28. Januar 2022 / 14:48 Uhr

Kurios: Europas beste Torjägerin traf in der Bundesliga erst zweimal

Kurios: Europas beste Torjägerin traf in der Bundesliga erst zweimal

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Acht Tore in der Champions League: Tabea Waßmuth vom VfL Wolfsburg.
Acht Tore in der Champions League: Tabea Waßmuth vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Tabea Waßmuth ist Europas beste Torjägerin - jedenfalls in der Champions League. Dort traf die Angreiferin des VfL Wolfsburg bereits achtmal, während sie in der Bundesliga bei "nur" zwei Toren steht. Das will die Nationalspielerin ändern - und bastelt nebenbei weiter an ihrer Doktorarbeit.

Acht Treffer in dieser Champions-League-Saison: Tabea Waßmuth ist auf internationalem Parkett die beste Torjägerin Europas. Kurios: In der Bundesliga traf die Stürmerin des VfL Wolfsburg "nur" zweimal. Das soll sich in der Rückrunde, die am Samstag für die Wolfsburgerinnen mit dem Nachholspiel in Potsdam beginnt, ändern. Waßmuth: "Ich würde gerne in der Liga ein paar mehr Tore schießen und hoffe, dass mir das in der Rückrunde gelingt!"

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Durch die schwere Verletzung von Ewa Pajor war die Senkrechtstarterin nach ihrem Wechsel aus Hoffenheim im Sommer direkt in den Fokus gerückt, wurde in der VfL-Mannschaft zum wichtigen Rückhalt - wenn auch auf einer für sie eher ungewöhnlichen Position. In der Spitze spielte sie zuvor selten, kam immer eher über außen. In der Königsklasse stehen die Gegner tendenziell höher, dementsprechend profitiert sie als Stürmerin von mehr Räumen. "Es war ein aufregendes Halbjahr. Wir haben schon so viel durchgemacht, was man vielleicht sonst in der ganzen Saison erlebt", so die 25-Jährige. Dass sie direkt ins kalte Wasser geschmissen wurde, war dabei ein Vorteil. "Das hat wahrscheinlich ein Stück weit geholfen, denn es ist immer einfacher, wenn man nicht so viel Zeit hat nachzudenken. Begünstigt durch die vielen Spiele konnte ich es in der nächsten Begegnung schnell wieder besser machen, wenn man mal unzufrieden war."

Doktorarbeit neben dem Fußball

Parallel zum Profi-Dasein werkelt Waßmuth, die in Mannheim ein Psychologie-Studium abschloss, weiter an ihrer Promotion zur Rehabilitation für Schlaganfälle. Trotz Dreifachbelastung bekam Waßmuth bisher alles gut unter einen Hut, was auch daran liegt, dass sie sich die Zeit selber einteilen kann. "Ich finde es eigentlich ganz gut. Ich kann beispielsweise auf dem Hinflug was machen und auf dem Rückflug entspannen, falls es zu stressig war. Es ist bisher eine ganz gute Mischung", findet die Nationalspielerin. Und wenn sie doch mal komplett abschalten möchte, fernab von Fußball und Studium, warten zu Hause Freund und Hund. "Ich habe das große Glück, dass mein Freund mit nach Wolfsburg gekommen ist. Wenn man nach Hause kommt und jemanden da hat, ist es leichter."

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Wenn es um ihr Potenzial geht, sieht sich Waßmuth nicht am Ende. Als Sturmspitze noch besser zu werden, sei unter anderem ein Ziel, vor allem beim "Eins-gegen-Eins mit Gegner im Rücken" und "Ball halten" sieht die 25-Jährige ihre größten Verbesserungsmöglichkeiten. Im DFB-Team ist sie eine Kandidatin für die Europameisterschaft im kommenden Sommer. Die Grundlage dafür, so Waßmuth, "setzt man im Verein. Mit allen drei Wettbewerben auf Top-Niveau gibt es keine bessere Vorbereitung, davon kann ich nur profitieren!"

Dass es noch drei Wettbewerbe sind, lag auch an ihr. In der Champions League glänzte Waßmuth, war mit ihrem Doppelpack im entscheidenden Spiel gegen Chelsea maßgeblich am Viertelfinal-Einzug beteiligt. Das 4:0, so die gebürtige Gießenerin, "war von der Dramaturgie und den Emotionen her ein Highlight. Das hat uns vorher vielleicht nicht jeder zugetraut. Es war ein Spiel, in dem vieles perfekt zusammengelaufen ist und an das ich noch lange zurückdenken werde." Bei ihrem zweiten Treffer, als sie den Ball kompromisslos unter die Latte ballerte, "habe ich einfach nur gedacht: 'Hau drauf!' Da sind ziemlich viele Emotionen rausgekommen. Das sind Momente, an denen man sich auch ein bisschen orientieren kann, denn es zeigt, was mit der Mannschaft möglich ist."

In Potsdam geht's für Waßmuth und Co. nun erst einmal um die Rückeroberung der Bundesliga-Spitze. "Potsdam ist im Umschaltspiel richtig stark", warnt Europas Top-Torjägerin, "darauf müssen wir uns einstellen."