20. Januar 2022 / 11:18 Uhr

Kurios: TSV Ahnsen steht in der Kreisliga ganz unten und in der VGH-Fair-Play-Wertung ganz oben

Kurios: TSV Ahnsen steht in der Kreisliga ganz unten und in der VGH-Fair-Play-Wertung ganz oben

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
x-Max-Luis Weihmann
Zu lieb in den Zweikämpfen? Hier lässt der Ahnser Max-Luis Weihmann (links) dem Obernkirchner Pascal Büsing viel Raum. Ahnsens Coach Ralf Zoberbier schaut genau hin. © Uwe Kläfker
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Schaumburger Kreisligist TSV Ahnsen schafft es im VGH-Cup unter die besten zehn Teams der Gesamtwertung. Trainer Ralf Zoberbier erklärt, warum er sich mit diesem Erfolg nicht wohlfühlt.

LANDKREIS. Die Wertung im VGH-Fairness-Cup ist zur Halbzeit wegen der unterschiedlichen Anzahl an Spielen nicht so aussagekräftig wie in den Vorjahren. Immerhin, der NFV-Kreis Schaumburg liegt im Gesamtranking der 32 ausgewerteten Fußballkreise auf einem guten achten Platz. Aus dem Bezirk Hannover sind da nur die Hildesheimer (2.) und der Nachbar Hameln-Pyrmont als Vierter besser. Auch eine Schaumburger Mannschaft hat es unter die besten zehn geschafft. Kurios: Der TSV Ahnsen kämpft um den Klassenerhalt, hat aber in Sachen Fair Play die Nase vorn. Der Kreisligist sammelte lediglich 13 Gelbe Karten in 16 Partien, was einen Quotienten von 0,8125 ergibt.

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Ich wünsche mir doch ein bisschen mehr Zweikampfhärte

Der Erfolg eines um den Klassenerhalt kämpfenden Tabellenletzten in einer Fair-Play-Wertung ist überraschend. TSV-Trainer Ralf Zoberbier sieht es deshalb auch mit gemischten Gefühlen. „Das passt mir nicht. Wenn ich Tabellenletzter bin, kann ich nicht in der Fairness-Tabelle oben stehen.“ Ist der TSV zu lieb? Zoberbier hat seine eigenen Vermutungen angestellt, die in diese Richtung gehen: „Wir sind zu zaghaft in den Zweikämpfen und die Schiedsrichter vielleicht zu rücksichtsvoll. Ich wünsche mir doch ein bisschen mehr Zweikampfhärte, die nicht unbedingt zur Gelben Karte führt. Zudem haben wir die Hälfte der Karten noch wegen Sabbeln erhalten.“ Ein Trainer fühle sich nicht wohl, wenn seine Mannschaft unten stehe und „Platz eins in der Fairness-Tabelle hat“.

Natürlich würden sie in Ahnsen die zugehörige VGH-Prämie nicht ausschlagen, aber Zoberbier wäre es lieber, „wenn wir am Ende oben stehen würden – aber nicht abgestiegen sind.“ Im Fair Play führen die Ahnser vor dem Staffelkonkurrenten FC Hevesen (34.), der fünf Gelbe Karten mehr auf dem Konto hat. Es fehlen aber eben auch sechs Punkte, der eigentlichen Währung, zum rettenden Ufer in der Kreisliga. Die wollte der TSV zum Ende der Hinrunde bereits aufgeholt haben. „Es ist leider nicht so gekommen“, räumt Zoberbier ein. Es sei aber noch nicht aller Tage Abend. Bei den Ahnsern geht es geordnet zu, was sich im Abstiegskampf durchaus noch als Trumpf erweisen kann.

Vom Schaumburger Tabellenführer zum ungefährdeten Schlusslicht der Fair-Play-Wertung, der SG Bad Nenndorf-Riehe. Auf Rang 957 geführt, hat der Tabellenachte der Kreisliga bereits 39 Gelbe, vier Gelb/Rote und zwei Rote Karten kassiert.

Bester Schaumburger Vertreter auf Bezirksebene ist der TuS SW Enzen auf Rang 53. Der Bezirksligist kassierte in der Vorrunde 15 Gelbe Karten, absolvierte aber lediglich zwölf Punktspiele.
Im bereits zum 29. Mal ausgetragenen VGH-Fairness-Cup werden Gelbe Karten mit je einem, Gelb-Rote Karten mit je drei und Rote Karten mit je fünf Strafpunkten geahndet, zusätzlich schlagen Sportgerichtsurteile oder auch das Nichtantreten von Mannschaften mit zehn Zählern zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele ergibt den Fairness-Quotienten.

Bewertet werden 994 Teams von der Kreis- bis zur 1. Bundesliga

Bewertet werden 994 Teams von der Kreis- bis zur 1. Bundesliga. Zur Halbzeit liegt in der Gesamtwertung der Bezirksligist SV Ippensen (Bezirk Lüneburg) mit einem Wert von 0,588 vorne. Schlusslicht ist der SV Oßloß (6,0) aus dem Kreis Gifhorn, der es in nur sieben Partien auf 26 Gelbe, je zwei Gelb/Rote und Rote Karten brachte. Neben den drei besten Teams der Gesamtwertung werden zusätzlich die fairsten Mannschaften der einzelnen VGH-Regionaldirektionen mit wertvollen Preisen bedacht.


Mit ihrem Durchschnitts-Quotienten von 2,36 erzielen die 994 bewerteten Teams das zweitbeste Ergebnis in der Wettbewerbsgeschichte. Halten sie sich auch in der Rückrunde in puncto Kartensammeln vornehm zurück, so könnte der Bestwert wackeln, den die damals 957 bewerteten Mannschaften in der Spielzeit 2018/19 mit 2,34 aufstellten.

Der Schaumburger Kreisvorsitzende Reinhard Stemme ist mit dem Zwischenergebnis nicht unzufrieden: „Eine ordentliche Platzierung, wir sind auf einem guten Weg. Es ist aber noch Luft nach oben.“