23. März 2018 / 15:40 Uhr

Kyritz-Coach Ronny Krapat: "Meine Mannschaft und unser Spiel gehen natürlich vor"

Kyritz-Coach Ronny Krapat: "Meine Mannschaft und unser Spiel gehen natürlich vor"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Viele Fußballer und Trainer können dem Pokal-Kracher nicht beiwohnen.
Viele Fußballer und Trainer können dem Pokal-Kracher nicht beiwohnen. © Böttcher, Möller
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Fußballtrainer kritisieren die Anstoßzeit des Landespokal-Halbfinals zwischen dem MSV Neuruppin und Babelsberg 03.

„Jeder Verein hier im Fußballkreis ist froh über jeden Zuschauer. Die Entscheidung ist für viele äußerst unglücklich“, sagt Fritz Kähler betrübt. Der Trainer des Lindower SV wäre gern zum Landespokal-Halbfinale zwischen dem MSV Neuruppin und Regionalligist Babelsberg 03 (Sonnabend, 15 Uhr) gegangen. Kann er aber nicht, denn sein Team, welches in der Landesklasse West aktiv ist, muss gegen Grün-Weiß Golm zeitgleich um wichtige Punkte gegen den Abstieg kämpfen. Die Anstoßzeit im Neuruppiner Volksparkstadion, wo wohl das größte regionale Fußball-Highlight in diesem Jahr stattfindet, ist identisch mit denen in Lindow, Wittstock, Pritzwalk, Kyritz und Brandenburg. An jenen Orten, wo die restlichen Fußballer aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin, welche auf Landesebene kicken, im Einsatz sind.

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Gäbe es eine eigene Nationalmannschaft für Brandenburg, wären diese Spieler dabei:

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„Meine Mannschaft und unser Spiel gehen natürlich vor. Ich und einige meiner Jungs wären aber gern zu diesem Hingucker gefahren“, bestätigt auch Ronny Krapat. Der Trainer des SV Rot-Weiß Kyritz muss sich aber auf Landesklassen-Gegner Lok Seddin konzentrieren. Ebenfalls gegen ein Team aus dem Potsdamer Raum muss Hansa Wittstock ran. Die Dossestädter erwarten den RSV Eintracht zu einem brisanten Duell im Stadion des Friedens. Im Hinspiel wurde die Partie abgebrochen, Wochen später vor dem Sportgericht geklärt und anschließend nachgeholt. Mit 3:2 behielten die Stahnsdorfer im zweiten Anlauf die Oberhand, nun will Hansa-Coach Jörg Lutter wenigstens einen Zähler daheim behalten: „Der Gegner hat fußballerisch mehr Möglichkeiten und ist auch favorisiert. Meine Spieler dürfen aber auch nicht vor Ehrfurcht erstarren.“

Er kritisiert die zeitgleichen Anstoßzeiten ebenfalls scharf: „Das ist doch auch für den MSV ein Unding. Denen fehlen doch bestimmt 500 Zuschauer. Die haben ein geiles Stadion, Flutlichtmasten und perfekte Voraussetzungen. Freitagabend oder Sonnabend um 18 Uhr wäre doch super gewesen. Dann hätten wir uns aus Wittstock bestimmt geschlossen auf den Weg nach Neuruppin gemacht.“


In Bildern: Das Finale im Landespokal 2005 gewinnt der MSV Neuruppin gegen Babelsberg 03.

Das Finale im Landespokal 2005 gewinnt der MSV Neuruppin gegen Babelsberg 03 mit 2:1 nach Verlängerung. Babelsberger Fans setzen Rauchzeichen, nutzte aber nichts. Zur Galerie
Das Finale im Landespokal 2005 gewinnt der MSV Neuruppin gegen Babelsberg 03 mit 2:1 nach Verlängerung. Babelsberger Fans setzen Rauchzeichen, nutzte aber nichts. © Dirk Becker

Tatsächlich hatte man beim Märkischen Sportverein über eine Verlegung nachgedacht, erhielt aber das Veto aus Potsdam-Babelsberg. „Wir hätten es gern nach hinten verlegt, am liebsten auf 18 Uhr“, erklärt Abteilungsleiter Jens Reckmann. Freitagabend schloss er direkt aus, da die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Spanien testete. „Die späteste Anstoßzeit, die der Gegner bewilligte hätte, wäre 16 Uhr gewesen, was aber auch nichts bringen würde. Es geht hier einfach um Vorsichtsmaßnahmen und die Fans der Babelsberger, die ja auch zahlreich anreisen wollen. Wir akzeptieren dies und sehen die Entscheidung auch überhaupt nicht kritisch“, stellt Reckmann deutlich klar.

Einen gibt es aber noch, der das Halbfinale gern live verfolgt hätte. Stephan Ellfeldt, Trainer des SV Union Neuruppin, darf mit seinem Team in der Landesklasse West aber endlich bei Lok Brandenburg in die Rückrunde starten. Er erklärt: „Ich habe zehn Jahre 500 Meter vom ,Karli’, dem Babelsberger Stadion, gewohnt und habe eine enge Verbindung zu Nulldrei. Ich hätte mir das Spiel gern angeguckt und dabei im Gästeblock gestanden.“