der CFC Fußball GmbH gefordert. Das jetzige Urteil bedeutet, dass der gebürtige Potsdamer wieder mit den Himmelblauen trainieren darf.

Frahn wehrt sich gegen falsche Darstellung

Ende August hatte der Familienvater in einer schriftlichen Erklärung gemeint: "Ich wehre mich dagegen, als Sympathisant von rechtsradikalen Gruppierungen dargestellt oder mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht zu werden." Er sei nach den Ereignissen am 3. August diffamiert, beleidigt und unzutreffend dargestellt worden. "In meiner Zeit in Chemnitz, Leipzig, Babelsberg war ich immer sehr nah an den Fans – dort hab ich viele engagierte, weltoffene Menschen, Mitspieler und Freunde kennenlernen dürfen, dies darf nicht von einzelnen Gruppierungen kaputt gemacht werden." Er habe in seiner Laufbahn mit vielen Menschen zusammengearbeitet, "dabei hat die Kultur oder Herkunft nie eine Rolle gespielt, sondern stets der Charakter".

Daniel Frahn hatte seine Karriere bei Turbine Potsdam begonnen und war als Jugendlicher zu Energie Cottbus gewechselt. Zwischen 2010 und 2015 war er - unter anderem als Kapitän - maßgeblich am Aufstieg von RB Leipzig beteiligt. Für die Rasenballer bestritt er 149 Spiele und erzielte 85 Tore. Seit 2016 steht er beim Chemnitzer FC unter Vertrag. Bis zu seinem nun für unwirksam erklärten Rauswurf erzielte er für die Himmelblauen in 115 Pflichtspielen 54 Treffer