24. Januar 2021 / 16:21 Uhr

Nach Hertha-Beben um Bruno Labbadia: Das ist die Trainer-Bilanz von Ex-Boss Michael Preetz

Nach Hertha-Beben um Bruno Labbadia: Das ist die Trainer-Bilanz von Ex-Boss Michael Preetz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lucien Favre, Michael Skibbe und Jürgen Klinsmann waren bereits Trainer unter Michael Preetz. 
Lucien Favre, Michael Skibbe und Jürgen Klinsmann waren bereits Trainer unter Michael Preetz.  © Getty Images/Montage Weinert
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Lucien Favre, Jürgen Klinsmann - und zuletzt Bruno Labbadia: Viele prominente Namen fungierten unter Sport-Geschäftsführer Michael Preetz als Trainer von Hertha BSC. Nach der Trennung vom langjährigen Manager sortiert sich der Hauptstadtklub nun vollständig neu. Der SPORTBUZZER blickt auf die Trainer-Bilanz von Preetz.

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Die Unruhe bei Hertha BSC nimmt nicht ab: Am Sonntag verkündete der Hauptstadtklub offiziell die Trennung von Trainer Bruno Labbadia und Geschäftsführer Michael Preetz als Folge der sportlichen Fehlleistungen in den vergangenen Monaten. Über die Nachfolge von Labbadia will Hertha laut Geschäftsführer Carsten Schmidt in den kommenden Tagen entscheiden. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt eine Interimslösung mit Ex-Coach Pal Dardai. Die Aufgaben von Preetz übernimmt bis zum Sommer der bisherige Sportdirektor Arne Friedrich.

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Ausschlaggebend für die Entlassung des verantwortlichen Duos war letztlich die deutliche 1:4-Niederlage gegen Werder Bremen. Vor dem Heimspiel gegen den SVW hatten rund 250 Hertha-Fans vor dem Olympiastadion eine Entlassung von Preetz gefordert. In seiner knapp zwölfjährigen Zeit als Geschäftsführer der Hertha heuerte und feuerte der Ex-Profi insgesamt elf Trainer. Der SPORTBUZZER blickt auf Preetz' Trainer-Bilanz zurück.

Mehr zum Hertha-Beben

Lucien Favre (1. Juli 2007 bis 28. September 2009) Zwei Jahre war Lucien Favre bereits Trainer bei der Hertha, als Preetz den Posten als Sport-Geschäftsführer von Dieter Hoeneß im Juni 2009 erbte. In der Saison 2008/09 hatte es vielversprechend ausgesehen, Favre führte den Klub auf Platz vier. Nach einem misslungenen Start in die Spielzeit 2009/10 mit sechs Niederlagen in Folge wurde Favre am 28. September 2009 entlassen. "Es ging so einfach nicht mehr weiter", sagte Preetz nach seiner ersten Entlassung. "Es hat sich alles verkehrt, was in der letzten Saison geklappt hat."

Friedhelm Funkel (3. Oktober 2009 bis 30. Juni 2010) Der Nachfolger des späteren BVB-Trainers Favre wurde im Oktober 2009 bei der Hertha vorgestellt, er sollte Stabilität bringen. Rund sieben Monate später war allerdings schon wieder Schluss, nachdem Funkel in 33 Spielen nur sieben Siege holte. In der Europa League scheiterte die Hertha unter der Trainer-Legende in der 2. Runde an Benfica Lissabon. Am Ende der Saison stieg Hertha als Tabellenletzter in die 2. Bundesliga ab.


Babbel führt Hertha zurück in die Bundesliga

Markus Babbel (1. Juli 2010 bis 18. Dezember 2011) Zur Saison 2010/11 heuerte Markus Babbel bei Hertha an, nachdem er den VfB Stuttgart in der Spielzeit zuvor zur zweitbesten Rückrunde aller Bundesliga-Mannschaften gecoacht hatte. Auch in Berlin schien die Arbeit von Babbel zu fruchten: Nach dem Abstieg 2010 folgte ein Jahr später der direkte Wiederaufstieg in das deutsche Oberhaus. Dort hielt Babbel in der Hinrunde zunächst Schritt, wurde kurz vor Weihnachten jedoch nach sechs sieglosen Spielen in Serie entlassen.

Michael Skibbe (27. Dezember 2011 bis 12. Februar 2012) Hertha kam auch unter Babbels Nachfolger nicht zur Ruhe. Nach der Entlassung des Ex-Nationalspielers übernahm Michael Skibbe den Hauptstadtklub, wurde nach fünf Niederlagen in fünf Spielen allerdings wieder freigestellt - Hertha trennten nur noch drei Punkte vom Sturz auf den letzten Platz.

