05. Juni 2017 / 15:07 Uhr

Landesklasse Ost: „Wir haben außer zwei Remis alle Spiele gewonnen“

Landesklasse Ost: „Wir haben außer zwei Remis alle Spiele gewonnen“

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Wenn ein Mann in der letzten Saison über 30 Tore erzielt hat, erwarte ich, dass er den Ball reinhaut Ronny Huppert (SV Frankonia Wernsdorf)
Ronny Huppert © Oliver Schwandt
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Landesklasse Ost: Frankonia Wernsdorf-Coach Ronny Huppert über den vorzeitigen Aufstieg seines Teams, seine Handschrift und einen Neuzugang.

Seit der Winterpause ist der ehemalige Spieler des Oberligisten Germania Schöneiche, Ronny Huppert, Trainer beim Fußball-Landesklassenteam vom SV Frankonia Wernsdorf. Unter seiner Regie gelang es der Mannschaft, bereits drei Spieltage vor dem Saisonende die Meisterschaft unter Dach und Fach zu bringen. In der kommenden Saison spielt er zusammen mit den Frankonen in der Landesliga Süd um Punkte. Im Interview erzählt der 43-Jährige unter anderem, welche Veränderungen er im Team gegenüber seinen Vorgängern Wolfgang Juhrsch und René Räck vorgenommen hatte und wie zufrieden er mit der Rückrunde seines Teams war.

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Durch einen 3:1-Sieg in Müllrose am 28. Spieltag stand vorzeitig der Staffelsieg fest. Wie glücklich waren Sie darüber?
Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut, obwohl der Erfolg aus meiner Sicht in Müllrose so nicht zu erwarten war. Aber wir hatten uns ja schon einen kleinen Vorsprung herausgespielt, so dass ich mir sicher war, dass wir diese Führung gegenüber Verfolger Niederlehme bis zum Ende verteidigt hätten. Für unsere Fans wäre es sicherlich schöner gewesen, wenn wir den Staffelsieg erst am kommenden Sonnabend beim Heimspiel gegen den SV Grün-Weiß Union Bestensee perfekt gemacht hätten.

War bei Ihnen etwas Erleichterung zu spüren, nach dem der Aufstiegsdruck endlich vorbei war?
Sicherlich war die da. Aber wenn man das Restprogramm von Niederlehme realistisch betrachtet, war ich nicht davon ausgegangen, dass die SG alle Spiele gewinnen wird. Von daher war ich mir sehr sicher, dass wir den Landesliga-Aufstieg packen werden.

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Wissen Sie eigentlich noch wie es sich anfühlt, als Trainer eine Niederlage zu kassieren, denn mit Wernsdorf haben Sie nach ihrem Amtsantritt noch kein Spiel verloren?
Ich kann ja erst auf eine kurze Zeit als Trainer zurückblicken. Aber bei Punktspielen kenne ich das Gefühl nicht wirklich, in der Rückrundenvorbereitung hatten wir jedoch einige Spiele verloren. Da hatte ich mit voller Absicht gegen höherklassige Gegner Testspiele vereinbart. In der Vorbereitung allerdings sind die Ergebnisse für mich eher nebensächlich, da achte ich auf andere wichtige Dinge.

Wie zufrieden waren Sie denn mit der Rückrunde?

Ich würde jetzt nicht unbedingt von einer guten zweiten Saisonhälfte sprechen, sondern von einer sehr guten. Wir haben außer zwei Remis alle Spiele gewonnen. Besser geht es wohl kaum. Mehr braucht man dazu eigentlich nicht sagen.

Was haben Sie denn anderes gemacht, als ihre beiden Vorgänger in der Saison Wolfgang Juhrsch und René Räck?
Das kann ich nicht wirklich beurteilen, denn ich habe mit dem 7:0 gegen Beeskow nur ein Spiel von Wernsdorf gesehen, bevor ich dem Verein zugesagt hatte. Natürlich habe ich mich mit meinem Co-Trainer René Räck über die Mannschaft unterhalten.

Aber ein wenig haben Sie der Mannschaft doch ihre Handschrift verpasst, oder?
Ja, ein wenig habe ich den Jungs meine Spielphilosophie vermitteln können, was natürlich auch immer abhängig von den Leuten ist, die ich am Spieltag zur Verfügung habe. So habe ich zum Beispiel erkannt, dass Isaac Dabaki unheimlich kopfballstark ist und er mir deshalb in der Abwehr mehr helfen würde als im Mittelfeld, wo er ja vor meiner Zeit gespielt hatte. Weiterhin hatte ich Roland Richter nicht immer in der Spitze spielen lassen sondern viel weiter links, um so gegen kompakt stehende Gegner mehr Räume zu bekommen. Roland hat trotzdem weiter seine Tore gemacht und viele Treffer vorbereitet.

Als nächstes Highlight steht das Kreispokal-Finale am 25. Juni gegen Grün-Weiß Großbeeren vor der Tür. Kennen Sie den Gegner überhaupt und was haben Sie sich für das Endspiel vorgenommen, schließlich hat ihre Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren das Finale jedes Mal gewonnen?
Nein, ich kenne den Gegner nicht. Von daher mache ich mir da aktuell überhaupt noch keine Gedanken. Natürlich gehen wir das Finale mit voller Konzentration an und wollen versuchen, den Hattrick zu erringen. Wir sind das höherklassige Team und deshalb der Favorit auf den Pokalsieg. Was am Ende wirklich dabei herauskommt, werden wir nach der Begegnung sehen.

Gibt es denn zum jetzigen Zeitpunkt schon Ab- oder Zugänge zu vermelden, da ihr Kader in der Landesliga sicherlich etwas breiter aufgestellt werden muss?
Es gibt zurzeit Gespräche der Vereinsführung mit unseren beiden polnischen Spielern Hofman und Piasecki, die ja immer aus Stettin zum Training und zu den Spielen kommen. Natürlich würde ich die beiden sehr gerne behalten. Bis jetzt steht Florian Kluwe von der SG Niederlehme als Neuzugang fest. 

Nach dem Rückzug von Germania Schöneiche aus der Oberliga könnten Sie doch in diese Richtung ihre alten Kontakte spielen lassen, schließlich waren Sie ja als Aktiver einige Jahre dort unter Vertrag.

Das stimmt. Ich habe bis jetzt auch einige positive Gespräche mit zwei Oberligaspielern von Germania geführt. Wenn alles klappt, dann unterschreibt einer davon diese Woche einen Vertrag beim SV Frankonia Wernsdorf.

Wann beginnen Sie mit der Vorbereitung auf die neue Saison und wie viele Testspiele sind geplant?
Trainingsstart der Mannschaft wird Dienstag, 18. Juli, sein. Ich möchte schon gerne sechs Partien in der Vorbereitung absolvieren. Mein Plan ist dabei, erst mit leichten Gegner anzufangen, um Spielpraxis zu sammeln. Aber wir werden sicherlich auch gegen stärker Gegner testen. Aktuell haben wir noch keine Testspiele vereinbart, das wird erst in den kommenden Wochen geschehen.