11. November 2021 / 22:38 Uhr

Kung-Fu-Rot, Kantersieg, Flick-Rekord: DFB-Team zerlegt Liechtenstein bei Löw-Abschied

Kung-Fu-Rot, Kantersieg, Flick-Rekord: DFB-Team zerlegt Liechtenstein bei Löw-Abschied

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach dem Schock-Foul gegen Leon Goretzka hat die deutsche Nationalmannschaft klar gegen Liechtenstein gewonnen.
Nach dem Schock-Foul gegen Leon Goretzka hat die deutsche Nationalmannschaft klar gegen Liechtenstein gewonnen. © IMAGO/Contrast/Revierfoto/Montage
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Das war deutlich: Die deutsche Nationalmannschaft hat auch ihr sechstes Spiel unter Bundestrainer Hansi Flick gewonnen und Liechtenstein mit einem Kantersieg aus der VW-Arena geschossen. Für eine hässliche Szene sorgte ein Gäste-Profi bereits kurz nach Anpfiff.

Das schaffte bisher noch kein Bundestrainer in der deutschen Fußball-Geschichte: Mit einem Kantersieg in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein hat Hansi Flick mit seiner Nationalmannschaft einen Start-Rekord aufgestellt. Vor 26.000 Zuschauern im ausverkauften Wolfsburger Stadion feierte der Ex-Bayern-Coach seinen sechsten Sieg im sechsten Pflichtspiel seit Amtsübernahme von Joachim Löw und übertraf damit seinen vor der Partie verabschiedeten Vorgänger. Beim 9:0 (4:0) gegen den überforderten Fußball-Zwerg trugen sich Ilkay Gündogan (11. Minute/Foulelfmeter), Daniel Kaufmann (20./Eigentor). Leroy Sané (22., 49.), Marco Reus (23.), Thomas Müller (76., 86.) Ridle Baku (80.) und Maximilian Göppel (89., Eigentor) in die Torschützenliste ein. Liechtenstein musste die Partie nach einem brutalen Foul von Jens Hofer seit der 9. Minute in Unterzahl absolvieren.

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Für beide Teams hatte des Spiel keinen sportlichen Wert. Das Ticket für die WM-Endrunde in gut einem Jahr in Katar hatte die DFB-Auswahl als Gruppensieger bereits Anfang Oktober gelöst, Liechtenstein hat keine Chancen mehr auf die Play-Offs zur WM-Quali. Flick musste gleich auf mehrere Spieler verzichten: Thilo Kehrer ersetzte den mit Corona infizierten Niklas Süle als Innenverteidiger. Für Kehrer rückte dafür Christian Günter auf die Position des Linksverteidigers Ilkay Gündogan spielte im Mittelfeld für Joshua Kimmich, der als eine von vier Kontaktpersonen nach dem positivem Test von Niklas Süle in Quarantäne hatte abreisen müssen. Der Wolfsburger Ridle Baku, den Flick am Dienstag nachnominiert hatte, begann auf der rechten Offensivbahn. Neben Süle und Kimmich fehlten Flick auch die Offensiven Serge Gnabry, Jamal Musiala und Karim Adeyemi, die ebenfalls in Quarantäne mussten.

Deutschland in der Einzelkritik gegen Liechtenstein

Alle deutschen Spieler gegen Liechtenstein hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Alle deutschen Spieler gegen Liechtenstein hier in der Einzelkritik. ©

Nach der offiziellen Verabschiedung von Ex-Bundestrainer und Weltmeister-Coach Löw ging es in der VW-Arena direkt zur Sache. Löw dürfte kaum seinen Platz auf der Tribüne eingenommen haben, als ein Brutalo-Foul an Leon Goretzka die Fans und Mitspieler schockierte. Der Liechtensteiner Jens Hofer sprang den Bayern-Star im eigenen Strafraum mit dem Fuß voraus gegen den Hals (8.). Die Schiedsrichterin Ivana Martincic, die als erste Frau ein Länderspiel der DFB-Elf leitete, entschied sofort auf Elfmeter - und zeigte Hofer nach VAR-Eingriff die Rote Karte. Den nach dem Kung-Fu-Tritt fälligen Strafstoß verwandelte Gündogan (11.) sicher. Goretzka konnte mit Schrammen am Hals weiterspielen, wurde zur Halbzeit jedoch vorsichtshalber ausgewechselt.


Mit dem Gündogan-Treffer geriet die Tormaschine des DFB ins Laufen: Innerhalb von zwölf Minuten fielen drei weitere Treffer. Erst grätschte Daniel Kaufmann eine scharfe Flanke von Günter ins eigene Tor (20.), dann sorgten Leroy Sané (22.) nach Vorlage von Goretzka und Marco Reus per Einzelleistung ins Tor des bemitleidenswerten Liechtenstein-Keepers Benjamin Büchel. Das DFB-Team war zu jeder Phase des Spiels drückend überlegen, hatte Chancen im Minutentakt und hätte zur Pause deutlich höher als "nur" mit 4:0 führen müssen.

Nach dem 4:0 nahm die Flick-Elf etwas den Fuß vom Gas. Und trotzdem setzte sich der Torreigen auch nach der Pause fort: Sané (49.) machte vier Minuten nach Wiederanpfiff seinen Doppelpack nach Reus-Hereingabe perfekt. Der eingewechselte Wolfsburg-Profi Lukas Nmecha (56.) traf bei seinem Debüt wenig später per Direktabnahme nur den Pfosten, auch der ebenfalls neu ins Spiel gekommene Kevin Volland (77.) schoss ans Aluminium. Besser machte es Thomas Müller (76., 86.) genau 20 und 30 Minuten später. Für das schönste Tor des Tages sorgte Baku (80.), der per perfekten Schlenzer vom rechten Strafraumrand genau in den linken Winkel traf. Ein Traumtor - im Gegensatz zum Eigentor von Göppel (89.).

Weiter geht es für Flick und seine Mannschaft am Sonntag, wenn in Jerewan das abschließende Qualifikationsspiel gegen Armenien ansteht.