21. September 2020 / 22:24 Uhr

Kyereh rettet den FC St. Pauli: VfL Bochum gibt sicher geglaubten Sieg aus der Hand

Kyereh rettet den FC St. Pauli: VfL Bochum gibt sicher geglaubten Sieg aus der Hand

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Daniel Kofi Kyereh erzielte zwei Tore und rettete dem FC St. Pauli in Bochum einen Punkt.
Daniel Kofi Kyereh erzielte zwei Tore und rettete dem FC St. Pauli in Bochum einen Punkt. © Getty
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Im ersten Montagsspiel der neuen Zweitliga-Saison hat sich der FC St. Pauli nach einem deutlichen Rückstand noch einen Punkt beim VfL Bochum erkämpft. Daniel Kofi Kyereh glänzte mit einem späten Doppelpack.

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Fast aus dem Nichts hat der VfL Bochum zum Start der neuen Saison in der 2. Bundesliga einen bereits sicher geglaubten Heimsieg verschenkt. Der Ruhrpott-Klub gab gegen einen lange harmlosen FC St. Pauli nach einer über weite Strecken souveränen Vorstellung eine hochverdiente Zwei-Tore-Führung her und spielte noch 2:2 (1:0). Die Gastgeber waren vor immerhin 3500 Zuschauern im Ruhrstadion durch Robert Zulj (26.) und Simon Zoller (76.) in Front gegangen, Daniel Kofi Kyereh (84., 86.) glich für die Hamburger völlig überraschend noch aus.

"Es wäre vermessen zu sagen, dass wir den Sieg verdient gehabt hätten, aber wir hatten die Chance dazu", sagte St. Paulis Trainer Timo Schultz nach dem Spiel bei Sky. "Ich muss den Jungs ein Kompliment machen." Zunächst war Bochum klar besser und ging durch Zulj auch in Führung: Der Österreicher trat einen Freistoß von der linken Seite - aus einer vermeintlich ungefährlichen Position und einer beträchtlichen Entfernung. Sein scharf getretener Standard flog dann jedoch an sämtlichen im Strafraum postierten Bochumern und Hamburgern vorbei, wurde länger und länger und ließ letztlich auch St. Paulis Torwart Robin Himmelmann keine Abwehrchance. Zulj, im Januar aus Hoffenheim gekommen, hatte schon im Pokal gegen Engers (3:0) als Torschütze geglänzt.

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Auch nach Wiederanpfiff blieben die Bochumer zunächst die bessere (weil aktivere) Mannschaft. Eine Direktabnahme von Zoller (46.) verunglückte jedoch, der nächste Zulj-Freistoß wurde diesmal sichere Beute für Himmelmann (54.). St. Pauli blieb insgesamt lange viel zu ungefährlich, die Hamburger wurden erst mit der Einwechslung von Top-Talent Finn Ole Becker offensiv präsenter. Konkrete Angriffsbemühungen fielen allerdings vor allem in das Ressort der Gastgeber. Nach einem Fehlpass von St. Paulis Abwehrchef Christopher Avevor kombinierten sich die Bochumer stark in den Sechzehner, wo Zoller souverän zum 2:0 einschob.

Offener Schlagabtausch in den Schlussminuten

Der VfL ließ St. Pauli jedoch im Spiel. Die Hamburger zeigten plötzlich doch Abschluss-Qualitäten - und wie! Aus dem Nichts verkürzte der vor der Saison aus Wiesbaden verpflichtete Kyereh (84.) nach Zuspiel des eingewechselten Daschner aus kurzer Distanz auf 1:2. Nur zwei Minuten später stellte die Mannschaft von Neu-Trainer Timo Schultz die Partie dann auf den Kopf. Wieder fand Daschner Kyereh, der in halblinker Position vollkommen frei stand und den Ausgleich markierte. In der Schlussphase entwickelte sich die Partie zu einem offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten - letztlich blieb es aber bei der Punkteteilung.

Vor dem ersten Montagsspiel der Saison hatten Bochums Fans ihre Freude über die Zuschauer-Rückkehr zum Ausdruck gebracht, indem sie rund um das Stadion die Vereinsfarben Blau und Weiß in Szene setzten. Die Anhänger hatten Straßen, Zugänge zum Stadion und die umliegenden Wohnhäuser mit Fahnen, Luftballons und Wimpeln in Blau und Weiß geschmückt.