24. Juni 2019 / 10:31 Uhr

Spieß umgedreht: Michael Kendelbacher beim Laatzen-Leinelauf vor Andreas Solter

Spieß umgedreht: Michael Kendelbacher beim Laatzen-Leinelauf vor Andreas Solter

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bekannte Gesichter: Michael Kendelbacher (Mitte) und Andreas Solter (rechts) sind quasi Stammgäste bei „Laufpass“-Siegerehrungen; auch Tobias Krug freut sich.
Bekannte Gesichter: Michael Kendelbacher (Mitte) und Andreas Solter (rechts) sind quasi Stammgäste bei „Laufpass“-Siegerehrungen; auch Tobias Krug freut sich. © Saskia Solter
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"Ein sehr schöner Landschaftslauf mit einer tollen Stimmung." Detlef Oppermann hat den Laatzen-Leinelauf treffend zusammengefasst. Besonders viel Spaß hatte bei der 16. Auflage Michael Kendelbacher, der bei den Männern über zehn Kilometer Andreas Solter hinter sich ließ.

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Feste soll man feiern, wie wie fallen. In Laatzen verstehen sie sich darauf bestens. Dabei wird am eigenen Zaun nicht Halt gemacht: Wenn im städtischen Park alljährlich zum Winzerfest eingeladen wird, dann sind auch Läufer ausdrücklich willkommen. Eine ungewöhnliche und zugleich verlockende Kombination.

Läufern wird der Marsch geblasen

Diesen Freitagabend Ende Juni merken sich viele deshalb schon lange vor: Laufklamotten anziehen, eine Runde zusammen mit den anderen durch die Leineaue rennen, dann die feuchtfröhliche Zusatzrunde am Alten Rathaus – um in netter Gesellschaft auf einen schönen Abend anzustoßen. Das passt, und das macht Spaß.

So auch bei der 16. Auflage des Laatzen-Leinelaufs mit ansehnlichen Starterfeldern vor allem über 6,5 und zehn Kilometer. Hier 210, da 203 Sportler, die sich schon unterwegs, speziell aber auf den letzten Metern vor dem Ziel ihren verdienten Applaus abholten. Den Läufern wurde sogar der Marsch geblasen – auf halber Strecke von Musikern des Fanfarenkorps Alt-Laatzen. „Da war richtig was los“, sagte Andreas Solter, „und das überall an der Strecke.“

Sekundensache: Die Starter über zehn Kilometer warten darauf, dass es losgeht im Park am Alten Rathaus in Laatzen.
Sekundensache: Die Starter über zehn Kilometer warten darauf, dass es losgeht im Park am Alten Rathaus in Laatzen. © Saskia Solter
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Wobei man wissen muss, dass dieses Rennen zwar in einer städtisch geprägten Umgebung gestartet wird, man sich wenig später aber in freier Natur wiederfindet. Immer der Leine entlang, zunächst Richtung Süden, dann – nach einer Brückenquerung je nach Länge der gewählten Distanz – wieder retour. „Ein sehr schöner Landschaftslauf mit einer tollen Stimmung“, meinte Detlef Oppermann aus Rethmar, der Stammgast in Laatzen und grundsätzlich für vordere Plätze gut ist, und das nicht nur in seiner Altersklasse.

Kendelbacher dreht den Spieß um

Diesmal war der bereits 66-Jährige über 6,5 Kilometer dabei – und schnappte sich nach 29:00 Minuten Rang eins bei den über 65-Jährigen. Zum Vergleich: Gesamtsieger Paul Korte von Hannover 96, der in der U18 startet, brauchte 24:38, die schnellste Frau, Inga Lange, 27:55 Minuten.

Solter, der das SPORTBUZZER-Ranking 2019 erneut mit großem Vorsprung anführt und wie Oppermann für Hannover Athletics startet, begnügte sich dieses Mal mit Rang zwei im Wertungsrennen um „Laufpass“-Punkte. 34:01 Minuten zeigte die Uhr für ihn an, Sieger Michael Kendelbacher (TSV Barsinghausen, 33:38) war fast eine halbe Minute schneller und drehte somit den Spieß um: Die Woche zuvor, beim Burgberglauf in Gehrden, hatte ihm Solter in der der Schlussrunde noch die Führung entrissen. Platz drei über die zehn Kilometer in Laatzen ging an Tobias Krug (Hannover 96, 34:58).

