11. Juli 2019 / 20:50 Uhr

Kunstrasen im Bruno ein weiterer Meilenstein Leipziger Sportgeschichte

Kunstrasen im Bruno ein weiterer Meilenstein Leipziger Sportgeschichte

Udo Zagrodnik
SPORTBUZZER-Nutzer
Am 11. Juli wurde der Kunstrasenplatz im Bruno-Plache-Stadion eingeweiht. USER-BEITRAG
Am 11. Juli wurde der Kunstrasenplatz im Bruno-Plache-Stadion eingeweiht. © Udo Zagrodnik
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In Probstheida war großer Bahnhof. Im „Bruno“, beim 1. FC Lok, wurde der Kunstrasen geweiht.

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Leipzig. Der Probstheidaer Fußball kann auf eine über 125-jährige Geschichte zurückblicken. Das heutige Bruno-Plache-Stadion, im August 1922 als VfB-Stadion geweiht, ist nun im Juli 2019 um eine Aufwertung reicher. Es wurde der neu geschaffene Kunstrasenplatz geweiht. Dadurch entfällt nun im Winter das Ausweichen auf andere Sportstätten, wenn das Wetter und die Bodenverhältnisse verrückt spielen. Zur Weihung waren Vertreter aus mehreren Bereichen der Politik und Wirtschaft gekommen, von den regionalen Fußballverbänden, vom 1. FC Lok dem Hausherren, die Fangemeinde, Sponsoren und weitere Unterstützer des Vereins. Da wurden viele Namen genannt die am Gelingen des Projekts Anteil haben. Nach den Begrüßungsworten vom Vizepräsidenten.

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User-Bilder zur Einweihung des Kunstrasenplatzes im Bruno-Plache-Stadion Zur Galerie
User-Bilder zur Einweihung des Kunstrasenplatzes im Bruno-Plache-Stadion © Udo Zagrodnik
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Stephan Guth sprach Vereinspräsident Thomas Löwe zum freudigen Anlass. Nach vier Jahren Vorarbeit und neun Monaten Bauzeit wurde er nun geweiht. Er ist 105 x 68 Meter groß, hat Drainagen und entspricht internationalen Maßen. Rundrum wurde eine neue Flutlichtanlage geschaffen und die Traversen an einer Geraden sind noch im Bau. Beim Betreten hatte man ein butterweiches Gefühl. Begründet ist es damit, das er nach neusten ökologischen Gesichtspunkten gebaut wurde und sich von älteren Kunstrasen unterscheidet. Vereinschef Löwe nannte die mehrteilige Finanzierung: Insgesamt 500.000 Euro kamen aus der Stadtkasse und 300.000 vom Freistaat Sachsen. Und mit Hilfe der großen Lok-Fangemeinde konnten mehr als 100.000 Euro Eigenmittel durch eine Crowdfunding-Aktion in Kooperation mit der Leipziger Gruppe (kommunale Betriebe) zweckgebunden gesammelt werden. Es ist die größte Stadioninvestition seit 45 Jahren. Er bedankte sich bei allen Unterstützern und nannte das Ziel bis 2024 das „Bruno“ in eine moderne Arena umzuwandeln. Ein besonderes Dankeschön gilt dem Hauptsponsor Franz-Josef Wernze (ETL), der (s)ein Darlehn in eine Spende umwandelte. In Köln beheimatet unterstützt er auch Viktoria Köln (Aufsteiger 3.Liga) und weitere „kleine“ Vereine. Es gibt Pläne der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung vorzuschlagen Herrn Wernze als Ehrenmitglied im Verein zu wählen. Voraussichtlich werden im August Vertreter der sächsischen Landesregierung und vom Vorstand des 1. Lok Leipzig zu Tisch sitzen, um über die Erhaltung der historischen Holztribüne (von 1922) zu sprechen und um die nächsten Schritte in die Wege zu leiten.

