20. Mai 2020 / 16:17 Uhr

Laaf: Corona-Krise kann Existenz von Vereinen gefährden

Laaf: Corona-Krise kann Existenz von Vereinen gefährden

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Wilhelm Laaf: „Die Corona-Krise kann zur Finanzkrise bei Sportvereinen führen.“
Wilhelm Laaf: „Die Corona-Krise kann zur Finanzkrise bei Sportvereinen führen.“ © Isabell Massel
Anzeige

Weiter laufende Ausgaben, denen Einnahmeverluste gegenüberstehen: Viele Sportvereine sind von der Corona-Krise gebeutelt. Kreissportbund-Chef Wilhelm Laaf bittet deshalb die Mitglieder, auf eine Kündigung zu verzichten.

Anzeige
Anzeige

Die Existenz einiger Vereine könnte bei langfristig weiteren Einnahmeausfällen gefährdet sein. Das stellt der Kreisportbund-Vorsitzende Wilhelm Laaf fest. „In dieser Situation gilt es für die Vereinsmitglieder, ihren Vereinen die Treue zu halten und keine Kündigung der Mitgliedschaft vorzunehmen“, schreibt Laaf in einer Pressemitteilung.

Anlass für die Feststellung ist eine Umfrage des Landessportbundes, an der sich 73 Vereine, Fachverbände sowie der Kreissportbund Peine beteiligt haben. Der LSB wollte wissen, wie hoch der Verein oder Verband den finanziellen Schaden im Monat April durch die Corona-Pandemie schätzt. Zum Beispiel der Ausfall von Gebühren, Eintrittsgeldern und Mieteinnahmen sowie Stornokosten flossen in die Berechnung und sollten nicht getätigten Ausgaben (Honorare, Nutzungsgebühren) gegenübergestellt werden.

„Insgesamt melden die teilnehmenden Organisationen einen Schaden in Höhe von rund 76 000 Euro bezogen auf den abgefragten Zeitraum“, teilt Laaf mit. Tatsächlich könnte der Schaden noch höher sein, da sich nur 73 Vereine an der Umfrage beteiligt haben. Entgangene Kursgebühren (25 000 Euro) und fehlende Einnahmen aus Vereinsgaststätten (22 000) waren die größten Posten.

Diesen Einnahmeausfällen stehen nach Angabe der Befragten laufende Ausgaben in Höhe von rund 105 000 Euro für den Monat April gegenüber: Personalkosten rund 53 000, Leasing etwa 8000, Hallen-, Sporthaus- beziehungsweise Mietkosten zirka 33 000, Sonstiges zirka 21 000 Euro.

Lediglich drei Organisationen haben Hilfe aus Bundes- oder Landesprogrammen beantragt oder Kurzarbeit angemeldet. An den Landes- und Bundesprogrammen können allerdings nur Vereine teilnehmen, die wirtschaftlich tätig sind. „Zu bedenken ist weiterhin, dass das Steuerrecht den Vereinen nicht gestattet, Rücklagen für solche Zwecke wie sie jetzt in der Krise entstehen, auszuweisen“, schreibt Laaf.

Der Landessportbund hat deshalb beim Land Niedersachsen die Einrichtung eines Hilfsfonds für Vereine beantragt. Die Niedersächsische Lotto-Sportstiftung habe schon einen Notfallfonds bereitgestellt. „In dieser Situation sollten auch die Gemeinden die finanziellen Sorgen der Vereine, die einen wichtigen Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Leben darstellen, genau beobachten und dort, wo es erforderlich ist, Hilfe leisten“, schreibt der KSB-Vorsitzende.