Schnell unterwegs: Karin Moser (Mitte), Mandy Krause (links) und Sabrina Türk waren in Laatzen bei den Frauen als Erste im Ziel. 
Schnell unterwegs: Karin Moser (Mitte), Mandy Krause (links) und Sabrina Türk waren in Laatzen bei den Frauen als Erste im Ziel.  © Saskia Solter

Bei den Frauen pirscht sich Mandy Krause (PSV Rot-Gold Lehrte), die Ranking-Gesamtbeste von 2018, peu a peu wieder an die Spitze heran. Zu Jahresanfang ist sie Mutter geworden, jetzt durfte der kleine Sohn mit aufs Podest, als Krause in Laatzen für ihren zweiten Platz über zehn Kilometer in 43:41 Minuten geehrt wurde.

Kein Herankommen an Karin Moser

An Karin Moser (Hannover 96, 42:21), vor einem Jahr noch Zweite beim Leinelauf, war für sie allerdings kein Herankommen. Dritte wurde mit Sabrina Türk (34:58) eine Laatzenerin. Zur Urkunde gab es für jeden, der aufs Podium gerufen wurde, auch noch eine Flasche mit einem guten Tropfen. Da lassen sich Winzer, die sich in Laatzen präsentieren, nicht lumpen.

Auch in Wunstorf gab es für die Schnellsten ein Präsent – hier waren es Gutscheine, die ein Laufladen aus der Lavesstraße in Hannover spendiert hatte. Mandy Krause durfte sich erneut belohnt fühlen: Auch beim 9. Mittsommerlauf des 1. WV Wunstorf belegte sie Platz zwei über zehn Kilometer und kassierte zudem weitere Punkte fürs SPORTBUZZER-Ranking. Den Sieg bei diesem „Laufpass“-Rennen, das zum Teil am Mittellandkanal entlangführt, holte sich wie in Laatzen mit Lisa Huwatscheck (40:12) eine Läuferin von Hannover 96.

Mehr über den Laufpass

Krause (45:28) und Maren Brockmann (Hannover Runners, 45:54) als Dritte hatten einen deutlichen Rückstand. Bemerkenswert: Huwatschecks Siegerzeit wurde nur von vier Männern unterboten. Von ihnen kam Robin Eckert (TuS Wunstorf) in 35:48 Minuten zum erwarteten Heimsieg. Dichtauf folgte mit Jürgen Rodenbeck (35:58) ein weiterer TuS-Läufer.

Kühlke schnappt sich Krug

Im Kampf um Platz drei machte es der Burgdorfer Frank Kühlke in Wunstorf besser als am Vortag in Laatzen, wo er von Tobias Krug um fast eine Minute distanziert worden war. In 36:30 war er 38 Sekunden schneller als Krug, der diesmal Vierter wurde.

Ansonsten war der Name Eckert in Wunstorf groß in Mode. Robin Eckert landete einen Doppelsieg bei seinem Doppelstart binnen einer Stunde, denn auch über fünf Kilometer, dem letzten Rennen des Tages, war er in 17:51 Minuten nicht zu schlagen. Seine Schwester Nadine stand ihm in nichts nach und triumphierte in der Frauenwertung (20:10) deutlich vor Kerstin Kopfmann (1. WV Wunstorf, 21:23). Drei Wunstorfer Erfolge in vier Wettbewerben, dazu zwei zweite Plätze: Auch im Barne-Stadion gab es anschließend etwas zu feiern.

Mit großem Vorsprung: Paul Korte war in Laatzen als Erster zurück von der 6,5 Kilometer langen Runde durch die Leineauen. 
Mit großem Vorsprung: Paul Korte war in Laatzen als Erster zurück von der 6,5 Kilometer langen Runde durch die Leineauen.  © Saskia Solter

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