Heiko Rosental vom Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport der Messestadt Leipzig zeigte sich beeindruckt vom Herzblut der großen Fangemeinde. Hier wurde ein Vorzeigeprojekt für den Fußball geschaffen und das Stadion aufgewertet. Von 1,4 Millionen Euro die für den Sport zur Verfügung standen ist rund ein Drittel ins genannte Projekt geflossen. Mit Blick auf die Fußball Euro 2024 gibt es städtische Pläne nun jährlich zwei Kunstrasen zu fördern. Die Stadtväter werden mit den Probstheidaern (und weiteren Vereinen) im Gespräch bleiben. Abschließend wünschte er „Alles Gute“ und klassisch „Sport Frei!“.

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Der 1. FC Lok Leipzig hat den neuen Kunstrasenplatzes im Bruno-Plache-Stadion eingeweiht. Zur Galerie
Der 1. FC Lok Leipzig hat den neuen Kunstrasenplatzes im Bruno-Plache-Stadion eingeweiht. © Christian Modla

Andreas Schumann (Referatsleiter Sportpolitik in Freistaat Sachsen) dankte allen Unterstützern, besonders denen die in ihre Privatschatulle griffen. In Bezug auf die historische Stadiontribüne werden weitere Gespräche folgen, sagte der in Leisnig (Bezirk Leipzig) Aufgewachsene. Und er wünschte allen verletzungsfreie Spiele auf dem neuen Rasen.

Kunstrasenplatz beim 1. FC Lok Leipzig angeschoben - Sportbuzzer.de, beinhaltet die Übergabe des Fördermittelbescheids (vor anderthalb Jahren) durch den Referatsleiter Schumann. Und zur Feierstunde, alle gut gelaunt, gab es auch für die Sinne Getränke und für den Magen Häppchen.

Alle waren gekommen...

Unter den Anweisenden an diesem Donnerstag-Nachmittag waren auch alte Bekannte. Einer von mehreren war Achim Haas, der Stadionsprecher aus VfB–Tagen in den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung. Er ist Leipziger Stadtrat und dort ein Kämpfer für den Sport. Auch Torsten Kracht (in den 1980ern Aktiver beim 1. FC Lok und heutig bei einer Leipziger Immobilienfirma) wurde gesichtet. Und wir erinnern uns an den Torschützen Rene´ Heusel, der nach dem 2003er Neubeginn die Loksche von der untersten Kreisklasse in eine mittlere Amateurliga schoss und das bei Zuschauerrekorden (5.000 und mehr). Und da muss ergänzt werden, das sich einige Herren auch an große Fußballzeiten mit internationalen Spielen erinnerten. Ja rund ums Völkerschlachtdenkmal (1913 geweiht und VfB deutscher Fußballmeister) gab es einst große „Fußballschlachten“ und es wurden große Fußballgeschichte(n) geschrieben. Und es muß das 1956 geweihte Zentralstadion (100.000 Plätze) genannt werden, das zur Fußball-WM 2006 neu erbaut wurde (45.000 Plätze).

Weitere Historien...

„Und so weihe ich Dich Du herrliches Stadion“ und „Enkel mögen kraftvoll walten, schwer Errungenes zu erhalten.“, sagte 1922 zum Stadionweihe Erich Chemnitz, der Vater des Stadions. „Tore, Schlachten, Emotionen, das Bruno-Plache-Stadion in Leipzig-Probstheida“ (Christian Wolter, OM-Verlag) beinhaltet in einem Absatz das Leben und Wirken des 1891 in Leipzig geborenen Erich Chemnitz.

96 Jahre Bruno-Plache-Stadion - Sportbuzzer.de, mit über fünfzig meiner Fotos, vor rund einem Jahr von mir geschrieben. Und diese Geschichte(n) muss weitergelebt und weitergeschrieben werden. Druckfrisch.

Fußballgeschichte(n) der Sport- und Messestadt Leipzig, Das Buch zur Geschichte des ersten deutschen Fußballmeisters (VfB & Lok Leipzig) ist im Umlauf und der Autor hat seine ersten Eindrücke zusammengefasst. Siehe bitte beigefügten Link mit Buchinfos, der zum https://www.sportbuzzer.de/leipzig/ führt. Und da gibt es noch mehr Informationen zu den blau-gelben Messestädtern.

