05. Juli 2019 / 10:30 Uhr

Kunstrasenplätze haben ein Plastik-Problem – Wird das Granulat bald verboten?

Kunstrasenplätze haben ein Plastik-Problem – Wird das Granulat bald verboten?

Robin Jantos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Kunststoffgranulat besteht oftmals aus geschredderten Autoreifen.
Das Kunststoffgranulat besteht oftmals aus geschredderten Autoreifen. © imago images / Michael Kristen
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Sportplätze sind in Deutschland für mehr schädliches Mikroplastik verantwortlich als Kosmetika oder Textilien. Die EU erwägt, das Kunststoffgranulat bis 2022 zu verbieten.

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Der deutsche Fußball braucht mehr Kunstrasenplätze. Besonders in Ballungsräumen sind Spielflächen knapp. Naturrasen ist zwar schöner, kann aber nicht so intensiv genutzt werden. Das Grün braucht immer wieder Ruhezeiten, ist vor allem bei Nässe und Kälte empfindlich. Kunstrasen lässt sich dagegen fast rund um die Uhr bespielen.

Deshalb träumen viele Vereine von eigenen Kunstrasenplätzen. Kommunen haben Förderprogramme aufgelegt. Auch die Fußballverbände fordern Anstrengungen, um mehr Kunstrasenplätze zu schaffen.

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Mikroplastik im Meer tötet Fische

Doch den Vereinen und Kommunen droht Ungemach: Die Kunstrasenplätze haben ein Plastik-Problem. Dabei geht es nicht um die Halme, sondern um das Granulat, mit dem der Kunstrasen aufgefüllt wird. Es dämpft, schützt vor Verletzungen – und besteht oftmals aus winzigen Plastikteilchen. Gelangt dieses Mikroplastik beispielsweise in Flüsse und Meere, können Fische es verschlucken und daran sterben.

Wer schon mal auf Kunstrasen gespielt hat, weiß, dass viel Granulat hinterher am Schuh klebt und vom Platz getragen wird. Deshalb muss der Platz immer wieder aufgefüllt werden. Unklar ist, welcher Anteil des Granulats im Müll landet und wie viel in die Umwelt gelangt. Fest steht aber: Kunstrasenplätze sind für eine erhebliche Menge Mikroplastik verantwortlich. Nach Schätzungen des Fraunhofer-Instituts verursachen Kunstrasenplätze in Deutschland mehr Mikroplastik als Kosmetika und Textilwäsche zusammen.

Medienberichten zufolge könnte das Plastikgranulat deshalb bis 2022 europaweit verboten werden. Das empfiehlt die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) der EU-Kommission. Was das für die Fußballvereine und Kommunen bedeutet, ist unklar. Auf jeden Fall sorgen die Pläne für erhebliche Verunsicherung. Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband etwa befürchtet eine "schwerwiegende Behinderung bis zum Zusammenbruch der Spielbetriebe". Das Land Schleswig-Holstein fördert bereits in diesem Jahr nur noch Plätze, die ohne Kunststoffgranulat auskommen. Auch anderswo werden Projekte infrage gestellt und Alternativen geprüft.

Alternativen: Sand oder Kork

Was sich durchsetzt, ist unklar. Kunstrasenplätze lassen sich auch mit Quarzsand auffüllen, der aber nicht so gut vor Verletzungen schützt. Korkgranulat ist teurer. In anderen Sportarten werden zum Teil Kunstrasen ohne Granulat eingesetzt, die vor dem Spiel gewässert werden müssen und so vor Verletzungen schützen. Auch anders konstruierte Rasenflächen, die das Granulat besser festhalten und deshalb weniger Ersatz benötigen, können helfen.

Was Spieler tun können

Und es schadet sicher auch nicht, wenn die Spieler sich bewusst sind, dass es da ein Problem gibt. Was an Granulat an den Schuhen und Sportklamotten klebt, gehört nicht ins Waschbecken oder in die Rabatten, sondern in den Müll. Oder besser noch: zurück auf den Platz.

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Das "Grundgesetz" der Initiative: Im Manifest könnt Ihr nachlesen, wofür #GABFAF sich einsetzt. Direkt hier in der Galerie! © #GABFAF
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