18. Dezember 2020 / 12:19 Uhr

L.E.-Volleys-Coach Christoph Rascher: "Die Rückrunde wird grenzwertig"

L.E.-Volleys-Coach Christoph Rascher: "Die Rückrunde wird grenzwertig"

Christian Dittmar
Leipziger Volkszeitung
aCH3_5218
Christoph Rascher, Trainer der L.E. Volleys, hält den Lockdown in der 2. Volleyball-Bundesliga für richtig. © Christian Modla
Anzeige

Die L.E. Volleys haben Winterpause: Die VBL setzt den Spielbetrieb in der 2. Liga vorerst aus. Der SPORTBUZZER hat mit Trainer Christoph Rascher über die Entscheidung, das bisherige Jahr und das verschobene und heiß erwartete Derby gegen den GSVE Delitzsch gesprochen.

Anzeige

Die Volleyball Bundesliga (VBL) hat den Spielbetrieb in den 2. Ligen bis zum 10. Januar eingestellt. Die L.E. Volleys wurden so in eine vorzeitige Winterpause geschickt - die für den 19. Dezember angesetzte Heimpartie gegen Karlsruhe musste verschoben werden. Der SPORTBUZZER sprach daher mit Coach Christoph Rascher über das besondere Jahr 2020:

Anzeige

SPORTBUZZER: Wie bewerten Sie die Entscheidung der VBL?

Christoph Rascher: "Als vernünftig. Die 2. Ligen gehören mit ihren Spielern und Trainer genauso in den Corona-Lockdown wie alle anderen auch."

Wie ist Ihr Resümee für dieses Jahr?

"Es war kein typisches Jahr, so habe ich das auch noch nicht erlebt. Es waren sehr vielfältige Erlebnisse dabei."

Zum Beispiel?

"Der Start in die Liga war beispielsweise eine sehr positive Phase. Dazu die erfahrenen Spieler, die ich dazu bekommen habe und auch die jungen Spieler, die sich sehr positiv entwickelt haben. Generell entwickelt sich der Verein in die richtige Richtung."

Und was war eher negativ?

"Ganz klar die hohe Verletztenzahl. Außerdem hat die Liga die Covid-19-Problematik sehr unglücklich behandelt."

Was meinen Sie damit?

"Es gab intransparente Entscheidungen und Dinge konnten nicht so umgesetzt werden, wie sie auf dem Papier stehen. Es kam immer wieder zu Verschiebungen und keine stringente Umsetzung."

Was erwarten Sie für das Jahr 2021?

"Ich denke, dass uns die Covid-19-Problematik noch eine ganze Weile beschäftigen wird und es da auch noch einige spannende Entscheidungen gibt. Vor allem, wie die Saison am Ende gewertet wird."

Das für den 10. Januar angesetzte Derby beim GSVE Delitzsch musste schon verlegt werden. Was glauben Sie, wann es ausgetragen werden kann?

Anzeige

"Es müssen ja noch einige Spiele neu angesetzt werden. Zum Glück liegen die beiden Städte nicht so weit auseinander. Wir müssen wohl am Ende eine interessante Lösung finden, etwa ein Spiel am Wochentag."

Gerade bei den Delitzschern gibt es einige berufstätige Spieler. GSVE-Trainer Frank Pietzonka hat deswegen Spiele unter der Woche für sein Team schon ausgeschlossen.

"Da kann ich ihn gut verstehen. Aber uns fehlen schlichtweg die Wochenenden. Vielleicht ginge es an einem Freitagabend, da müssen einfach alle kompromissbereit sein."

DURCHKLICKEN: Bilder vom Heimspiel gegen Friedrichshafen

Gegen die Volleyballer aus Friedrichshafen fahren die L.E. Volleys einen ungefährdeten 3:0-Sieg ein. Zur Galerie
Gegen die Volleyballer aus Friedrichshafen fahren die L.E. Volleys einen ungefährdeten 3:0-Sieg ein. © Christian Modla

Wie realistisch ist es vor diesem Hintergrund noch, dass die Rückrunde regulär ausgespielt werden kann?

"Es wird wirklich schwer. Möglich ist es, aber da müssen wirklich alle Seiten Kompromissbereitschaft zeigen. Man fährt ja die Vereine damit an die Belastungsgrenze und muss dabei auch an die Ehrenamtler denken, bei den ganzen Wochenende und Doppelspieltagen. Die Rückrunde wird grenzwertig."

Die Volleys haben durch die vorzeitige Winterpause mehr Freizeit als gedacht. Wir verbringen die Jungs die Feiertage?

"Hoffentlich können sich alle mal gut erholen und den Kopf freibekommen - aber dabei ihre Fitness nicht vergessen."

Und wie sieht in diesem Jahr das Weihnachtsfest im Hause Rascher aus?

"Ich hoffe, dass ich mit meiner engsten Familie Weihnachten genießen kann. Dafür fahren wir nach Fürth zu meinem Bruder und seinen Kindern. Weihnachten ist ja mit kleinen Kindern am schönsten."