12. März 2021 / 21:20 Uhr

Nach vier langen Monaten: Engelsdorfer Kids freuen sich über Rückkehr auf den Platz

Nach vier langen Monaten: Engelsdorfer Kids freuen sich über Rückkehr auf den Platz

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Erstes Fußballtraining im Nachwuchsbereich des SV Lok Engelsdorf seit Beginn des Lockdowns im Herbst 2020. Die U9 Mannschaft von Trainer Axel Mönchen ist eine der ersten Teams, die am 12.03.2021 auf dem neuen Kunstrasenplatz trainieren.
Den Engelsdorfern merkt man nicht an, dass seit Monaten nicht mehr trainiert werden konnte. © Christian Modla
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Den Nachwuchsspielern von Lok Engelsdorf kann man die Freude darüber endlich wieder trainieren zu können deutlich ansehen. Nach der langen Wartezeit nehmen die Engelsdorfer die Einschränkungen gerne in Kauf, wenn dafür gegen den Ball gekickt werden darf.

Leipzig. Den Premierenspielzug wollte sich am späten Freitagnachmittag auch die März-Sonne nicht entgehen lassen. Pünktlich zur ersten Einheit auf dem neuen Kunstrasenplatz bei Lok Engelsdorf schaute Klärchen kurz vorbei – schon zum Fertigstellungstermin kurz vor Weihnachten nach einer Rekordbauzeit von elf Wochen sonnte sich das ausgewählte Personen-Quartett auf dem 90x55 Meter großen Spielfeld an der Hans-Weigel-Straße in der Adventssonne.

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DURCHKLICKEN: Erstes Training bei Lok Engelsdorf am 12. März

Die Nachwuchsspieler von Lok Engelsdorf genießen es, nach der langen Wartezeit endlich wieder gegen den Ball zu Kicken. Zur Galerie
Die Nachwuchsspieler von Lok Engelsdorf genießen es, nach der langen Wartezeit endlich wieder gegen den Ball zu Kicken. ©

Kaum erwarten konnte das besondere Training der 13-jährige Leo Strauß. „Wir haben ewig darauf gewartet und freuen uns alle sehr“, sagte der Gymnasiast, schnappte sich einen Ball und genoss die Solo-Einlage auf schönem Flur. Sein letztes Tor vor der Zwangspause? „Das war im Pokal, zweite Runde.“ Jugend-C-Übungsleiter Karsten Sichardt wusste die Details. „Es war Mitte Oktober, ein 7:0-Sieg über Fortuna. Leo zog aus 30 Metern ab und traf“, erinnerte sich der 36-Jährige. Mit seinem Trainerkollegen Axel Möchen (22) aus der E-Jugend und unter den Augen von Abteilungsleiter Jörg Ulrich bereitete er die Übungseinheit vor – ein paar elterliche Zaungäste schauten von draußen zu.

Vor dem Start wurde im großen Spielerkreis applaudiert. „Das heute ist etwas Besonderes. Wir sind schon stolz“, sagte Sichardt, ehe es mit Hygiene-Belehrung, Erwärmung, Technik-Grundlagen und Parcours losging. Leider konnten nicht alle Jungs den Extra-Kick genießen. Denn aufgrund der vorgeschriebenen Anzahl – zehn Spieler unter 15 Jahren in einer Gruppe – aber ob des größeren Kaders mussten die begehrten Plätze im Vorfeld ausgelost werden. Wunsch: Vielleicht kann die Klausel auf ... bis zum vollendeten 15. Lebensjahr erweitern. Dann würden die Teams nicht so auseinandergerissen.

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Unter bewilligtem Beschluss geblieben

Die Nachwuchskicker nahmen das Programm hoch motiviert an, als wären sie erst gestern vom Platz gegangen. Dabei ist das Monate her. Um nicht aus der Form zu kommen, wurde Online-Training angeboten. Jeder packte individuell was drauf.

Vereinspräsident Lutz Lehmann (67), der sich vom ambitionierten Anfang bis zum Zielbahnhof engagiert einsetzte, spielte am Freitag zurecht den Dauerlächler: „Wir sind einfach nur überglücklich, dass der Zug nun losrollen kann und das Projekt nach den vielen Anstrengungen und aufregenden Wochen fertig ist. Mein Dank geht an den gesamten Vorstand und die beteiligten Firmen.“ Lehmann sah zudem nach Kassensturz für das Aushängeschild folgendes: „In der Summe wurde es geschafft, zirka 45.000 Euro unter dem bewilligten Zuschuss von 744.000 Euro zu bleiben.“

Den vor dem Start zu den neuen Maßnahmen erhaltenen Pächterbrief, dazu die Allgemeinverfügung und die Sachsen-Verordnung kommentiert Lehmann folgendermaßen: „Da sieht keiner mehr durch.“

Ehrenmitglied Jens Lehmann anwesend

Auf Facebook sendete Lok folgendes Signal. „Wir freuen uns, dass endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist und wir somit einen großen Schritt in Richtung Normalität gehen können. Sport frei.“ Auf diese positive Nachricht schickte Sachsens Fußball-Präsident Hermann Winkler (57) einen „Daumen hoch“. Persönlich schaute am stolzen Freitag das Lok-Ehrenmitglied Jens Lehmann (53) vorbei.

Der Bahnrad-Olympiasieger war schon zur Adventsbesichtigung zur Stelle und zollte erneut Anerkennung. „Das im Ehrenamt zu stemmen, verdient höchstes Lob“, sagt Lehmann, der als Stadtrat und Bundestagsabgeordneter weiß, dass die moderne und gepflegte Sportstätte ein Leipziger Vorzeigeobjekt ist. Der Engelsdorfer wünscht sich nach wie vor „ein schönes Eröffnungsmatch. Was läge näher, als dazu die blau-gelbe Lok aus Probstheida begrüßen zu können. Dazu gibt es grünes Licht. Aber wann? Ein Abendmatch? Flutlicht ist ja doch. Doch aufgrund der Auf- und Ab-Zeiten muss eine Terminabsprache warten.

Abpfiff, nur zufriedene Gesichter. Der Anfang war ein gelungener. Im optimalen Fall rechnen die Engelsdorfer Mitte April wieder mit Punkt- und Pokalspielen. „Wenigstens die Hinrunde abhaken.“ Doch die Angst, dass es schnell wieder mit der Glückseligkeit zu Ende sein kann, spielt mit.