03. September 2018 / 21:10 Uhr

KW/Senzig unterliegt an der Alten Försterei gegen Union Berlin

KW/Senzig unterliegt an der Alten Försterei gegen Union Berlin

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Senziger Mauer beim Freistoß der Unionerinnen © Verein
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Nachwuchsfußball: In der vergangenen Woche kam es für die Jungs von der Spielgemeinschaft KW/Senzig zu zwei besonderen Begegnungen gegen die Nachwuchs-Mädels von Union Berlin.

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„Gegen Union zu spielen ist schon was geiles“ sagt der Senziger Innenverteidiger Benno Dinter nach dem Überraschungssieg gegen die C-Juniorinnen vom 1. FC Union Berlin. „Die Anspannung war sehr groß, weil dieses Spiel die Chance war sich als Mannschaft gegen einen namhaften Gegner gut zu verkaufen“ führt er fort, doch nicht nur die Anspannung der Spieler zeigte wie besonders das Spiel ist, denn zum Testspielhighlight kam gefühlt das halbe Dorf in den Wiesengrund. „Man hat als C-Junioren Kreisligist bei jedem Spiel ziemlich wenig Zuschauer. Umso schöner war es, dass gefühlt das halbe Dorf sich an einem Mittwochabend dafür entschied unser Spiel anzugucken“, berichtet Dinter und meint weiter: „So etwas ehrt einen persönlich sehr stark“.

Unter die vielen Zuschauern mischten sich sicherlich auch ein paar Fußballinteressierte, die vor allem da waren um den seltenen Vergleich zwischen Jungs und Mädchen zu erleben und es lohnte sich in den Senziger Wiesengrund, der besonders auch für traditions- und erfolgreichen Frauen- und Mädchenfußball bekannt ist, zu kommen. Die Jungs vom Trainerteam Roder/Radke schafften nämlich, dass was kaum jemand gedacht hatte: Sie schlugen die hochtalentierten C-Mädels vom Berliner Zweitligisten mit 8:2. Das lag maßgeblich daran, dass die KWer und Senziger ihre Gegnerinnen nicht unterschätzen, schließlich zählen sie zu den besten Spielerinnen Ostdeutschlands und haben im Nachwuchsleistungszentrum des Köpenicker Kultvereins und als Schülerinnen von Sportschulen ein deutlich höheres Trainingspensum als die Freizeitkicker aus der Rundfunkstadt. „Schon am Anfang beim Aufwärmen wurde klar, dass sie echt etwas drauf haben und im Spiel haben sich die Vermutungen bestätigt“ sagt Dinter über seine Gegenspielerinnen die auch Anfangs stark aufspielten doch am Ende doch verloren.

Melina Butt im Zweikampf gegen gleich zwei Senziger Spieler
Melina Butt im Zweikampf gegen gleich zwei Senziger Spieler © Verein

So schafften die KW/Senziger die Überraschung im Wiesengrund

Technisch spielten die Berlinerinnen stark auf, doch man merkte, dass sich viele Spielerinnen des sehr jungen Teams gerade in einer Phase befanden, in der sie sich vom Kleinfeld auf das Großfeld umgewöhnen mussten. Die KWer nutzten diese Schwierigkeiten und gingen sehr früh in Führung, während die Spielerinnen von Union mit dem hohen Rasen zu kämpfen hatten.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase nahm jedoch auch das Spiel der Gäste Fahrt auf und die Spielanteile glichen sich aus, doch während die KW/Senziger mit Sonntagsschüssen Tore erzielten und der trotzdem sehr starken Gäste Torhüterin keine Chancen ließen, bissen sich die Berlinerinnen am Torhüter der KWer Eintracht die Zähne aus. Erst ein starker Schuss von Gülcan Aksoy brach den scheinbaren Fluch. Kurz darauf war auch sie es, die mit dem Treffer des Tages ihre Mannschaft zum 3:2 Anschluss verhalf. Die Reaktion der Hausherren folgte erst im Laufe des Spiels. Die Jungs passten sich an die ungewohnte Spielart der Gegnerinnen an und merkten, dass sie mit schnellen Tempogegenstößen die Unionerinnen überspielen können. So entstanden die weiteren fünf Tore der Hausherren hauptsächlich durch Geschwindigkeitsvorteile. Die Überrraschung im Wiesengrund war perfekt.

Hinter Toptalent Barsi Mawlud kam niemand hinterher
Hinter Toptalent Barsi Mawlud kam niemand hinterher © Verein

Highlight an der Alten Försterei: Training der Bundesliga-Profis auf dem Nebenplatz

Drei Tage später reisten die KW/Senziger zum „Rückspiel“ an die Alte Försterei. Diesmal waren die Gegnerinnen die B-Juniorinnen des 1. FC Union Berlin. Nicht nur die körperlichen Vorteile der Jungs waren im Vergleich zu den C-Juniorinnen verschwunden, die Spielerinnen von Trainer Sven Fiedler sind der absolute Top-Favorit für den Aufstieg in die Bundesliga.

Dem entsprechend waren die KW/Senziger eher Chancenlos und genossen das Testspiel eher als Highlight, denn die Rahmenbedingungen waren vor allem für die Senziger Spieler etwas ganz besonders: „Das große Stadion im Hintergrund zu haben, die riesigen modernen Kabinen und die professionelle Anlage machten diesen Tag zu einem absoluten Highlight“ sagte ein Spieler der Spielgemeinschaft im Rückblick auf diesen Tag.

Ein weiteres Highlight für die Jungs war das was sich auf dem Nebenplatz abspielte. Die Profis des Bundesligisten bereiteten sich im Abschlusstraining auf ihr Spiel gegen den FC St. Pauli vor und so konnten zumindest die Eltern der C-Junioren während des Spiels ein Blick auf das Training der Profis wagen. Ihre Spieler hatten nämlich alle Hände voll zu tun.

Barsi Mawlud (kurz vor ihrem nächsten Tor) im Zweikampf gegen den KWer Keeper Finley Pfuch
Barsi Mawlud (kurz vor ihrem nächsten Tor) im Zweikampf gegen den KWer Keeper Finley Pfuch © Verein

Verkraftbare 9:1 Pleite im Rückspiel an der Alten Försterei

Sven Fiedlers Mädels spielten von Anfang an ein überragendes Tempo und ließen die eigentlich vergleichsweise so talentierten Spieler der neuentstandenen Spielgemeinschaft wie Amateure aussehen. Über die ganzen 80 Minuten beherrschten die Unionerinnen das Spielgerät und konnten ihr Spiel, das einer Machtdemonstration glich, durchziehen. Den KW/Senzigern blieb nur die Gegenwehr, die meist durch überragende Einzelaktionen von Barsi Mawlud, alles andere als leicht fiel.

Lediglich ein paar gute Konter ließen die Jungs von Radke und Roder in der zweiten Halbzeit zu Chancen kommen. In den meist nachfolgenden Ecken konnten die Gäste einen Schwachpunkt der Eisernen feststellen und so war es fast klar, dass die Jungs aus der Rundfunkstadt nur durch eine Ecke zu einem Anschlusstreffer kommen konnten.

Gemeinsames Gruppenbild am Ende des Spiels
Gemeinsames Gruppenbild am Ende des Spiels © Verein

Am Ende steht in diesem Spiel ein 9:1 für Union und die Senziger und KWer können Erfahrungen, aber besonders auch Erinnerungen von zwei völlig unterschiedlichen Spielen gegen zwei Gegner mitnehmen die sie wohl so schnell nicht mehr vergessen werden.