Rehhagel scheitert mit Hertha in der Relegation

Otto Rehhagel (19. Februar 2012 bis 30. Juni 2012) "König Otto" sollte den Hauptstadtklub vor dem direkten Wiederabstieg bewahren. Nur drei Siege in 14 Spielen brachten den Klub dabei allerdings nicht weiter, am Ende der Saison 2011/12 scheiterte Hertha BSC in einer skandalumwitterten Relegation an Fortuna Düsseldorf, die unter anderem von einem Platzsturm von Düsseldorfer Fans überschattet wurde . Der Gang in die 2. Liga war die logische Folge für Berlin - allerdings ohne Rehhagel, für den die Hertha die letzte Station als Trainer war.

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Jos Luhukay (1. Juli 2012 bis 5. Februar 2015) Nach Markus Babbel ist Jos Luhukay der nach Punkten erfolgreichste Trainer unter Preetz. Im Schnitt sammelte der Niederländer 1,53 Zähler pro Spiel. In der Saison 2012/13 schaffte er mit der Hertha den direkten Wiederaufstieg als Meister der 2. Bundesliga. Fast drei Jahre blieb er im Amt, ehe sich die Wege im Februar 2015 nach 92 Spielen nach drei Niederlagen und 0:8 Toren trennten. Hertha war zu diesem Zeitpunkt nach dem 19. Spieltag Tabellen-Vorletzter,

Pal Dardai (5. Februar 2015 bis 30. Juni 2019) Die meisten Spiele in der Preetz-Ära leitete Pal Dardai, der Hertha 2012 zunächst vor dem Abstieg rettete. In Berlin gilt der langjährige Berliner Profi als Ikone, wird von den Hertha-Fans gefeiert wie kaum ein anderer. Über vier Jahre lang leitete der Ungar die Geschicke, kommt in seiner Amtszeit auf 172 Partien, in denen er 65 Siege holte. 2017 führte die Klub-Legende die Berliner sogar auf Rang sechs der Bundesliga. Es war das beste Ergebnis in einer insgesamt sehr stabilen Ära, in der Hertha nie wirklich in Abstiegsgefahr geriet und sogar in der Europa League mitmischte.

Preetz-Experiment mit Covic scheitert

Ante Covic (1. Juli 2019 bis 27. November 2019) Bereits im Laufe der Saison 2018/19 zeichnete sich das Ende der Dardai-Ära ab. Preetz vermisste beim Ungarn eine spielerische Weiterentwicklung der Mannschaft. Der Vertrag des langjährigen Trainers wurde nicht verlängert. Zur Saison 2019/20 startete Ante Covic mit einem Unentschieden gegen den FC Bayern in die Spielzeit - es sollte eines seiner ganz wenigen Highlights bleiben. 13 Spiele und sieben Niederlagen später war für Covic schon wieder Schluss.

Jürgen Klinsmann (28. November 2019 bis 11. Februar 2020) Zunächst als Königstransfer gefeiert, ging das Engagement von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC gehörig in die Binsen. Zwölf Punkte aus zehn Spielen - die Bilanz klingt keineswegs katastrophal, doch der den ehemalige Trainer der deutschen Nationalmannschaft, der zunächst als Aufsichtsrat verpflichtet worden war, sorgte rund um die Hertha für große Unruhe. Sein Erbe: Die Entwicklung der Berliner zur Bundesliga-Lachnummer. Unwürdig auch sein Ende als Hertha-Coach: Zwei Wochen nach seinem über Facebook verkündeten Rücktritt tauchten interne Klinsmann-Papiere auf, in denen er teils erhebliche Vorwürfe gegen die Verantwortlichen erhob.

Alexander Nouri (12. Februar 2020 bis 8. April 2020) Nach dem geräuschvollen Klinsmann-Rücktritt übernahm sein Co-Trainer Alexander Nouri den Posten. Der frühere Trainer von Werder Bremen machte sich zunächst Hoffnung auf eine dauerhafte Anstellung, nach nur einem Sieg aus vier Spielen war das Kapitel Nouri jedoch geschlossen.

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Bruno Labbadia (9. April 2020 bis 24. Januar 2021) Last but not least, Bruno Labbadia: Der gebürtige Darmstädter übernahm die Hertha inmitten der Corona-Pandemie, lotste den Verein nach dem Restart mit einem starken Saison-Finish unter die Top 10 der Bundesliga. In der aktuellen Saison blickt der Hauptstadtklub jedoch wieder in den Abgrund und blieb trotz Millionen-Investitionen in den Kader deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nach 28 Spielen wurde Labbadia zusammen mit Preetz im Januar 2021 schließlich entlassen.

Hertha-Abschied von Preetz: Das Ende einer Ära

Der Abgang von Preetz ist in Berlin das Ende einer Ära. Fast 25 Jahre war der gebürtige Düsseldorfer im Verein. Im Jahr 1996 wechselte Preetz von Wattenscheid 09 in die Hauptstadt, spielte dort sieben Jahre ehe er die Fußballschuhe an den Nagel hing. Nach seiner Zeit als Spieler war er zunächst Assistent von Dieter Hoeneß. 2009 übernahm er dessen Posten als Manager.