30. November 2020 / 17:34 Uhr

Die große Frage: Wird die Landesliga 2021 mit oder ohne Aufstiegsrunde fortgesetzt?

Die große Frage: Wird die Landesliga 2021 mit oder ohne Aufstiegsrunde fortgesetzt?

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Augen zu und durch? Abdul Samed Oumaron (rechts, STK Eilvese) und Marcel Kunstmann (TSV Krähenwinkel/Kaltenweide) dürften sich in der Aufstiegsrunde wiedersehen. So es sie denn gibt.
Augen zu und durch? Abdul Samed Oumaron (rechts, STK Eilvese) und Marcel Kunstmann (TSV Krähenwinkel/Kaltenweide) dürften sich in der Aufstiegsrunde wiedersehen. So es sie denn gibt. © André Tautenhahn
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Am 29. November hätte der finale reguläre Landesliga-Spieltag des Kalenderjahres 2020 ausgetragen werden sollen. Pünktlich zum ersten Advent wären die Teams noch einmal auf dem Rasen gegeneinander angetreten, um ein eigenartiges Fußballjahr zu beschließen. Das nun jedoch noch seltsamer austrudelt.

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„Vom 27. Februar bis 18. März 2021 läuft das Restprogramm der Vorrunde“, hatte der Vorstand des Bezirks Hannover im Niedersächsischen Fußballverband am 19. Juli in einer Presseerklärung mitgeteilt. Mittlerweile wurde der Starttermin für das neue Jahr nach vorn korrigiert. „Als ersten Spieltag für die Landesliga planen wir mit dem 13./14.2.2021, also zwei Wochen vor dem im Spielplan geplanten regulären Start“, vermeldete der Verband angesichts der erneuten Zwangspause.

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Doch wie genau es dann eigentlich weitergemacht wird, ist aktuell noch unklar. Zwar ist auch ein kompletter Saisonabbruch nicht ausgeschlossen. Varianten, die Spielzeit nach der coronabedingten Unterbrechung Ende Oktober vernünftig und vor allem sportlich zu Ende zu bekommen, existieren allerdings etliche. Der SPORTBUZZER stellt sie vor.

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Der ursprüngliche Modus der Landesliga ist nicht trivial. Nach Hin- und Rückserie der nach regionalen Gesichtspunkten gebildeten beiden Staffeln wird das Feld in Auf- und Abstiegsrunde gesplittet. Die besten drei Teams jeder Gruppe spielen einen Aufsteiger in die Oberliga aus: jeder gegen jeden, in Hin- und Rückrunde (also insgesamt zehn Spieltage).

Die Punkte werden anschließend nicht mitgenommen. Ebenfalls wieder bei Null beginnt die Abstiegsrunde für die restlichen 13 Teams, von denen mit sechs fast die Hälfte sicher eine Etage tiefer muss. Aufgrund der Größe des Feldes ist hier nur eine einfache Runde (zwölf Spieltage) vorgesehen.

Alles (fast) wie gehabt

Zwar konnte nun schon bereits an fünf Wochenenden nicht mehr gespielt werden, doch im Gegensatz zum ersten Lockdown Mitte März bleibt diesmal (noch) genügend Zeit bis zum Saisonende im Sommer. Ursprünglich sollten Auf- und Abstiegsrunden am 10. April beginnen und am 20. Juni abgeschlossen sein. Doch in Stein gemeißelt sind diese Termine sicher nicht.

Man könnte etwas später mit den Play-offs starten, um die restlichen Spieltage in den Staffeln Nord und Süd zuvor noch über die Bühne zu bekommen. Bis zum Beginn der Sommerferien (22. Juli) ist ordentlich Puffer, auf die Europameisterschaft ab dem 11. Juni muss die Landesliga ohnehin keine Rücksicht nehmen. Ohne Wochenspiele wird man jedoch nicht auskommen. Auch der Starttermin der Saison 2021/2022 ist nicht außer Acht zu lassen.

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Zum Problem könnte allerdings die kurze Vorbereitungszeit werden, wie Holger Gehrmann, der Trainer des FC Eldagsen, einwirft. „Fünf Wochen braucht man vorab schon. Das hieße, dass wir so um den 9. Januar mit dem Training starten müssten. Und das sehe ich ehrlich gesagt bei der momentanen Lage als nicht realistisch an“, sagt Gehrmann. „Sportlich wäre es aber auf jeden Fall die fairste Lösung – und deshalb mein Wunschmodell. Auch weil alle Mannschaften die Saison ja mal mit diesem Modus begonnen haben.“ Voraussetzung: Es kann und darf schon bald wieder gespielt respektive trainiert werden.

Verzicht auf die Rückserie der Vorrunde

Um Zeit zu gewinnen, ließe sich auch die Vorrunde in den Gruppen Nord und Süd verkürzen. Die Hinserie würde in diesem Modell zu Ende gespielt, auf den zweiten Durchlauf hingegen verzichtet. Nachteil: Im Süden haben die Teams schon mehr Partien absolviert als in der Nordstaffel, die teilweise weit hinterherhinkt. So stand beispielsweise die TSV Burgdorf gerade ganze viermal auf dem Platz. Nach nur einem Spieltag im neuen Jahr wäre der Süden quasi durch – nur noch das Duell des 1. FC Wunstorf mit dem SV Bavenstedt würde fehlen – und müsste gleich wieder pausieren, um auf die Nordstaffel zu warten.

Norden und Süden unterschiedlich

Vielleicht etwas krumm, aber größtmöglich flexibel. In der Südstaffel könnte man in diesem Modell Hin- und Rückrunde komplett absolvieren, im Norden aber (aufgrund der Vielzahl an nachzuholenden Partien) schon nach der Hinrunde einen Schnitt machen, um die Wartezeiten zwischen beiden Gruppen nicht unnötig lang werden zu lassen, bevor es anschließend in Aufstiegs- und Abstiegsrunde wieder von vorn losgeht. Diese Variante ist allerdings die unwahrscheinlichste von allen.

Keine Auf- und Abstiegsrunden plus Finale um einen Oberligaplatz:

„Ich habe von Anfang an gesagt, dass es auf jeden Punkt ankommen kann, wenn es doch hart auf hart kommt“, sagt Gehrmann. Sich nur irgendwie ins Ziel der ersten Etappe zu retten und auf die zweite Hälfte zu verlassen, nachdem auf Null gestellt wurde, könnte bei diesem Modell nach hinten losgehen. Für Gehrmann wäre diese Variante, bei der nach Hin- und Rückserie der Vorrunde Feierabend wäre, zwar nicht die Wunschlösung, allerdings die aus seiner Sicht wahrscheinlichste Option.

Freilich müssten die Entscheidungen dann auf andere Weise getroffen werden. Sechs Absteiger ließen sich wohl ohne zusätzliche Partien finden (Plätze sieben bis neun im Norden sowie acht bis zehn in der Südstaffel). Um den Aufstieg hingegen wäre ein Endspiel der beiden Staffelmeister vonnöten. Reizvoll.

Auf welche der vorgestellten Modelle die Wahl fällt oder ob gar ein weiteres aus dem Hut gezaubert wird, steht erst im neuen Jahr fest. Für den 12. Januar hat Staffelleiter Thorsten Schuschel eine Videokonferenz mit allen Klubs anberaumt.