28. August 2020 / 11:00 Uhr

XXL-Umbruch abgeschlossen: 1. FC Wunstorf startet mit 18 Zugängen in die Saison

XXL-Umbruch abgeschlossen: 1. FC Wunstorf startet mit 18 Zugängen in die Saison

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beim 1. FC Wunstorf müssen sich die Fans jede Menge neuer Gesichter einprägen.
Beim 1. FC Wunstorf müssen sich die Fans jede Menge neuer Gesichter einprägen. © Christian Hanke
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"Unser Kader ist jetzt final", sagt Onur Köse und lacht, als er auf mögliche weitere Zugänge angesprochen wird. Kein Wunder, beim 1. FC Wunstorf hat es einen extremen Umbruch gegeben. 18 Neue gibt es beim Landesligisten. Der Trainer sieht sein Team gut in der Zeit und dem Saisonstart positiv entgegen.

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Vielleicht hat es ja eine gewisse Symbolik. Eigentlich hatte der 1. FC Wunstorf bereits Mehmet Aydin als Abgang vermeldet. Der Offensivspieler bleibt dem Landesligisten nun aber doch erhalten. „Er hatte sich bei anderen Vereinen umgeschaut und auch zur Probe mittrainiert, was legitim ist. Aber seit zweieinhalb Wochen ist er wieder bei uns. Offenbar haben wir ihn mit unserem Projekt überzeugt“, sagt Trainer Onur Köse.

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Köse hat Degner und Schneider an seiner Seite

Die Runderneuerung des 1. FC Wunstorf ist seit vielen Wochen Gesprächsthema in der Fußballszene der Region Hannover. Bei den Aue­städtern gibt es einen XXL-Umbruch. Köse kam von der U18 des TSV Havelse, als Assistent steht ihm Daniel Degner (STK Eilvese) zur Seite. Wie beim STK ist Degner als spielender Co-Trainer eingeplant. Sa­scha Schneider, der auch Vorsitzender von Kickers Vahrenheide ist, fungiert als neuer Torwarttrainer.

Durch seine langjährige Nachwuchsarbeit hat Köse ein großes Netzwerk für Talente, viele davon hat er selbst ausgebildet. Es ist demnach keine Überraschung, dass der Kader stark verjüngt wurde.

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Mittlerweile ist die Zahl der Neuzugänge auf 18 gestiegen, nachdem kurzfristig mit Timo Amberg (HSC) und Ahmed Jamelledine (SV Iraklis Hellas) noch zwei weitere Kicker hinzugestoßen sind. 18 Spieler haben den Verein verlassen, darunter Urgesteine wie Kapitän Robin Ullmann, Abwehrkante Daniel McGuinness oder Offensivallrounder Sebastian Schirrmacher. Nur wenige Spieler aus der Vorsaison sind geblieben, zu ihnen gehört nun auch Aydin.


Erst an der Schwelle zur Regionalliga, dann Abstieg

Ohnehin wird es rund um das Barne-Sportzentrum nicht langweilig, in jüngerer Vergangenheit war sportlich immer etwas los. In der Saison 2017/18, in seinem damals fünften Oberligajahr in Folge, stand der FC kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga. Am drittletzten Spieltag unterlagen die Wunstorfer mit 2:3 bei Arminia Hannover, am Ende der Saison fehlten drei Punkte zur Meisterschaft. Vielleicht waren es die drei Zähler, die der FC am Bischofsholer Damm liegen ließ.

In der Saison danach stieg Wunstorf in die Landesliga ab, in dieser Spielklasse musste man zwischenzeitlich sogar den Blick eher nach unten als nach oben richten.

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Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  Zur Galerie
Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

Am 12. Juli startete Köse mit seinem Team in die Saisonvorbereitung. Sein Fazit heute: „Die Entwicklung ist zu sehen, die Mannschaft hat großes Potenzial.“ Am Anfang wusste man noch nicht, wo man steht, sagt Köse – bei den vielen Veränderungen im Kader nachvollziehbar. „Aber die vielen Testspiele, das Training und vor allem am vergangenen Wochenende das Trainingslager in der Sportschule Barsinghausen haben sehr viel gebracht“, sagt der Coach.

Trainer sieht schon die Früchte der Arbeit

Inklusive eines Turniers auf der eigenen Anlage bestritt der FC bislang zehn Testspiele, das bislang letzte am Mittwochabend, wo der FC in der Barne-Arena mit 1:2 gegen Arminia Hannover unterlag. Maik Geisler brachte die Gastgeber in Front, Abdulmalik Abdul und Onur Capin drehten in der Schlussphase die Begegnung für den Oberligisten. „In einem Pflichtspiel wäre eine solche Niederlage ärgerlich gewesen. Aber das Ergebnis ist egal. Ich bin sehr zufrieden“, sagt Köse.

Besonders gefallen habe ihm, „dass wir uns aus Arminias Pressing mit spielerischen Lösungen befreit haben. Man merkt: Die Arbeit fruchtet. Und dabei darf man nicht vergessen, dass uns noch potenzielle Stammspieler gefehlt haben“.

Trainingsauftakt des 1. FC Wunstorf:

Voll konzentriert beim Trainingsauftrakt: Wunstorfs Nico Tsitouridis. Zur Galerie
Voll konzentriert beim Trainingsauftrakt: Wunstorfs Nico Tsitouridis. ©

Am Sonntag (15 Uhr) steht für den FC noch ein Testspiel beim FC Stadthagen an. „Dort werde ich nur noch Kleinigkeiten ausprobieren und Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance geben. Die Partie gegen Arminia war bereits die eigentliche Generalprobe.“

"Unser Kader ist jetzt final"

Demnach müsste seine Mannschaft gut gerüstet für den Start sein, wenn es am 5. September (16 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den TSV Barsinghausen um Landesligapunkte geht. „Ich denke, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Sollten wir in unserer Staffel unter die ersten drei kommen und damit die Aufstiegsrunde erreichen, hätten wir nichts dagegen“, sagt der Coach.

Und, Herr Köse, wann gibt es die nächsten Neuzugänge? Wunstorfs Trainer lacht. „Unser Kader ist jetzt final. Wir gehen mit 23 Leuten in die Saison.“