23. November 2021 / 21:44 Uhr

Landesliga Nord: So lief die Hinrunde

Landesliga Nord: So lief die Hinrunde

Niklas Kunkel/Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Karl Mielke (l.) mit dem VfL Bergen und Mathis Hurtig mit dem FSV Bentwisch behaupten sich mit ihren Teams in der Top-4.
Karl Mielke (l.) mit dem VfL Bergen und Mathis Hurtig mit dem FSV Bentwisch behaupten sich mit ihren Teams in der Top-4. © Ulf Lange
Anzeige

Zur Winterpause ist in der Landesliga Nord noch alles offen. Die Rückrunde verspricht spannend zu werden.

Seit rund zwei Wochen befinden sich die Fußballer in der Landesliga Nord in der Winterpause. Es gab es sowohl positive als auch negative Überraschungen. Zwischen starkem Start und folgendem Absturz oder einem Aufstieg wie Phönix aus der Asche liegen meist nur wenige Spiele. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf das Geschehen aus der Hinrunde.

Stabil unterwegs

Der TSV Bützow (1. Platz/20 Punkte) überwintert in dieser engen Liga auf dem ersten Rang. Nach dem ersten Spieltag haben sich die Warnowstädter stets unter den Top-4 behauptet. Eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern steht für die gute Punktausbeute der TSV-Kicker. Trainer Tom Hagemann ist überzeugt, dass in seiner Mannschaft etwas heranwächst.

Überraschungen

Vier Spieltage hintereinander auf der Spitzenposition und erst am abschließenden Spieltag der Hinrunde den TSV Bützow passieren lassen. Diese Konstellation hätten beim VfL Bergen (2./20) vor der Saison wohl alle Beteiligten gerne unterschrieben. Während die Spieler darauf verweisen, dass es an der sehr guten Stimmung in der Mannschaft liegt, sind auch die Zahlen ein Beleg für Spaßfußball: 26 Tore sind mit Abstand der Top-Wert im Norden.

Anzeige

Lebensversicherung

Spielertrainer Tim Hermann ist beim Tabellendritten TSV Graal-Müritz (3./17) die personifizierte Lebensversicherung. Sieben Punkte würden dem TSV ohne Hermanns Tore fehlen – ohne die stünde das Team auf einem Abstiegsplatz. Mit einem Dreierpack gegen Stralsund sorgte er im Alleingang für den 3:1-Auswärtssieg, am vergangenen Spieltag gegen den Doberaner FC (3:2) war sein Tor zum zwischenzeitlichen 3:1 erneut siegbringend.

Starker Aufsteiger

Nie schlechter in der Saison als seine jetzige Platzierung war der FSV Bentwisch II (4./17). Mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen hat der Aufsteiger stark losgelegt. Danach zahlten die Bentwischer in der einen oder anderen Partie etwas Lehrgeld. Dennoch gehört die Verbandsliga-Reserve zu den spielerisch stärksten Teams ligaweit.

Auswärts hui, zu Hause pfui

Beim Blick auf die Auswärtstabelle können die Kicker vom TSV 1860 Stralsund (5./15) wohl kaum ihren Augen trauen. Elf Punkte geholt und im Schnitt nicht einmal ein Gegentor pro Partie kassiert, bedeutet Platz eins. Ganz anders jedoch im eigenen Stadion der Freundschaft: Nur ein Sieg und ein Unentschieden stehen zu Buche. Das bedeutet: Vorletzter in dieser Statistik.


Mehr zur Landesliga Nord

Vorne Luft nach oben, hinten kompromisslos

Bei der SG Empor Richtenberg (6./12) ist das Defensiv- wie Offensivverhalten unterschiedlich zu bewerten. Mit elf Gegentoren haben die Vorpommern die beste Abwehr in der Liga. Allerdings haben sie auch nur elf Treffer geschossen. Das ist zweitschlechtester Wert in der Liga. Übrigens: Allein sechs Treffer gingen auf das Konto von Thomas Boljahn. Der Stürmer hat damit mehr als die Hälfte der Empor-Tore erzielt.

Schwerer Start

Den Start des Doberaner FC (7./11) als holprig zu bezeichnen, wäre stark untertrieben. Der Favorit auf den Aufstiegsplatz begann die Saison mit vier Niederlagen in Serie. Es folgte der Rücktritt des langjährigen Trainer Ronny Susa und die Kehrtwende. Unter Neu-Coach Max Prust folgte die Wende mit fünf ungeschlagenen Spielen aus den vergangenen sechs Partien. Inzwischen rangiert der DFC auf Rang sieben.

Heimspiele als Trumpf

Der Laager SV (8./11) ist bekannt für seine Heimstärke. Das wird auch in dieser Saison deutlich. Fünf Spiele auf eigenem Untergrund, fünf Mal nicht verloren (drei Siege, zwei Remis). Damit holten die Recknitzstädter aber auch ihre gesamte Punktausbeute. In der Fremde fühlt sich der LSV hingegen gar nicht wohl. Die Bilanz: Fünf Spiele, fünf Niederlagen.

Im Sinkflug

Nach dem zweiten Spieltag noch auf Platz zwei, folgte für den Grimmener SV (9./11) ein stetiger Abstieg. Nur ein Sieg gelang in den folgenden acht Spielen. Mit fünf Unentschieden sind die Trebelstädter die Remis-Könige der Liga. Zu wenig, denn der langjährige Verbandsligist steht inzwischen auf dem ersten Abstiegsplatz.

In der Defensive zu löchrig

Für den SV Blau-Weiß Baabe (10./10) war von Beginn an nur der Klassenverbleib das Ziel. An der Marschroute hat sich auch nichts geändert. Im Tabellenkeller haben die Insulaner die Tuchfühlung zum rettenden Ufer. Dafür müssen die Baaber aber defensiv stabiler werden. Kein einziges Mal spielte Blau-Weiß in der Hinrunde zu Null und hat mit 27 Gegentoren den ligaweiten Negativwert.

Rote Laterne wegen Negativserie

Auf den Titel Schlusslicht hätte der SV Hafen Rostock (11./9) zur Winterpause gerne verzichtet. Zu Saisonbeginn schien die Mannschaft, die die beiden coronabedingt abgebrochenen Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 jeweils ursprünglich abgestiegen war, gut unterwegs zu sein. Das neue Trainerteam mit Enrico Neitzel und Christopher Kaminski brachte einen neuen Drive in das junge Team. In den fünf sieglosen Partien (ein Remis, vier Niederlagen) vor dem Hinrunden-Ende steckte jedoch der Wurm in der Hafen-Elf. Steigerungspotenzial