29. März 2021 / 09:30 Uhr

„Kurtchen“ Krauß wird 80: Ehemaliger Spieler des I. SC Göttingen 05 stand beim FC Bayern auf der Liste

„Kurtchen“ Krauß wird 80: Ehemaliger Spieler des I. SC Göttingen 05 stand beim FC Bayern auf der Liste

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kaiser Franz und König Kurt: Franz Beckenbauer vom FC Bayern München (l.) und Kurtchen Krauß vom I. SC 05 tauschen im Jahnstadion Göttingen die Wimpel.
Kaiser Franz und König Kurt: Franz Beckenbauer vom FC Bayern München (l.) und Kurtchen Krauß vom I. SC 05 tauschen im Jahnstadion Göttingen die Wimpel. © r
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Alle nennen ihn nur „Kurtchen“. Kurt Krauß feiert am Montag seinen 80. Geburtstag. Mit dem I. SC Göttingen 05 stand er kurz vor dem Erstliga-Aufstieg, als Jugendspieler war er Kapitän der Nationalmannschaft.

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Kurt Krauß feiert am Montag seinen 80. Geburtstag. Der in der Szene nur „Kurtchen“ genannte Fußballer gilt als einer der besten Kicker Göttingens. Mit dem I. SC 05 feierte der Mittelfeldregisseur seine größten Erfolge, angefangen hat aber alles beim Konkurrenten am Sandweg – bei der SVG Göttingen.

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Dort begann er im Alter von zehn Jahren mit dem Fußballspielen. Reichlich Talent, eine feine Technik und ein enormer Ehrgeiz brachten ihn mit 17 Jahren in die Jugend-Nationalmannschaft. „Das war natürlich enorm eindrucksvoll. Wir haben vor Kulissen gespielt die keiner von uns gewöhnt war“, erzählt der heute 80-Jährige. Insgesamt sieben Mal trug Krauß das Trikot mit dem Bundesadler. Beim FIFA-Jugendturnier in Bulgarien mit teilweise 60000 Zuschauern auf den Rängen führte Krauß die deutsche Elf sogar als Kapitän an.

Nach einem kurzen Gastspiel bei Arminia Hannover kehrte Krauß – „der Liebe wegen“ zurück nach Göttingen – zur SVG an den Sandweg. Mit seiner Frau Lisa feiert er in diesem Jahr noch Diamantene Hochzeit. Dann spielte er für Borussia Fulda, doch der Trainer des I. SC Göttingen 05, Fritz Rebell, wollte Kurtchen Krauß in seinem Team haben und der Spieler nahm das Angebot an.

Er hat die beste Zeit der Schwarz-Gelben und des Göttinger Fußballs maßgeblich mitgeprägt als einer der besten Fußballer, den es in der Region bisher gab. 1966, 1967 und 1968 wurde er mit dem I. SC 05 jeweils Vizemeister in der Regionalliga Nord. 1968 schlug die große Stunde. Denkbar knapp verpasste Kurtchen Krauß mit den 05ern den Aufstieg in die 1. Bundesliga, zweimal fünf Minuten fehlen zum Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Unvergesslich bleibt das Aufstiegsspiel gegen Hertha BSC im Berliner Olympiastadion vor 75000 Zuschauern.

Viele gute Spieler, der Teamgeist und Trainer Rebell waren die Garanten für den Höhenflug.„Fritz Rebell war ein absoluter Experte. Er war immer ehrlich und machte ein gutes, aber hartes Training. Ein Glücksfall für 05 und für mich“, sagte Krauß später.

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Sogar ein Angebot vom FC Bayern München lag bei dem Göttinger zu dieser Zeit auf dem Tisch. Das sickerte in der lokalen Fußballszene durch, der legendäre 05-Betreuer Franz „Keks“ Müller sorgte dafür, dass Kurt Krauß zum Wehrdienst in der Zietenkaserne anzutreten hatte. Statt Doppelpass mit Franz Beckenbauer hieß es „Antreten zum Appell“. Ein Bundeswehrturnier führte dann zum Ärger mit dem damaligen 05-Trainer Reinhard Roder, Kurt Krauß zog deshalb im Sommer 1973 das 05-Trikot aus.

Danach heuerte er als Spielertrainer beim SC Weende an. Drei Mal wurde er in der Nordstadt Trainer, drei Mal stieg er mit dem SCW auf. Darüber hinaus saß Kurt Krauß noch als Trainer bei der SVG, beim FC Grone, beim I. SC 05, bei der SV Südharz und in Klein Lengden auf der Bank.

Von Kathrin Lieng