04. August 2019 / 16:43 Uhr

Kurios: Rote Karte für Berliner Torhüter vor Anpfiff bei Sieg von Hansa Rostock II

Kurios: Rote Karte für Berliner Torhüter vor Anpfiff bei Sieg von Hansa Rostock II

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
In dieser Szene netzt Julian Hahnel (l.) zum 2:0 für den FC Hansa Rostock II ein. CFC-Ersatzkeeper Amir Salem.
In dieser Szene netzt Julian Hahnel (l.) zum 2:0 für den FC Hansa Rostock II ein. CFC-Ersatzkeeper Amir Salem. © Danilo Thienelt
Anzeige

Keeper Steven Braunsdorf fliegt nach einem Disput mit dem Schiedsrichter noch vor Beginn der Partie vom Platz. Am Ende gewinnt Hansa Rostock II mit 5:1 gegen den Charlottenburger FC Hertha vom Platz.

Anzeige
Anzeige

Kuriosum am ersten Spieltag der NOFV-Oberliga Nord: Das Spiel zwischen dem FC Hansa Rostock II und dem Charlottenburger FC Hertha war noch nicht angepfiffen, da zückte Schiedsrichter Andy Stolz schon die Rote Karte. Er stellte CFC-Torhüter Steve Braunsdorf vom Feld, bevor der Anstoß der Partie, die 5:1 (2:1) für die FCH-Reserve endete, erfolgt war. Doch wie kam es überhaupt zu dieser verrückten Situation?

Torhüter schon vor Beginn auf 180

Der ehemalige Neustrelitzer Schlussmann Braunsdorf war aufgebracht und schmiss sein Torwarttrikot auf den Boden. CFC-Trainer Tuurijalai Zazai versuchte den Grund für die Reaktion seines Keepers in einem Video-Beitrag auf berlinkick-online zu erklären: „Bei Steven ging es um das Trikot, er sollte es vorher ausziehen. Da er so wütend war, warf er das Trikot auf den Boden und hat dann noch ein Wort gesagt, wie 'Kack dich nicht ein' oder so." Nach SPORTBUZZER-Informationen soll Schiri Stolz etwas gegen das Unterzieh-Shirt von Braunsdorf gesagt haben.

Mehr zur NOFV-Oberliga Nord

Als „sehr bitter" bewertete es Zazai, dass sein Torwart durch den vorzeitigen Platzverweis erst gar nicht ins Spiel eingreifen konnte. „Er hat unserer Mannschaft einen Bärendienst erwiesen. Ich hoffe er lernt aus der Situation", so der 37-Jährige.

Trotz des Roten Kartons durften die Berliner in Rostock mit elf Mann agieren. Die Fußball-Regeln besagen nämlich, dass ein Team nach einer Hinausstellung vor dem Anpfiff dennoch vollständig antreten darf. Es müsse für den vom Platz gestellten Akteur nur ein Ersatzspieler gefunden werden. Im Fall der Partie zwischen Hansa II und dem CFC Hertha war es Amir Salem, der in die Bresche springen musste. Der erst 18-Jährige kam zu seinem dritten Oberliga-Spiel überhaupt und machte seine Sache trotz fünf Gegentoren nicht schlecht.

Reaktionen zum Spiel und zum kuriosen Torhüter-Platzverweis im Video:

Bei den zwei Rostocker Treffern im ersten Durchgang durch Henry Haufe (11.) und Julian Hahnel (45. +1) war der junge Torwart machtlos. Die Gastgeber agierten abgeklärter vor dem Kasten als die Berliner, die unter anderem durch Wael Karim den Pfosten trafen. Zudem packte FCH-Keeper Philipp Puls einige starke Paraden aus. Hansa-Trainer Axel Rietentiet meinte, dass der 18-Jährige ein Garant für den Kantersieg war. „Mit Pulle (Spitzname von Puls, d. Red.) hatten wir einen richtig starken Rückhalt. Er hat seine Sache sehr gut gemacht", lobte Rietentiet.

Partie enger, als es das Ergebnis aussagt

Nach dem Berliner Anschlusstreffer durch Oktay Ugur (55.) wurde es kurzzeitig noch einmal eng. Als Niklas Tille in der 69. Minute per Strafstoß zum 3:1 für die Drittliga-Reserve traf, zogen die Rostocker davon. Julian Hahnel (75., 79.) gestaltete mit seinen Toren zwei und drei das Ergebnis noch deutlich. „Wir waren keineswegs um vier Treffer besser als der Gegner. Das Ergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf nicht wieder", resümierte Rietentiet, der trotz des Erfolgs noch eine Menge Arbeit vor sich sieht.

Am kommenden Wochenende hat die zweite FCH-Mannschaft aufgrund der ersten Landespokalrunde spielfrei. Die Hansa-Amateure testen dafür am Freitag (18 Uhr) beim Verbandsligisten Rostocker FC. Danach geht es in der Oberliga mit dem Auswärtsspiel bei Aufsteiger Victoria Seelow (18. August) weiter.

Die wichtigsten Sommertransfers zur Saison 2019/20 in M-V

Frank Rohde schreit seine Freude nach dem 1:0 für den Greifswalder FC heraus. Zur Galerie
Frank Rohde schreit seine Freude nach dem 1:0 für den Greifswalder FC heraus. ©

FC Hansa Rostock II: Puls - Billep (63. Fichelmann), Daedlow, Hurtig (46. Birkholz), Haufe (75. Ulrich), Meyer, Willms, Tille, Böhm, Kroh, Hahnel.
Tore: 1:0 Haufe (11.), 2:0 Hahnel (45. +1), 2:1 Ugur (55.), 3:1 Tille (69./Strafstoß), 4:1, 5:1 Hahnel (75., 79.).
Schiedsrichter: Andy Stolz (Pritzwalk).
Zuschauer: 96.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Mecklenburg Vorpommern
Sport aus aller Welt