16. September 2021 / 23:00 Uhr

Lammers kontert Özil, Trapp hält Elfmeter: Frankfurt zittert sich zu Remis gegen Fenerbahce

Lammers kontert Özil, Trapp hält Elfmeter: Frankfurt zittert sich zu Remis gegen Fenerbahce

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zum Auftakt der Europa League brachte Mesut Özil (r.) Fenerbahce Istanbul zuerst in Führung, ehe Sam Lammers (l.) den Punktgewinn für die Frankfurter sicherte. 
Zum Auftakt der Europa League brachte Mesut Özil (r.) Fenerbahce Istanbul zuerst in Führung, ehe Sam Lammers (l.) den Punktgewinn für die Frankfurter sicherte.  © IMAGO/Ulrich Hufnagel/Kessler-Sportfotografie (Montage)
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Eintracht Frankfurt ist mit einem Remis gegen Fenerbahce Istanbul in die Europa-League-Saison gestartet. Im Deutsche Bank Park in Frankfurt schockte Ex-Nationalspieler Mesut Özil die Gastgeber zunächst mit seinem ersten Pflichtspiel-Treffer in Deutschland seit 2018, dann kämpfte sich die SGE durch Sam Lammers zurück.

Mesut Özil hat bei seinem Pflichtspiel-Comeback in Deutschland getroffen, doch für einen Sieg seines neuen Vereins Fenerbahce Istanbul bei Eintracht Frankfurt reichte das nicht. Den Führungstreffer des Weltmeisters von 2014 (10. Minute) konterte Frankfurt-Neuzugang Sam Lammers (41.) zum 1:1 (1:1)-Endstand am ersten Spieltag der neuen Europa-League-Saison. In der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit sicherte SGE-Keeper Kevin Trapp seinem Team mit einem gehaltenen Foulelfmeter immerhin einen Punkt vor 25.000 Fans in Frankfurt am Donnerstagabend. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner wartet somit weiter auf den ersten Pflichtspielsieg der Saison (Pokalaus in Mannheim, drei Remis und eine Niederlage in der Bundesliga). Die Frankfurt-Gruppe D führt Olympiakos Piräus an. Die Griechen gewannen mit 2:1 gegen Royal Antwerpen.

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Bei Eintracht Frankfurt kehrte der nach einem Streik begnadigte Flügelspieler Filip Kostic in die Startformation zurück, nachdem er zuletzt als Joker fungierte. Auch Angreifer Rafael Borre lief von Anfang an auf. Die Eintracht wurde von Michael Angerschmid und Ronald Brunmayr betreut, weil Cheftrainer Glasner nach einem Vergehen bei seinem früheren Klub VfL Wolfsburg von der UEFA für eine Partie gesperrt wurde. Glasner nahm in einer Stadion-Loge Platz.

Und was der Österreicher in der Anfangsphase der ersten Halbzeit sah, dürfte ihm überhaupt nicht gefallen haben. Schon nach zwei Minuten lief Stürmer Diego Rossi alleine auf SGE-Keeper Kevin Trapp zu. Der Uruguayer gab, perfekt vom Ex-Bayern-Star Luiz Gustavo nach einer Ecke der Frankfurter freigespielt, allerdings nur ein Schüsschen ab, das Nationaltorwart Kevin Trapp im Nachfassen entschärfen konnte. Ehe sich die Eintracht richtig entfalten konnte, klingelte es dann das erste Mal im Trapp-Kasten (10.), ausgerechnet dank Özil. Nach einem Lattenschuss von Mert Hakan Yandas herrschte Chaos im Frankfurter Strafraum. Rossi reagierte schnell und passte vor das Tor, wo Özil nach einer zu kurzen Trapp-Abwehr schließlich einschob. Nach Videobeweis zählte das zuvor wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht gewertete Tor dann schließlich doch.

Besonderes Tor für Mesut Özil

Ein besonderer Treffer für Özil - schließlich war es sein erstes Pflichtspieltor in Deutschland seit dem DFB-Ärger 2018: Der gebürtige Gelsenkirchener war nach den Querelen um das umstrittene Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem folgenden WM-Scheitern 2018 aus dem Nationalteam zurückgetreten. In einer Social-Media-Offensive hatte er den DFB-Verantwortlichen unter anderem vorgeworfen, ihn nicht vor rassistischen Verunglimpfungen geschützt zu haben.

Erst nach dem Schock durch Özil wurde Frankfurt aktiver: Djibril Sow ließ eine Großchance nach Pass von Borre liegen und scheiterte mit seinem hektischen Schuss aus zentraler Position an Fener-Keeper Altay Bayindir (23.). Zuvor verpasste Bergamo-Neuzugang Sam Lammers ein Kostic-Zuspiel vor das Tor nur knapp. Die Frankfurt-Fans feuerten ihr Team, das sich von den Türken zeitweise in der eigenen Hälfte einschnüren ließ, bedingungslos an - und die SGE schaffte kurz vor der Pause dann doch noch den Ausgleich durch Lammers (41.), der diesmal einen Querpass von Kostic verwerten konnte. Es war der erste Pflichtspieltreffer des Niederländers für die SGE. Mit diesem Ergebnis ging es schließlich in die Halbzeit.

Özil bei Auswechslung ausgepfiffen, Drama in der Nachspielzeit

Nach Wiederanpfiff blieben die großen Highlights zunächst aus. Die Eintracht tat etwas mehr für das Spiel, das Tempo blieb aber insgesamt bei beiden Teams auf der Strecke. Lammers verwertete einen Steckpass von Daichi Kamada (60.) zum vermeintlichen 2:1. Der überaus agile Neuzugang stand zum Zeitpunkt des Abspiels des Japaners jedoch im Abseits und das Tor zählte nicht. Kostic ließ wenig später eine Doppel-Chance zur Führung liegen: Torwart Bayindir hielt einen zu zentralen Schuss des Serben, der Nachschuss wurde geblockt (75.). Nach 76 Minuten war dann der Arbeitstag Özils beendet, mit U21-Europameister Mergim Berisha und dem Ex-Kölner Max Meyer wurden unter anderem zwei Deutsche eingewechselt. Die Frankfurt-Fans pfiffen Özil bei seinem Abgang vom Platz kräftig aus.


Tore sollten jedoch nicht mehr fallen - auch dank Kevin Trapp, der in der Nachspielzeit einen eigens verursachten Foulelfmeter von Dimitris Pelkas (90.+1) hielt. Berisha traf zwar beim Nachschuss ins Tor, der VAR kassierte den Treffer jedoch ein, weil der Deutsche zu früh nach dem Strafstoß in den Strafraum rannte.