08. Oktober 2018 / 07:32 Uhr

Länderspiele: Zwei Debütanten von RB Leipzig und kein Verhältnis zum französischen Verband

Länderspiele: Zwei Debütanten von RB Leipzig und kein Verhältnis zum französischen Verband

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig hat zwei neue Nationalspieler: Außenverteidiger Marcelo Saracchi wurde ins Nationalteam Uruguays
 berufen, Willi Orban läuft künftig für die ungarische Nationalmannschaft auf. 
RB Leipzig hat zwei neue Nationalspieler: Außenverteidiger Marcelo Saracchi wurde ins Nationalteam Uruguays berufen, Willi Orban läuft künftig für die ungarische Nationalmannschaft auf.  © Christian Modla/Getty Images
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Nach dem furiosen 6:0-Sieg gegen Nürnberg feiern zwei Verteidiger von RB Leipzig in der Länderspielpause ihr Debüt bei der A-Nationalmannschaft. Das Klima zwischen dem Bundesligisten und dem französischen Verband bleibt hingegen eisig.

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Leipzig. Mit Marcelo Saracchi und Willi Orban hat RB Leipzig zwei neue A-Nationalspieler in seinen Reihen. Der 20-jährige Linksverteidiger aus Uruguay steht im Aufgebot für die Freundschaftsspiele gegen Südkorea (12. Oktober) und Japan (16.Oktober). Seit der U15-Auswahl durchlief der Wirbelwind alle Nachwuchsteams seines Landes. Dass es nach den überzeugenden Auftritten bei RB in der Europa League sowie der der Bundesliga zur Einladung für die A-Auswahl kommen würde, war nur eine Frage der Zeit.

Überraschender dafür die Nachricht, dass der Leipziger Kapitän Orban im Nationalteam aufläuft. Sein Vereinstrainer Ralf Rangnick erklärte: „Es war witzig, weil ich vor kurzem in der Mannschaft jeden daran erinnert habe wo er stand, bevor er zu uns kam. Damals gab es keinen einzigen, der schon Stammspieler oder nominiert war im A-Team seines Landes. Da haben wir bis auf Willi fast jeden aufgezählt.“ Sein Kapitän gab ihm dann mit einem Augenzwinkern zu verstehen: Das kommt auch bei mir bald.

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RB Leipzig hat dem 1. FC Nürnberg sechs Tore eingeschenkt und sich mit dem Sieg auf Platz zwei geschossen. Zur Galerie
RB Leipzig hat dem 1. FC Nürnberg sechs Tore eingeschenkt und sich mit dem Sieg auf Platz zwei geschossen. ©
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Drei Tage später erfuhr Rangnick, dass der 25-Jährige nun das Trikot der Ungarn trägt. Orban meint: „Ich bin sehr gespannt wie das Team ist und wie sie mich aufnehmen. Das wird ein schönes Abenteuer für mich. Die Nationalhymne ist anders als die Deutsche, ich habe sie mir schon ein paar Mal angehört, damit ich mitsingen kann. Als Kind habe ich gut ungarisch gesprochen, seitdem einiges verlernt. Ich frische das gerade wieder auf. Das Gute ist, dass wir einen italienischen Trainer haben und die Ansprachen in Englisch sind.“

Der in Kaiserslautern geborene Fußballer hat einen ungarischen Vater, besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. In der U21 absolvierte Orban zwei Spiele für den DFB. „Für Willi ging es darum, wo habe ich eine realistische Chance, A-Nationalspieler zu werden. Dass das in Deutschland ungleich schwerer wäre, ist klar“, meinte der RB-Coach.

Peter Gulacsi hat seinen Anteil daran, dass die beiden nun auch Nationalmannschaftskollegen sind. „Ich habe versucht, Willi jahrelang zu überzeugen. Aber ich habe auch respektiert, dass er die Entscheidung nicht sofort treffen wollte. Ich habe keinen Druck gemacht“, sagt der RB-Keeper und ist sich sicher: „Er wird sofort bei uns ein Leader und Stammspieler sein. Für Ungarn ist es großartig, so einen Spieler zu haben.“ Die anstehenden Aufgaben in der Nations League: Griechenland (12. Oktober) und Estland (15. Oktober).

Für den 60-jährigen RB-Coach wird es ab Montag deutlich ruhiger am Cottaweg. Nur sechs Profis bleiben während der Länderspielpause in Leipzig: Jean-Kevin Augustin, Ibrahima Konate, Nordi Mukiele, Diego Demme, Marcel Halstenberg sowie Marius Müller. Dass drei Franzosen unter den sechs RB-Spielern sind, sorgt bei Rangnick für Unverständnis.

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Innenverteidiger Konate sei bereits für die U20 vornominiert gewesen, dann wieder gestrichen worden. Einen verbalen Seitenhieb Richtung Verband konnte sich der Fußballlehrer nicht verkneifen: „Chapeau vor der Auswahl, die man in Frankreich hat. Ich habe zu unserem Chefscout Paul Mitchell gesagt, bring bitte alle anderen die dort nominiert sind und zeig sie mir, dann müssen wir ernsthaft drüber nachdenken, ob wir nicht noch ein paar holen, wenn die alle besser sind als Ibu.“

Laut Rangnick haben die Leipziger seit der Beschwerde des französischen Verbands bei der Fifa in der vergangenen Länderspielpause und dem Streit um das Fernbleiben von Augustin bei der U21 mehrfach um ein Treffen mit den Verantwortlichen gebeten. Auch in Anwesenheit von Rangnicks rechter Hand Jochen Schneider und dem Sportdirektor selbst. Doch es gab keine Rückmeldung. „Ich fände es gut, wenn der Verband zu einem Austausch bereit wäre, weil wir einfach viele Spieler aus Frankreich haben“, sagt Rangnick. Die Fifa habe nach der Beschwerde der Franzosen wegen der Causa Augustin bisher keine Konsequenzen angekündigt.

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