28. Februar 2020 / 15:12 Uhr

Kurios: Hannover Scorpions wollen keinen Trainer - Indians in Essen zu Gast

Kurios: Hannover Scorpions wollen keinen Trainer - Indians in Essen zu Gast

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Hannover Scorpions bejubelnt das 1:0 durch Björn Bombis (Mitte).
Björn Bombis (Mitte) ist die Wunschlösung bis Ende der Saison. © deisterpics/Stefan Zwing
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Die Konstellation bei den Scorpions Hannover mutet komisch an: Sie haben einen Trainer unter Vertrag, der jedoch von seinen Aufgaben zurückgetreten ist, aber dennoch anwesend sein muss, damit Kapitän Björn Bombis weiter die Interimslösung sein kann. Überhaupt steht an diesem Wochenende der letzte Hauptrunden-Spieltag für die Scorpions und Indians an.

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Es ist zwar keine Rolle rückwärts, aber doch eine überraschende Wendung: Die Hannover Scorpions werden keinen neuen Trainer installieren, sondern machen weiter wie bisher. Der Eishockey-Oberligist hatte die vergangenen drei Partien gewonnen, dabei lag die sportliche Verantwortung bei der Mannschaft um Kapitän Björn Bombis. Um die Voraussetzung zu erfüllen, dass ein Inhaber mit B-Lizenz anwesend ist, wird der vor zwei Wochen zurückgetretene Coach Dieter Reiss weiterhin mit von der Partie sein – wie zuletzt auch.

Bilder vom Eishockey-Spiel der Oberliga Nord zwischen den Hannover Scorpions und Hannover Indians

Die Hannover Scorpions feiern die Derbysieg gegen die Hannover Indians. Zur Galerie
Die Hannover Scorpions feiern die Derbysieg gegen die Hannover Indians. ©

"Wenn es gut läuft, sollte man nichts ändern"

„Was man nicht vergessen darf: Dieter hat bei uns nicht fristlos gekündigt. Er bleibt ein bezahlter Angestellter. Er ist nur von der Aufgabe als Trainer zurückgetreten und hat diese auf die Mannschaft übertragen“, sagt Sportdirektor Eric Haselbacher. Ohne Frage ein Impuls, der funktioniert hat: Die Scorpions bezwangen die Indians (5:2) und Leipzig (3:2), ehe der 5:0-Coup in Tilburg folgte.

Die Entwicklung, nach der sich die Scorpions für die Play-offs qualifiziert haben und diese bei günstigem Verlauf des Wochenendes sogar mit dem Heimvorteil beginnen könnten, hat zu einem Umdenken geführt. „Wenn es gut läuft, sollte man nichts ändern – das ist doch im Sport immer so“, sagt Haselbacher.

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Stolikowski bleibt Wunschtrainer

Vor einigen Tagen schien es nur eine Frage der Zeit, bis Tobias Stolikowski als neuer Trainer verkündet wird. Peter Willmann ist kein Thema mehr. Die Mannschaft zieht es aktuell aber vor, den Rest der Saison in Eigenregie zu absolvieren. Stolikowski bleibt jedoch Topfavorit, „denn wir müssen ja auch an die nächste Saison denken“, sagt Haselbacher, der nach eigenen Angaben innerhalb der vergangenen Woche „30 bis 40 Anrufe bekommen hat mit Angeboten von Trainern oder deren Agenten“.

Weiter geht es für die Scorpions am heutigen Freitag in Herne (20 Uhr) und am Sonntag daheim gegen Halle (18 Uhr) – es ist das letzte Spielwochenende der Hauptrunde. Nico Schnell und Robin Thomson gehören wieder zum Kader, Marius Nägele kuriert seine Lungenentzündung auf Mallorca aus.

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Die Indians treten heute (20 Uhr) bei den Moskitos Essen, am Sonntag (19 Uhr) sind die Füchse Duisburg zu Gast am Pferdeturm. Mit zwei Siegen dürfte der ECH, bei dem Nick Bovenschen seinen Vertrag verlängert hat, den vierten Platz und damit den Heimvorteil in den Play-offs erreichen. Denn die Icefighters Leipzig, sein größter Kontrahent, treten am Sonntag bei den Tilburg Trappers an – die sich nach der Pleite gegen die Scorpions sicher kein zweites Mal düpieren lassen.

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