22. März 2022 / 06:19 Uhr

"Lächerlich", "Bullshit": Bondscoach Louis van Gaal kritisiert FIFA für WM-Vergabe nach Katar

"Lächerlich", "Bullshit": Bondscoach Louis van Gaal kritisiert FIFA für WM-Vergabe nach Katar

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Louis van Gaal übt deutliche Kritik an der FIFA.
Louis van Gaal übt deutliche Kritik an der FIFA. © IMAGO/ANP
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Bondscoach Louis van Gaal hat vor dem Hintergrund der anstehenden WM in Katar zum Jahresende zu deutlicher Kritik an der FIFA ausgeholt. Der 70-Jährige bezeichnete die Vergabe des Groß-Turniers an den Wüstenstaat für "lächerlich".

Bondscoach Louis van Gaal findet es "lächerlich", dass die Weltmeisterschaft in Katar ausgetragen wird. Der FIFA ginge es nicht um die Entwicklung des Fußballs, sondern um Geld, sagte der Nationaltrainer der Niederlande. Der 70-Jährige trifft mit seinem Team am nächsten Dienstag (29. März) in Amsterdam in einem Testspiel auf Deutschland.

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"Ich finde es lächerlich, dass wir in einem Land spielen werden, um - wie die FIFA sagt - den Fußball dort zu entwickeln, in dem man dort ein Turnier austrägt", sagte van Gaal am Montag und kritisierte die Vergabe der Weltmeisterschaft (21. November bis 18. Dezember) durch die FIFA nach Katar. Es gehe der FIFA um Geld, um kommerzielle Interessen. "Das ist Bullshit", schimpfte der frühere Bayern-Trainer van Gaal, der sich bereits in seiner dritten Amtszeit als Bondscoach befindet. Mit der Niederlande qualifizierte sich der Fußball-Lehrer als Gruppensieger für die Katar-WM.

Katar steht praktisch seit der Vergabe des Turniers Ende 2010 wegen der Menschenrechtslage und der Situation für ausländische Arbeiter in der Kritik. Berichte über Tausende Todesfälle auf den Baustellen des Emirats sorgen immer wieder für großes Aufsehen. Die Regierung Katars weist die Kritik zurück und verweist auf eine Vielzahl an Reformen.

Auch Bundestrainer Hansi Flick hatte sich vor den ersten Länderspielen des WM-Jahres in der Debatte um die Vergabe der Endrunde nach Katar klar positioniert und die FIFA für die Entscheidung kritisiert: "Es darf nicht immer nur nach dem Geld gehen. Wir hatten zuletzt eine Fußball-WM in Russland, Olympische Winterspiele in Peking, im November kommt die WM in Katar - und immer gab es große Kritik", sagte der Trainer der deutschen Nationalmannschaft in einem Stern-Interview und fügte an: "Wir müssen uns früher Gedanken machen, in welches Land wir Sportveranstaltungen geben, und dafür noch verbindlichere Kriterien definieren."

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