In eigener Sache – Alles braucht seine Zeit und mancher Orte gehen die Uhren anders

Der Autor dieser Zeilen stellt sich (in heutigen Tagen) gedanklich manchmal kritische Fragen. Eine ist die, das in vielen gesellschaftlichen Bereichen der Unterschied zwischen Arm und Reich immer krasser wird (auch im Sport) und manches kurz vor einem großen Knall steht. Zur eigentlichen Sache. Mit der deutschen Wiedervereinigung fehlte vieler Orte (politisch gesehen) das Interesse an den prominenten DDR-Vereinen. Hinzu kam das Industriesterben in den Regionen, also der Sponsoren- und Geldmangel. Nun sind rund dreißig Jahre ins Land gezogen, also drei Jahrzehnte, und mancher Orte kommt das Erwachen. Schrittweise werden Sportstätten saniert (entsprechend den Verbandsauflagen) und es steht danach die Frage nach der Unterhaltung im Raum. Positive Leipziger Beispiele aus jüngeren Tagen sind ein Hockeplatz beim ATV Leipzig (beim Denkmal), die zentrumsnahe Brüderhalle (beim Bayrischen Bahnhof), die "Regattatribüne" im Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch und aktuell der Kunstrasen im Bruno-Plache-Stadion in Probstheida. Doch es gibt auch Sportstätten, wo die Zeit noch stehengeblieben und die Sanierung noch nicht in Sicht ist. In Leipzig sind das das Stadion des Friedens in Gohlis und die Alfred-Rosch-Kampfbahn (Radrennbahn) in Kleinzschochern.

In der nahen Pleißestadt Regis-Breitingen (südlich, kurz vor Altenburg) gelang es dem Vereinsvorstadt in Zusammenarbeit mit den Stadtvätern das Dr. Fritz-Fröhlich-Stadion in zwei Phasen zu sanieren. Fördermittel (und Eigenmittel) halfen dabei. Anstoßpunkt war 2003 die UEFA U19 Championship der Frauen, die im Bezirk Leipzig ausgetragen wurde. Zuvor, im Jahre 2001, konnte mit Hilfe des goldenen Planes Ost eine wettkampftaugliche Zweifelder–Sporthalle (mit 199 Sitzplätzen) gebaut werden.

Februar 2010, aus Regis – Breitingen der heimlichen Sporthauptstadt ..., aus der Stadthomepage (http://www.regis-breitingen.de/) beinhaltet den Kunstrasen, der in über zehn Jahren schon viel erlebt hat, weil wir im Großraum Leipzig einer der Ersten waren die so ein Schmuckstück bekamen. In einem jüngeren Gespräch erinnerte Vereinschef Werner Heiche daran, das er seit 2006 in Betrieb ist.

Wer noch mehr Informationen zur Lokschen möchte, der sollte die Vereinshomepage https://www.lok-leipzig.com/ im Internet aufrufen. So zum Beispiel ist die Saisoneröffnung (mit Stadionfest) im „Bruno“ für Sonntag, 21.Juli geplant. Was mich immer wieder beeindruckt, Vereine wie Eintracht Frankfurt/Main haben wahrscheinlich wesentlich mehr Sponsoren und beinhalten neben dem Fußball über 50 (!) Sportarten, in Worten über fünfzig Sportarten. https://www.eintracht.de/, hier kommt man auf die Übersichtsseite der Homepage.

Also dann die Slogan/Songs mit Lokruf „Immer wieder Probstheida“ und mit Dorian Black „Blau und Gelb, der 1. FC Lok wird niemals untergehen“ in unseren Ohren erklingen lassen. In diesen Sinne „Auf Wiedersehen“ im „Bruno“ beim 1. FC Lok (VfB) Leipzig, im Pleißestädter Dr. Fritz-Fröhlich-Stadion zu Regis-Breitingen oder anderer Orte. Und hier kann man in meinem Bericht die Links zu den erwähnten Songs finden.

U.Zag./11.07.2019

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