27. Mai 2020 / 11:09 Uhr

Landesfußballverband MV hat entscheiden: Staffelsieger steigen auf, keine sportlichen Absteiger

Landesfußballverband MV hat entscheiden: Staffelsieger steigen auf, keine sportlichen Absteiger

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Symbolbild
Symbolbild © Steffen Manig
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Die Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben die Wertung der Saison 2019/20 festgelegt. Meister gibt es keine, dafür aber Staffelsieger. Die Abstiegsregelung wurde für diese Spielzeit außer Kraft gesetzt. Teams können freiwilligen Rückzug aus einer Spielklasse bis 15. Juni betragen. Informationen auch zum Landespokal der Herren.

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Die Würfel sind gefallen: Der Landesfußballverband (LFV) hat die langersehnten Entscheidungen zur Wertung der Saison 2019/20 veröffentlicht. Die aktuellen Tabellenstände in allen Spiel- und Altersklassen werden nach der Quotientenregel (Anzahl der Punkt, durch Anzahl der Spiele) ermittelt. Absteigend nach der Höhe der jeweiligen Quotienten ergeben sich die neuen Tabellen. In einigen Ligen könnten dadurch die Teams noch die Ränge tauschen. Bei gleichem Quotienten entscheidet zunächst die Tordifferenz.

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Zusammen mit den sechs Kreisfußballverbänden (KFV) hat der LFV auch festgelegt, dass in es in den einzelnen Spielklassen keine Meister, sondern ausschließlich Staffelsieger geben wird. Die Mannschaften auf den vor der Saison festgelegten Aufstiegsplätzen haben das Recht, 2020/21 in der nächsthöheren Ligen zu spielen. Erklärt ein Team sein Aufstiegsverzicht, würden der Zweit- oder Drittplatzierte der gleichen Staffel nachrücken, so besagt es die LFV-Spielordnung.

Das sind die Fußballtabellen in MV nach Quotientenregelung auf Landesebene (Berechnung im Sportbuzzer: Anzahl der Punkte, geteilt durch Anzahl der Spiele, multipliziert mit 100):

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Verbandsliga MV ©

Weiterhin haben die Verbände auch entschieden, dass es in dieser Saison keine sportlichen Absteiger geben wird. In einem Meldefenster (28. Mai bis 15. Juni) können Vereine dennoch freiwillig den Rückzug aus einer Spielklasse beantragen. Die entsprechenden Teams sollen dann eine Liga tiefer eingeordnet werden. Möglich, dass dadurch einige Spielklassen zur Spielzeit 2020/21 aufgestockt werden könnten, Vereine, die sich vor der Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 13. März freiwillig zurückgezogen hatten, steigen hingegen ab.

Das sind die Fußballtabellen in MV nach Quotientenregelung auf Kreisebene (Berechnung im Sportbuzzer: Anzahl der Punkte, geteilt durch Anzahl der Spiele, multipliziert mit 100):

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Kreisoberliga Mecklenburgische Seenplatte Staffel I ©

Die getroffen Regelungen gelten sowohl für die Landes- und Kreisebene. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von LFV-Spielausschussleiter Ulf Kuchel hatte in den vergangenen Wochen mehrere Szenarien diskutiert. Bereits am 7. Mai hatte der LFV beschlossen, dass die aktuelle Saison ohne weitere Partien auslaufen wird. Im Vorfeld der Entscheidung hatte sich die Mehrheit der Vereine (etwa 81 Prozent) in einer Umfrage der Verbände für den Abbruch der Spielzeit entschieden. Die Mitmachquote bei der Abstimmung lag landesweit bei rund 72 Prozent.


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„Im Amateurfußball befinden wir uns weiterhin in einer außergewöhnlichen Situation, die für die Vereine als auch die Verbände nicht vorhersehbar war. Insofern waren und sind wir uns unserer Verantwortung bewusst, bei diesen notwendig zu treffenden Entscheidungen stets im Sinne einer deutlichen Mehrheit unserer Mitglieder und Vereine zu handeln", sagt LFV-Präsident Joachim Masuch.

Von allen unsportlichen Lösungen sieht Spielausschussleiter Ulf Kuchel die Quotientenregel noch als die beste Lösung. Er macht jedoch deutlich, dass den Verbänden das nächste große Problem schon bevorsteht. „Die Planung einer Saison 2020/2021, von der gegenwärtig niemand weiß, wann sie überhaupt beginnt“, so Kuchel. Nach aktuellem Stand könnte die neue Spielzeit frühstens erst ab dem 1. September beginnen, da Großveranstaltungen in Deutschland noch bis 31. August untersagt sind. Aufgrund gesundheitlicher und politischer Verfügungen könnte sich der Start allerdings auch noch nach hinten verschieben.

Informationen zum Landespokal der Herren

Unterdessen hat der LFV auch ein Statement zum Landespokal abgegeben. Während der Sieger der Herren noch ausgespielt werden soll - womöglich mit Geisterspielen - sind alle weiteren Wettbewerbe in den anderen Altersklassen bereits am 7. Mai für beendet erklärt worden. Sollte der Landespokal der Männer dennoch nicht sportlich zu Ende gebracht werden, würde die sich noch im Wettbewerb befindende, sportlich bestplatzierte Mannschaft aus der höchsten Spieklasse das Startrecht für die erste Runde im DFB-Pokal 2020/21 bekommen. Sollte sich der FC Hansa über die 3. Liga für den deutschen Pokal qualifizieren, würde die vorher genannte Regelung ebenfalls angewendet werden. Dann könnte Oberligist Torgelower FC Greif als zweites MV-Team einen Startplatz für den DFB-Pokal erhalten, sofern der Landespokal nicht sportlich zu Ende gespielt wird.