13. Dezember 2021 / 20:47 Uhr

Landesliga Ost: So lief die Hinrunde

Landesliga Ost: So lief die Hinrunde

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Der Pasewalker Marty Hackbusch (l.) und Blau-Weiß Greifswalds Gor Chatschatrjan sind mit ihrem Teams im Abstiegskampf der Landesliga Ost unterwegs.
Der Pasewalker Marty Hackbusch (l.) und Blau-Weiß Greifswalds Gor Chatschatrjan sind mit ihrem Teams im Abstiegskampf der Landesliga Ost unterwegs. © Ronald Krumbholz
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Der SV Hanse Neubrandenburg bestimmt im ersten Halbjahr das Geschehen in der Landesliga Ost. Ganz unten brauchen vor allem zwei Teams ein Wunder.

In der Landesliga Ost dominiert ein Team nach der Hinrunde das Geschehen. Der SV Hanse Neubrandenburg spielt bislang eine starke Serie und kann die Konkurrenz distanzieren. Mit dem Greifswalder FC II und TSV Friedland gibt es zwei Verfolger, die vorne noch ein Wörtchen mitreden wollen. Dahinter beginnt für die meisten Teams der Blick nach unten. Immerhin wird ein Drittel der Liga abstiegen müssen. Der Abstiegskampf gestaltet sich eng. Ein Sinnbild für die Hinrunde, die der SPORTBUZZER noch einmal für jede Mannschaft einschätzt.

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Tabellenführer marschiert vorweg

Der SV Hanse Neubrandenburg (1. Platz/28 Punkte) galt nach zahlreichen personellen Verstärkungen als Geheimtipp in der Oststaffel. Mit welcher Konstanz und Dominanz das Team jedoch auftritt, war so nicht unbedingt zu erwarten. Nur eine Niederlage und 39:10 Tore in elf Spielen bedeuten nicht nur die Herbstmeisterschaft, sondern auch sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Greifswalder FC II. Bestwerte wie beste Defensive und Offensive sowie stärkste Heim- und Auswärtsmannschaft unterstreichen die starke erste Hälfte des SV Hanse.

Verfolger patzt gegen Kellerkinder

Der Greifswalder FC II (2./22) ist der einzige Bezwinger von Spitzenreiter SV Hanse Neubrandenburg. Der 2:0-Erfolg gegen die Vier-Tore-Städter gehört zu den guten Auftritten, die die Oberliga-Reserve gegen Topteams bislang abgeliefert hat. Allerdings schleicht sich beim GFC II gelegentlich auch der Schlendrian ein. Gegen Kellerkinder wie den Penkuner SV (0:2) und Pasewalker FV (2:3) patzten die Greifswalder überraschend. Wären die Ausrutscher nicht gewesen, hätte der GFC punktetechnisch mehr auf Augenhöhe mit dem SV Hanse sein können.

Heimbilanz verhindert weiteres Vorpreschen

Im Verfolgerfeld der Landesliga Ost befindet sich auch der TSV Friedland (3./21). Die Kicker vom Hagedorn spielen in ihrer zweiten Saison nach dem Aufstieg erneut vorn mit. Sie hätten dem Tabellenführer noch dichter als sieben Punkte auf die Pelle rücken können, wäre da nicht die ausbaufähige Heimbilanz. Drei Siege und drei Niederlagen verbuchte der TSV bislang in sechs Partien vor eigener Kulisse. Besonders schmerzen da die Niederlagen gegen den FSV Blau-Weiß Greifswald (1:2) und SV Teterow (1:2), die jeweils gegen den Abstieg kämpfen. Auswärts sind die Friedländer hingegen mit vier Siegen aus fünf Duellen gut unterwegs.

Das sind die besten Torjäger in MV auf Landesebene (Stand: 25. April 2021):

1. Platz: Tobias Barachini (SV 90 Lohmen) - 24 Tore Zur Galerie
1. Platz: Tobias Barachini (SV 90 Lohmen) - 24 Tore ©

Fallhöhe ist groß

Mit seinen Verstärkungen (vier Spieler kamen von Verbandsliga-Aufsteiger SV Siedenbollentin) in der Sommerpause wurde auch die SG Karlsburg/Züssow (4./18) zum vorderen Feld in der Landesliga Ost gezählt. Die Vorpommern haben die Erwartungen aufgrund ihrer Platzierung bislang erfüllt, punktemäßig wäre jedoch in der einen oder anderen Partie mehr möglich gewesen. Dadurch ist der Abstand zu den Abstiegsrängen geringer als nach ganz oben. Die Fallhöhe ist groß. Die SG wird weiter konstant punkten müssen, um sich in sicheren Gefilden zu halten. Dabei wird Karlsburg/Züssow weiter auf seine Heimstärke setzen. In sechs Spielen vor eigener Kulisse gab es 13 Zähler, nur eine Niederlage und ein Gegentor.

