08. April 2020 / 20:23 Uhr

"Lage ist ernst!" Für die Oberligisten Lupo und Gifhorn wird's finanziell eng

"Lage ist ernst!" Für die Oberligisten Lupo und Gifhorn wird's finanziell eng

Benno Seelhöfer und Marcel Westermann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lupo Gifhorn
Es wird eng: Die beiden Oberligisten Lupo/Martini Wolfsburg (blaue Trikots) und MTV Gifhorn) haben wegen der Corona-Krise finanzielle Probleme.
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Die Corona-Pandemie bremst den Amateurfußball auf unbestimmte Zeit. Das sorgt nicht nur für schwierige Planungen, sondern kann auch zu finanzielle Problemen führen - gerade bei den höherklassigen Klubs, die ihren Spielern Gehälter zahlen.

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Bei Oberligist MTV Gifhorn drückt in der Corona-Krise der Schuh bereits gewaltig. "Wir hatten vorher schon mit den Finanzen zu tun und haben uns kein dickes Polster angelegt. Bei uns ist die Lage ernst", sagt Jürgen Saggerer, Erster Vorsitzender des Klubs.

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An die Fußballer und deren Trainerteam ist der Verein bereits herangetreten. "Wir haben sie gebeten, sich solidarisch zu zeigen", so Saggerer. Im März hatte der Verein noch das volle Gehalt ausgezahlt, ab April soll vorerst auf den Lohn verzichtet werden. "Zwei Drittel der Fußballer und Trainer haben sich bereits positiv gezeigt, von anderen warten wir noch auf Rückmeldung", sagt der erste Vorsitzende.

Zudem wurden fest angestellte Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt, Mitglieder wurden gebeten, dem Verein auch in der schwierigen Zeit erhalten zu bleiben. "Wir haben auch überlegt, unsere Vereinsbusse abzumelden, um Geld zu sparen, aber davon haben wir uns schnell wieder verabschiedet", so Saggerer.

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Aber nicht nur in Gifhorn bereitet die Corona-Krise Sorgen, auch bei Staffelkonkurrent Lupo/Martini Wolfsburg wird es langsam finanziell eng. "Was Spieler- und Sponsorenverträge angeht, wären wir jetzt eigentlich gerade in der heißen Phase. Wir wissen derzeit nicht, wie es weitergeht", sagt Lupos Pressesprecher und Vorstandsmitglied Domenico Lucanto. "Das betrifft eben nicht nur den ungeklärten Zeitplan, sondern auch das Finanzielle. Wir befürchten extreme Einschnitte."


Bislang sorge die finanzielle Situation noch nicht für Einbußen, sagt Lucanto. Aber: "Wir stemmen das derzeit noch mit den Vereinsreserven. Das reicht vielleicht nur noch für einen Monat, wenn das eine oder andere wegfällt in Zukunft." Damit meint der Klub-Sprecher Sponsoren, die natürlich auch unter der Corona-Pandemie leiden. "Die haben im Moment andere Sorgen als über das Sport-Sponsoring nachzudenken", sagt Lucanto verständnisvoll. "Da geht es schließlich um Arbeitsplätze."

Oberliga: MTV Gifhorn - Lupo/Martini Wolfsburg

Oberliga: MTV Gifhorn - Lupo/Martini Wolfsburg Zur Galerie
Oberliga: MTV Gifhorn - Lupo/Martini Wolfsburg © Michael Franke

Doch auch der Fußball-Klub "hat eine Verantwortung gegenüber den Spielern und Trainern", sagt Lucanto. "Für manche von ihnen ist das Geld, das wir zahlen, nur ein Zubrot. Bei anderen wiederum macht das einen wichtigen Teil in der Planung aus - einige Spieler wurden von ihrem Arbeitgeber schließlich auch in Kurzarbeit geschickt."

Mit dem Mannschaftsrat sei der Vorstand in regem Austausch, sagt der Klub-Sprecher. "Sie wissen um die angespannte finanzielle Lage." Kommt denn auch ein gemeinschaftlicher Gehaltsverzicht infrage? "Der Mannschaftsrat will das im großen Kreis ansprechen und als Team überlegen, welchen Beitrag es leisten kann."

Was den weiteren Saisonverlauf angeht, würde sich Lucanto wünschen, dass die Saison auf jeden Fall zu Ende gespielt wird - zur Not bis in den Sommer 2021 hinein. "Das ist das Einzige, das ich mir vorstellen kann."