Im Soll

Für den VFC Anklam (5./17) war der Auftakt in die Saison mit zwei Siegen vielversprechend. Auch von einer 0:5-Klatsche danach gegen Spitzenreiter SV Hanse Neubrandenburg ließen sich die Peenestädter zunächst nicht aus der Bahn bringen. Allerdings machte sich bei ihnen das schwierige Restprogramm in dieser Hinrunde bemerkbar. In den vergangenen drei Begegnungen gab es nur noch einen Erfolg für den VFC, der dennoch mit seiner aktuellen Platzierung leben kann. Die Anklamer haben aufgrund eines Nachholspiels gegen den SV Teterow aber noch die Möglichkeit, im neuen Jahr punktemäßig nachzulegen.


Komplizierter Start

Der FSV Malchin (6./16) wurde vor der Saison von vielen noch als einer der Favoriten auf den Staffelsieg getippt. Mit fünf Niederlagen aus den ersten sieben Spielen wollte es beim FSV aber zunächst nicht so richtig laufen. Mit zuletzt vier Spielen ohne Niederlage hat sich das Team aber gefangen und überwintert auf Platz sechs. Zudem stießen die Malchiner ins Viertelfinale des Landespokals vor und sind dort der noch einzig verbliebene Landesligist.

Auswärts läuft's, daheim nicht

Der SV 90 Görmin (7./15) scheint sich auf fremdem Untergrund wohler zu fühlen, als auf dem eigenen Rasen. Während der SV 90 mit Heimrecht nur auf fünf Zähler in sechs Partien kommt, läuft es auswärts. Zehn Zähler konnte das Team von Trainer Achim Schult mit auf die Heimreise nehmen. Wollen die Görminer auch in der kommenden Saison in der Landesliga spielen, müssen sie auf eigenem Platz von der Punktausbeute her zulegen.

Gust gibt Greifswaldern Gummi

Der FSV Blau-Weiß Greifswald (8./13) hat mit vier Niederlagen den Auftakt in die Spielzeit mächtig vergeigt, inzwischen haben sich die Boddenstädter aber über den Strich gerettet. Großen Anteil daran hat Nico Gust, der mit acht Treffern die Torjägerliste anführt. Gust sorgte unter anderem mit seinem Dreierpack für den wichtigen 3:2-Sieg gegen den SV Teterow und machte mit seinem Doppelpack beim 3:0 gegen den FC Insel Usedom den Deckel drauf. Gust hat bislang rund 42 Prozent aller Treffer des FSV erzielt.

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Auf Talfahrt

Der FC Insel Usedom (9./10) startete mit drei Siegen aus vier Partien und es schien so, als könnten sich die Insulaner als Aufsteiger aus dem Abstiegskampf heraushalten. Doch es folgte der Bruch: Sechs Mal kam der FCU nicht mehr über einen eigenen Treffer hinaus, kassierte im Schnitt zudem mehr als drei Gegentreffer. Die Folge: Abstiegsplatz zur Winterpause. Im neuen Jahr müssen die Insulaner den Schalter wieder umlegen.

Viel Lehrgeld zu Beginn

Dass es für Aufsteiger Pasewalker FV (10./9) eine schwierige Saison werden würde, war klar. In vielen Partien zu Beginn der Spielzeit hieß es Lehrgeld zahlen für die Elf von Ex-Torjäger Daniel Pankau. So dauerte es bis zum 7. Spieltag ehe gegen den Penkuner SV (2:1) der erste Sieg eingefahren wurde. Nur durch den überraschenden 3:2-Erfolg zum Hinrundenabschluss gegen den Tabellenzweiten Greifswalder FC II wahrte sich der PFV die Chance, mit einer Aufholjagd noch in der Rückrunde das rettende Ufer zu erreichen. Momentan haben die Pasewalker sechs Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, den der FSV Blau-Weiß Greifswald einnimmt.

Lange Sieglosserie

Die knifflige Spielzeit begann für den Penkuner SV Rot-Weiß (11./7) mit dem Pokal-Aus in Runde eins beim Landesklasse-Vertreter SV Sturmvogel Völschow (0:1 n.V.). Nach Auftaktniederlage in der Liga schien der PSV mit den folgenden zwei Auswärtssiegen beim SV Teterow (4:2) und Greifswalder FC II (2:0) den Weg in die richtige Richtung einzuschlagen. Danach kam allerdings nur noch wenig von den Südvorpommern. Durch eine Serie von acht sieglosen Partien mit nur einem Remis und sieben Niederlagen stecken die Rot-Weißen in der Abstiegszone fest. Es wird eine Herkulesaufgabe für die Penkuner in der Rückrunde den Acht-Punkte-Rückstand noch aufzuholen. Dafür müssen sie auch offensiv zulegen. Mit zehn markierten Treffern haben sie den schwächsten Angriff ligaweit.

Schlusslicht benötigt mehr Erfolgserlebnisse

Ebenfalls ein Wunder wird der SV Teterow (12./6) benötigen, um den Klassenverbleib noch zu schaffen. Die Kicker aus der Bergringstadt liegen schon neun Zähler hinter dem rettenden Ufer, haben aber noch ein Nachholspiel im März 2022 gegen den VFC Anklam in der Hinterhand. Bis auf einen kurzen zwischenzeitlichen Positivtrend von zwei Siegen nacheinander setzte es nur Niederlagen für die Teterower. Wollen sie in der Landesliga bleiben, brauchen die SVT-Spieler deutlich mehr Erfolgserlebnisse in der Rückserie.